Digital Humanities Forschungsverbund Niedersachsen (DHFV)

Die Niedersächsische Akademie der Wissenschaften zu Göttingen war von Januar 2012 bis Juni 2015 Partnerin im Projekt "Digital Humanities Forschungsverbund Niedersachsen (DHFV)", das am Göttingen Centre for Digital Humanities (GCDH) angesiedelt war. Ziel des Forschungsverbunds war es, die Digitalen Geistes-  und Sozialwissenschaften in Südniedersachsen in all ihren Facetten zu stärken und sie durch Forschungsprojekte sowie die Etablierung von Studienangeboten dauerhaft an der Georg-August-Universität Göttingen zu verankern.

Das Projekt untersuchte dabei anhand ausgewählter Disziplinen und deren spezifischer Fragestellungen, welche computergestützten Forschungsmethoden als international anerkannte Standards dienen könnten. Der Verbund hat unter anderem zur Einrichtung einer Professur für Digital Humanities am Institut für Informatik der Universität Göttingen beigetragen. Darüber hinaus wurden sowohl die digitale Transformation der Gesellschaft – etwa Internetzensur und der Einsatz digitaler Medien – als auch die Digitalisierung der Arbeit der Akademie selbst thematisiert, wie beispielsweise in Projekten zu digitalen Bibliotheken und virtuellen Museen.

Ein Akademieprojekt innerhalb des Verbunds widmete sich der semantischen Modellierung von Verknüpfungen zwischen Texten und Objekten des Göttinger Gelehrten Johann Friedrich Blumenbach (1752–1840). Die Ergebnisse machten die zentrale Bedeutung der Computerlinguistik für die automatisierte semantische Wort- und Bedeutungsanalyse deutlich und zeigten zugleich die Notwendigkeit standardisierter Datenformate auf, um Forschungsergebnisse langfristig offen und dezentral zugänglich zu machen.