Das digitale Handbuch der Höfe und Residenzen im Spätmittelalterlichen Reich

Das digitale Handbuch der Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich ist die online-Ausgabe einer Druckpublikation, die zwischen 1998 und 2011 von Autorinnen und Autoren der Hof- und Residenzenforschung erstellt und von der Residenzen-Kommission der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen konzeptionell und redaktionell betreut wurde. Das ca. 5000 Seiten und mehrere hundert Abbildungen umfassende Werk besteht aus über 1000 Einzelartikeln, die dynastisch, topographisch und sachlich gegliedert und vielfältig miteinander verknüpft sind. Der topographische Schwerpunkt liegt auf Höfen und Residenzen des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation in der Zeit zwischen etwa 1200 bis 1650.

Gliederung

Das Handbuch gliedert sich in vier Teile, die in vielfältiger Weise miteinander verknüpft sind und sich aufeinander beziehen:

  1. Dynastisch-topographisches Handbuch der fürstlichen Höfe und Residenzen. Das Werk gliedert sich in zwei Teilbände. Der erste Band behandelt Personen und Familien des Reichsfürstenstandes und kirchliche Amtsinhaber sowie ihre Hofhaltung. Im zweiten Teil werden die Residenzen dieser Personengruppe alphabetisch geordnet beschrieben. Das Handbuch besitzt eine Binnengliederung, die folgende Gruppen umfasst: Dynastien, Könige und Reichsfürsten mit Kurfürsten, Geistlichen Reichsfürsten, Reichsäbten, -Pröbste und -Äbtissinen, Deutscher Orden, Johannitermeister und weltliche Reichsfürsten. Ein Artikel zu den Hauptorten des Reiches ist vorangestellt.

  2. Bilder und Begriffe. Dieser Band erfasst Architektur und Organisation von Hof und Residenz zum ersten Mal nach funktionalen Gesichtspunkten systematisch gegliedert. Es handelt sich dabei sowohl um Illustrationen der im dynastisch-topographischen Handbuch erfassten fürstlichen Residenzen und Höfe als auch um chronologisch und funktional gegliederte Darstellungen fürstlichen Herrschens und Wohnens im späten Mittelalter in Bild und Text.

  3. Hof und Schrift. Dieser Band sammelt, typologisiert und kommentiert schriftliche Quellen, die im Zeitraum um 1500 an Hof und Residenz entstanden sind oder sich auf diese beziehen. So werden z.B. Akten, Amtsbücher, Auto-Biographien, Empfehlungsschreiben und Atteste, Festbeschreibungen, Futterzettel und Lehnbücher vorgestellt und durch ein Sachregister, eine chronologische Liste der vorgestellten Quellen sowie Querverweise erschlossen. Einführende Beiträge behandeln die Kommunikation bei Hofe und legen die Entstehung und Veränderung, Kontinuität und Wandel der einzelnen Textsorten dar.

  4. Grafen und Herren. Das Handbuch der Grafen und Herren stellt die Familien, Höfe und Residenzen des nichtfürstlichen Hochadels im spätmittelalterlichen Reich vor, also nicht nur in Deutschland in seinen gegenwärtigen Grenzen, sondern auch in Österreich, der Schweiz, in Böhmen, den Niederlanden und der Reichsromania. Es ergänzt damit das dreiteilige dynastisch-topographische Handbuch für jene zahlreichen Familien, die oft auf dem Weg in den Fürstenstand waren, ihn aber bis in die Zeit um 1500 nicht erreicht haben. Im Unterschied zum dynastisch-topographischen Handbuch wurden die Artikelgruppen mit den Teilen Dynastie, Hof und Residenz zusammen in alphabetischer Reihenfolge abgedruckt.

Weitere Informationen und zusätzliche Materialen zu den Handbüchern auch auf der Seite (seit Projektende 2011 nicht mehr aktualisiert!): http://resikom.adw-goettingen.gwdg.de/projekt.php