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EdiKILex: Feierliches Kickoff-Event des Forschungsverbundprojektes
Viele Anträge mussten ausgefüllt, viele Wissenschaftler:innen an Bord geholt werden, bis es letztes Jahr endlich hieß: EdiKIlex ist bewilligt! Am Dienstag, den 28. April 2026, wurde in den Räumen der Niedersächsischen Akademie der Wissenschaften zu Göttingen (NADW) der offizielle Stapellauf des interdisziplinären Forschungsprojektes gefeiert. Anwesend waren die Mitarbeiter:innen der fünf Teilprojekte sowie die Leitungen der NADW, der SUB Göttingen und entscheidende Unterstützer:innen aus Wissenschaft und Verwaltung.
Mit EdiKILex (Edition, Künstliche Intelligenz und Lexikographie) werden die Quellen der frühneuhochdeutschen Sprachstufe zugänglicher gemacht. EdiKILex wird auf den Daten des Frühneuhochdeutschen Wörterbuchs (FWB) und mehrerer digitaler Editionen basieren und zu einer Künstlichen Intelligenz entwickelt werden. Die KI soll die frühneuhochdeutschen Wörter lemmatisieren und in ihrer semantischen Breite zur Verfügung stellen. So wird EdiKILex Forscher:innen, Student:innen, aber auch fachfremden Interessent:innen dabei helfen, den zeitlichen Kontext und die Verwendung von Wörtern in vormodernen Diskursen schneller und systematischer zu erschließen. Auch für sog. kleine Sprachen kann EdiKILex zukünftig eine Chance sein, sie vor dem Aussterben zu bewahren.
Wie problematisch Large Language Models sein können, wenn Trainingsdaten und -ergebnisse nicht sorgfältig kontrolliert werden, ist in Studien mehrfach betont worden. Dass diese Schwierigkeiten mit EdiKILex möglichst gar nicht erst entstehen, wird durch die Kombination der Teilprojekte verhindert, die jeweils einen Teil der Arbeiten federführend übernehmen.
EdiKILex, so sind sich die Laudator:innen einig, ist eine große Chance: Fünf Institutionen vereinen ihre Kräfte, um die Möglichkeiten von KI in Bezug auf eine historische Sprachstufe ganz auszuschöpfen. Dazu gehört auch die Selbstreflexion, wie Friedrich Meins (SUB) betonte: „Ein solches Werkzeug grundlegend neu zu entwickeln und dabei die rasante globale Zunahme zu beobachten, bringt uns auch zu der notwendigen Überlegung, wie uns die Nutzung von KI als Wissenschaftscommunity beeinflusst.“ Solche übergeordneten Ergebnisse des Verbundprojektes werden wichtige Signale für die Digital Humanities senden, die sich immer wieder neu erfinden müssen. Erste Grundlage dafür ist der projektinterne Austausch: „Dass wir so interdisziplinär aufgestellt sind, wird sicher dazu führen, dass wir nicht nur möglichst viele Aspekte im Blick haben, sondern auch viel voneinander lernen“, meint Torsten Schaßan (HAB).
Eine Veranstaltung wie das Kickoff-Event dient nach den langen Planungs- und Wartezeiten bis zur Bewilligung mehr als nur der Vernetzung. Sie sind eine Anerkennung für alle, die die Projektidee trotz aller Unwägbarkeiten bis zum Moment der Bewilligung getragen haben und weiterhin tragen, wie in den Laudationen nochmals betont wurde (u.a. Anja Lobenstein-Reichmann, NADW, und Thomas Mandl, Universität Hildesheim). Der wissenschaftliche Betrieb lebt wesentlich vom Optimismus und der Einsatzbereitschaft der Beteiligten. Lena Vosding (NADW), die das Kickoff-Event maßgeblich organisiert hat, ist zufrieden: „Die Stimmung ist hervorragend und das Team hat seine Effizienz schon jetzt unter Beweis gestellt. Besser hätte es kaum laufen können!“
Nach den feierlichen Ansprachen zog sich das EdiKILex-Team für eine konstituierende Arbeitssitzung zurück. Da die meisten Teilprojekte schon um den Jahreswechsel die Arbeit aufgenommen haben, konnten auch einige erste Grundlagen präsentiert werden und in die Diskussion einfließen. Das Projekt, gefördert vom Wissenschaftsförderprogramm der niedersächsischen Landesregierung und von der VolkswagenStiftung, hat eine Laufzeit bis zum Jahr 2029.
(Anna Steeger)