Urbanität im integrativen und konkurrierenden Beziehungsgefüge von Herrschaft und Gemeinde

Im Zentrum des Vorhabens stand die Erforschung der etwa 900 spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Residenzstädte des Alten Reichs, die zwischen dem 14. und dem frühen 19. Jahrhundert ein wichtiges Element der europäischen Urbanisierungsprozesse, der Verklammerung städtischer und adlig-höfischer Lebensformen, der Entfaltung feudaler Herrschaft und vormoderner Staatlichkeit bildeten. In interdisziplinärer Zusammenarbeit von Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Regional-, Verfassungs- und Kunstgeschichte wurden vor allem die schon quantitativ dominierenden kleinen Verhältnisse außerhalb der großen Residenzstädte in den Blick genommen, zunächst versammelt in einer vierbändigen Enzyklopädie als Teil eines neunbändigen Handbuchs.

Darüber hinaus gelten exemplarische Studien in vier Bänden mit geschichtswissenschaftlichen und kunsthistorischen Schwerpunkten der Behandlung spezifischer Fragestellungen. So wurden beispielsweise der einstige Greifensitz Barth an der Ostseeküste oder das gräfliche Mansfeld am Rande des Harzes, das Städtchen Rappoltsweiler der Herren von Rappoltstein im Elsass oder das fürstbischöfliche Brixen in Südtirol untersucht. Der Forschung unterlegt war dabei die These, dass die zu untersuchenden Sozialformen wie ‚Stadt‘ und ‚Herrschaft‘, ‚Staat‘ und ‚Hof‘ weniger antagonistisch als vielmehr komplementär und integrativ orientiert waren. Ein systematischer Ergebnisband bietet schließlich in fünfzehn Sachartikeln eine Synthese des erreichten Forschungsstandes.

Das Projekt wurde von 2014 bis 2025 bzw. 2026 als Vorhaben der Niedersächsischen Akademie der Wissenschaften zu Göttingen im Rahmen des Akademienprogramms von der Bundesrepublik Deutschland und vom Land Schleswig-Holstein gefördert.

 

Revolutionen des Wissens

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Ein Academiste muß erfinden und verbessern“: Dieser Forderung Albrecht von Hallers sind die Mitglieder der Göttinger Akademie in den vergangenen 275 Jahren ihrer Geschichte auf beeindruckende Weise nachgekommen. Die Ringvorlesung trägt dieser Maxime Rechnung und erzählt die Geschichte der Akademie im Spiegel wissenschaftlicher Umbrüche.

Auf diese Weise entsteht ein faszinierendes Panorama wissenschaftlicher Innovationen, das von höchster gesellschaftlicher Aktualität ist. Einerseits, da viele Neuerungen bis heute unseren Alltag prägen, andererseits, da nicht allein das Was, sondern auch das Wie und Warum wissenschaftlicher Innovation beleuchtet wird und damit einen Beitrag zu der Frage leistet, wie im Bereich der Wissenschaften Neues entsteht. Die Ringvorlesung zeichnet sich durch eine hohe thematische Diversität aus, führt Natur-, Sozial- wie Geisteswissenschaften zusammen und wird inhaltlich durch einen doppelten historisch-räumlichen wie thematischen Fokus zusammengehalten. Einen Flyer zur Vortragsreihe finden Sie hier.
 

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Kontakt

Prof. Dr. Jan Hirschbiegel
Arbeitsstellenleiter
Arbeitsstelle Kiel
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Philosophische Fakultät
Historisches Seminar
Christian-Albrechts-Platz 4
D-24118 Kiel 

 

 

Telefon: [0049] 0431/880-1484
E-Mail: jan.hirschbiegel@adwgoe.de