Vortrag von Stichweh

„Zur Genese eines Weltsystems der Wissenschaft“. Öffentlicher Vortrag von Rudolf Stichweh am 15. November. Mehr...

Überzogenes Selbstbild verschärft Krisenempfinden

Vortrag von Kiran K. Patel in der Reihe VARIETIES OF EUROPE

GÖTTINGEN. Im Rahmen der öffentlichen Vortragsreihe VARIETIES OF EUROPEder Akademie der Wissenschaften zu Göttingenwird Kiran Klaus Patel, Professor für „European and Global History“ an der Universität Maastricht, am 22. November 2018 um 18 Uhr c.t. im Alten Rathaus den Vortrag „Das Projekt Europa – Vergangenheit und Zukunft / Über Selbstbilder und die Gegenwartslage der Europäischen Union“ halten. Die Veranstaltung, auf der es nach dem Vortrag die Möglichkeit zu einer Diskussion geben wird, moderiert Prof. Dr. Frank Schorkopf, Ordentliches Mitglied der Göttinger Akademie und Professor für Öffentliches Recht und Europarecht an der Georg-August-Universität Göttingen. Gefördert wird der Vortragsabend vom Niedersächsischen Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung.

Prof. Patel ist besonders ausgewiesen in der Geschichte der europäischen Integration und hat zu der Thematik das Buch „Projekt Europa. Eine kritische Geschichte“ geschrieben, das am 28. August 2018 erschienen ist. Darin hinterfragt Patel die Standarderzählung über Europa und macht deutlich, dass ein überzogenes Selbstbild das heutige Krisenempfinden unnötig verschärft. Seine These: Wir halten für neu und bedrohlich, was es immer schon gegeben hat.

Die Vortragsreihe VARIETIES OF EUROPE wird von Akademiemitgliedern organisiert. Es handelt sich um öffentliche Veranstaltungen, bei denen Experten diverser Fachrichtungen aus möglichst unterschiedlichen Perspektiven Denkanstöße zur Weiterentwicklung der EU geben.

Der Eintritt ist frei.


„Zur Genese eines Weltsystems der Wissenschaft“

Öffentlicher Vortrag von Rudolf Stichweh am 15. November

GÖTTINGEN. Im Rahmen des Workshops „Wissenschaftlicher Interna-tionalismus und deutschsprachige Wissenschaftskultur im Zeitalter der Extreme“ hält der Soziologe Prof. Dr. Rudolf Stichweh, Leiter des Forums Internationale Wissenschaft an der Universität Bonn, am 15. November um 18:30 Uhr im Alfred-Hessel-Saal im Historischen Gebäude der SUB, Papendiek 14, den öffentlichen Vortrag „Science is by Definition International: Zur Genese eines Weltsystems der Wissenschaft“.

Der Vortrag wird den Weg nachzeichnen, der von der lateinischen euro-päischen Gelehrtenrepublik der frühen Neuzeit über die landessprachlich bestimmten nationalen wissenschaftlichen Gemeinschaften des 19. Jahr-hunderts zu der radikal globalisierten Weltwissenschaft des 20.-21. Jahrhunderts führt. Stichweh wird der Frage nachgehen, ob es einen Grund gibt, „warum dieser paradoxe Weg durchschritten wird, der von einer transnationalen Wissenschaft zur Weltwissenschaft über die Zwischenphase einer nationalisierten Wissenschaft führt“. In dem Vortrag wird er einerseits die Impulse untersuchen, die von den Globalisierungs-prozessen anderer Sozialsysteme (Wirtschaft, technologische Zusammen-arbeit, Verkehr) auf die Entwicklung des Wissenschaftssystems ausgehen, andererseits wird er die starken Eigenverursachungen der Wissenschaft analysieren.

Prof. Dr. Rudolf Stichweh arbeitet schwerpunktmäßig zur Theorie der Weltgesellschaft, zur Soziologie der Wissenschaft und der Universitäten sowie zur Soziologie des Fremden. Als Vertreter der Systemtheorie steht er in der Tradition von Talcott Parsons und Niklas Luhmann und entwickelt dabei eine historische Perspektive auf die Strukturgeschichte menschlicher Gesellschaften.



Kontakt

Pressereferentin
Adrienne Lochte
Tel.: +49 551 39-5338
E-Mail: alochte1@gwdg.de


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