Kleine Städte – Gemeinden der Vormoderne zwischen Anspruch und Wirklichkeit | Kraichtal-Gochsheim, 26.04.2024 - 28.04.2024

Urbanität im integrativen und konkurrierenden Beziehungsgefüge von Herrschaft und Gemeinde

Im Zentrum des Vorhabens stand die Erforschung der etwa 900 spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Residenzstädte des Alten Reichs, die zwischen dem 14. und dem frühen 19. Jahrhundert ein wichtiges Element der europäischen Urbanisierungsprozesse, der Verklammerung städtischer und adlig-höfischer Lebensformen, der Entfaltung feudaler Herrschaft und vormoderner Staatlichkeit bildeten. In interdisziplinärer Zusammenarbeit von Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Regional-, Verfassungs- und Kunstgeschichte wurden vor allem die schon quantitativ dominierenden kleinen Verhältnisse außerhalb der großen Residenzstädte in den Blick genommen, zunächst versammelt in einer vierbändigen Enzyklopädie als Teil eines neunbändigen Handbuchs.

Darüber hinaus gelten exemplarische Studien in vier Bänden mit geschichtswissenschaftlichen und kunsthistorischen Schwerpunkten der Behandlung spezifischer Fragestellungen. So wurden beispielsweise der einstige Greifensitz Barth an der Ostseeküste oder das gräfliche Mansfeld am Rande des Harzes, das Städtchen Rappoltsweiler der Herren von Rappoltstein im Elsass oder das fürstbischöfliche Brixen in Südtirol untersucht. Der Forschung unterlegt war dabei die These, dass die zu untersuchenden Sozialformen wie ‚Stadt‘ und ‚Herrschaft‘, ‚Staat‘ und ‚Hof‘ weniger antagonistisch als vielmehr komplementär und integrativ orientiert waren. Ein systematischer Ergebnisband bietet schließlich in fünfzehn Sachartikeln eine Synthese des erreichten Forschungsstandes.

Das Projekt wurde von 2014 bis 2025 bzw. 2026 als Vorhaben der Niedersächsischen Akademie der Wissenschaften zu Göttingen im Rahmen des Akademienprogramms von der Bundesrepublik Deutschland und vom Land Schleswig-Holstein gefördert.

 

Kleine Städte – Gemeinden der Vormoderne zwischen Anspruch und Wirklichkeit | Kraichtal-Gochsheim, 26.04.2024 - 28.04.2024

Residenzstädte im Alten Reich (1300-1800)

15. Kraichtaler Kolloquium: Kraichtal-Gochsheim 26.04.2024 - 28.04.2024

Tagungsort:

Bürgerhaus Kraichtal-Gochsheim
Hauptstraße 83

Anmeldung:

bis Freitag, 10. April 2024, an die
Stadtverwaltung Kraichtal,
Postfach 1120, 76699 Kraichtal

Kontaktadresse:

Stadtverwaltung Kraichtal
Rathausstraße 30
76703 Kraichtal - Münzesheim

Tel.: 07250 77-0

Email: info@kraichtal.de

Programm:

26. April

Gerhard Fouquet, Kiel: Flecken und Täler im spätmittelalterlichen Südwesten. Gemeindebildungen zwischen Ruralität und Urbanität.

Alexander Sembdner, Leipzig: Warum wurden Städte gegründet? Herrschaftliche Rahmenbedingungen des Städtewesens.

Kurt Andermann, Stutensee: Die Städtelandschaft im Kraichgau.

27. April

Enno Bünz, Leipzig: Kleinstadt und Kirche. Variationen eines großen Themas.

Nina Gallion, Mainz: Städtisches Dorf und dörfliche Stadt. Grauzonen der Urbanität im Mittelrheinraum.

Michel Pauly, Luxembourg: Kleine Städte im Raum um Mosel und Maas.

Martina Stercken, Zürich: Herrschaft, Gemeinde und das Interesse am Stadtstatus. Spätmittelalterliche Konstellationen im Gebiet der heutigen Schweiz.

Gustav Pfeifer, Bozen: »… vielleicht eine der armseligsten Städte der Monarchie«. Urbane Klein- und Kümmerformen im spätmittelalterlichen Tirol.

28. April

Gerrit Jasper Schenk, Darmstadt: Zusammenfassung.

Residenzstädte im Alten Reich (1300-1800)

Kontakt

Prof. Dr. Jan Hirschbiegel
Arbeitsstellenleiter
Arbeitsstelle Kiel
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Philosophische Fakultät
Historisches Seminar
Christian-Albrechts-Platz 4
D-24118 Kiel 

 

 

Telefon: [0049] 0431/880-1484
E-Mail: jan.hirschbiegel@adwgoe.de