Der Schwerpunkt des von Christine Wulf unter Mitarbeit von Mona Dorn erarbeiteten Bandes liegt auf den Memorialinschriften der Wolfenbütteler Herzöge und ihrer Hofbediensteten. Daneben bieten die großformatigen Textilien aus dem Augustiner-Chorfrauenstift Heiningen einen herausragenden mittelalterlichen Bestand, der mit seinen komplexen Text-Bildprogrammen perspektivenreiche Einblicke in die Klosterlandschaft der Vorharzregion eröffnet. Ein weiterer bedeutender Inschriftenstandort ist die Stadt Hornburg mit ihren zahlreichen Hausinschriften aus der Zeit nach der Reformation.
Inschriften des Landkreises Wolfenbüttel und der Stadt Salzgitter
Urbanität im integrativen und konkurrierenden Beziehungsgefüge von Herrschaft und Gemeinde
Im Zentrum des Vorhabens stand die Erforschung der etwa 900 spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Residenzstädte des Alten Reichs, die zwischen dem 14. und dem frühen 19. Jahrhundert ein wichtiges Element der europäischen Urbanisierungsprozesse, der Verklammerung städtischer und adlig-höfischer Lebensformen, der Entfaltung feudaler Herrschaft und vormoderner Staatlichkeit bildeten. In interdisziplinärer Zusammenarbeit von Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Regional-, Verfassungs- und Kunstgeschichte wurden vor allem die schon quantitativ dominierenden kleinen Verhältnisse außerhalb der großen Residenzstädte in den Blick genommen, zunächst versammelt in einer vierbändigen Enzyklopädie als Teil eines neunbändigen Handbuchs.
Darüber hinaus gelten exemplarische Studien in vier Bänden mit geschichtswissenschaftlichen und kunsthistorischen Schwerpunkten der Behandlung spezifischer Fragestellungen. So wurden beispielsweise der einstige Greifensitz Barth an der Ostseeküste oder das gräfliche Mansfeld am Rande des Harzes, das Städtchen Rappoltsweiler der Herren von Rappoltstein im Elsass oder das fürstbischöfliche Brixen in Südtirol untersucht. Der Forschung unterlegt war dabei die These, dass die zu untersuchenden Sozialformen wie ‚Stadt‘ und ‚Herrschaft‘, ‚Staat‘ und ‚Hof‘ weniger antagonistisch als vielmehr komplementär und integrativ orientiert waren. Ein systematischer Ergebnisband bietet schließlich in fünfzehn Sachartikeln eine Synthese des erreichten Forschungsstandes.
Das Projekt wurde von 2014 bis 2025 bzw. 2026 als Vorhaben der Niedersächsischen Akademie der Wissenschaften zu Göttingen im Rahmen des Akademienprogramms von der Bundesrepublik Deutschland und vom Land Schleswig-Holstein gefördert.
Inschriften des Landkreises Wolfenbüttel und der Stadt Salzgitter
Akademie der Wissenschaften zu Göttingen Forschungsprojekte Deutsche Inschriften Kategorien News und Veranstaltungen Akademie
Öffentliche Buchpräsentation des neuen Bandes "Die Inschriften des Landkreises Wolfenbüttel und der Stadt Salzgitter" am 20. November 2026 um 18:00 Uhr in der Herzog August Bibliothek, Zeughaus, Schloßplatz 12 in Wolfenbüttel
Kontakt
Prof. Dr. Jan Hirschbiegel
Arbeitsstellenleiter
Arbeitsstelle Kiel
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Philosophische Fakultät
Historisches Seminar
Christian-Albrechts-Platz 4
D-24118 Kiel