Akademie der Wissenschaften zu Göttingen

SAPERE

Scripta Antiquitatis Posterioris ad Ethicam REligionemque pertinentia Schriften der späteren Antike zu ethischen und religiösen Fragen

Sapere-Zitat für den Monat November

παρὰ μὲν οὖν ἀνθρώποις τὸ ἄδικον πλῆθος πρὸ ἑνὸς τοῦ δικαίου προτετίμηται, παρὰ δὲ τῷ θεῷ τὸ σπάνιον ἀγαθὸν πρὸ μυρίων ἀδίκων· ᾧ καὶ παραγγέλλει μηδέποτε τοιούτῳ συναινέσαι πλήθει· “οὐκ ἔσῃ” γάρ φησι “μετὰ πολλῶν ἐπὶ κακίᾳ.” ἆρʹ οὖν μετʹ ὀλίγων χρή; μετʹ οὐδενὸς μὲν οὖν φαύλου – εἷς δʹ ὢν ὁ φαῦλος πολύς ἐστι κακίαις, ᾧ συντάσσεσθαι μεγίστη ζημία –· τοὐναντίον γὰρ ἀνθίστασθαι καὶ πολεμεῖν ἀκαταπλήκτῳ χρωμένους δυνάμει προσήκει. 

Bei Menschen nun ist die ungerechte Menge mehr als der eine Gerechte geehrt, bei Gott aber das spärliche Gute mehr als die unzähligen ungerechten Dinge; ihm gebietet er auch, niemals einer solchen Menge zuzustimmen: „du sollst nicht“, sagt er nämlich, „auf der Seite der Vielen bei der Schlechtigkeit sein.“ Muss man also auf der Seite der Wenigen sein? Auf jeden Fall auf der Seite keines Schlechten – auch wenn er (nur) einer ist, ist der Schlechte zahlreich aufgrund der Schlechtigkeiten; mit ihm zusammenzuspannen ist größter Schaden –; im Gegenteil nämlich ziemt es sich, sich dagegen zu stellen und Krieg zu führen mit unerschrockener Kraft.

 

Abrahams Aufbruch. Philon von Alexandria, De migratione Abrahami. Sapere-Bd. 30, S. 58 (=Phil. Migr. 61).

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