Jenseits der Pentateuchkrise: Benno Jacob als Impulsgeber für die aktuelle Pentateuchforschung. Phase II: Studien zu Levitikus

Der bedeutende deutsch-jüdische Bibelforscher Benno Jacob (1862–1945) ist vor allem durch seine großen Kommentare zu Genesis (1934) und Exodus (posthum 1997 veröffentlicht) bekannt. Beide Kommentare werden in der Pentateuchforschung breit diskutiert und inzwischen als „Klassiker der Schriftauslegung“ bezeichnet.

Seit 2013 wurde an der Hebräischen Universität Jerusalem (Projektleiter: Shimon Gesundheit) der umfangreiche Nachlass Benno Jacobs erforscht. Seit 2017 bestand eine Kooperation mit dem von der DFG geförderten Editionsprojekt "Jenseits der Pentateuchkrise". Das Ziel des auf sechs Jahre angelegten Projekts bestand darin, unveröffentlichte Manuskripte und Fragmente durch eine kommentierte Edition für den heutigen Forschungsdiskurs zu erschließen und die Methodendiskussion zu bereichern. Im Juni 2021 erschien der erste Band des Projekts, der frühe Pentateuchstudien Jacobs zur Gottesnamenproblematik, zur klassischen Quellenkritik und zur Geschichte der biblischen Wissenschaft vereinigt.

Die zweite Projektphase widmete sich den Levitikusmanuskripten und -fragmenten aus allen Schaffensperioden Jacobs. Diese Exegesen knüpfen an frühe Pentateuchstudien sowie an die großen Kommentare zu Genesis und Exodus an und ergänzen sie.

Benno Jacobs Interpretation des Pentateuchtextes als sprachliches Kunstwerk und seine vehemente Kritik an der zeitgenössischen diachronen Forschung bieten wichtige Anknüpfungs-, aber auch Reibungspunkte. Ausführliche Einleitungen und Anmerkungen ordnen die Manuskripte in ihren werkbiografischen und forschungsgeschichtlichen Entstehungskontext ein. Darauf aufbauend wurde die Levitikus-Exegese Benno Jacobs für den gegenwärtigen Forschungsstand erschlossen und ihre Bedeutung für die heutigen Entstehungsmodelle sowie für historisch und kanonisch orientierte Ansätze herausgearbeitet und somit für die aktuelle Pentateuchforschung fruchtbar gemacht.


Projektteam

Projektkoordination:
Prof. Dr. Reinhard Gregor Kratz

Wissenschaftliche Mitarbeit:
Hans-Christoph Aurin