Arbeitsstelle Göttingen: Arbeitsbericht 2020

Deutsche Inschriften

1. In Arbeit befindliche Einzelprojekte (Inschriftenbände)

Die Bearbeitung der Inschriften des Landkreises Wolfenbüttel und der Stadt Salzgitter (Wulf) wurde fortgesetzt. Das Corpus umfasst zurzeit 617 Inschriften incl. Jahreszahlen. 295 Inschriften sind ediert und kommentiert, für weitere 62 sind Beschreibung / Edition und Übersetzung abgeschlossen. Aktueller Schwerpunkt der Bearbeitung sind die Inschriften der Residenz Wolfenbüttel mit der Hauptkirche BMV. Die Bearbeitung der Inschriften in den Landkreisen um Lüneburg (Wehking) wurde fortgesetzt. Die Teilprojekte 1a. Lkr. Lüneburg, 1b. Lkr. Harburg und 2 Lkr. Uelzen (incl. Stadt Uelzen) sind abgeschlossen. Als nächste Teilprojekte werden die Inschriften des Landkreises Lüchow-Dannenberg und des Heidekreises bearbeitet. Der gesamte Bestand umfasst 574 Inschriften. Fertiggestellt sind 365 Inschriften. Die Arbeit an den Inschriften des Landkreises Nienburg/Weser (Kagerer) wurde fortgesetzt. Das Projekt umfasst derzeit 389 Inschriften. Die Aufnahmearbeiten sind für einen Großteil der noch erhaltenen Inschriften erledigt, für gut 200 Katalognummern liegen fertige Texteditionen vor, die Kommentierung wurde fortgeführt. Einen besonders umfangreichen Teilbestand im Landkreis Nienburg bilden die Inschriften des ehemaligen Zisterzienser-Klosters Loccum. Seit Januar 2020 werden die Inschriften des Landkreises Hameln-Pyrmont erfasst und in Epigraf eingegeben (Lampe). Der Bestand umfasst 385 Inschriften. Die wichtigsten Standorte sind Hess. Oldendorf (40 Inschriften), Hämelschenburg (25) und Bad Münder (21).

Niedersächsisches Inschriftenarchiv (Digitalisierung von Forschungsprimärdaten)
Die Inschriften der Landkreise Vechta und Wesermarsch, der Stadt Wolfsburg und der heute in die Stadt Braunschweig eingemeindeten Orte wurden als Datensätze in Epigraf angelegt.


2. Publikationen

Druck

  • Jörg Lampe, Die Inschriften in und an der Marktkirche bis zum Ende des 18. Jahrhunderts. In: Ulrike Volkhardt (Hg.), Die Marktkirche Hannover St. Georgii et Jacobi im Spiegel der Zeiten. Berlin 2021, S. 109–173.
  • Christine Wulf, Inschriften des Mittelalters – Zum „ewigen Gedächtnis“ angebracht. In: Quellenanalyse. Ein epochenübergreifendes Handbuch für das Geschichtsstudium, hg. von Maria Rhode und Ernst Wawra. Paderborn 2020, S. 172–179.
  • Beiträge zum Ausstellungskatalog: Pilgerspuren – Wege in den Himmel. Von Lüneburg bis an das Ende der Welt. Katalog zu den Ausstellungen im Museum Lüneburg (26.07.2020–1.11.2020) und Museum Schwedenspeicher Stade (3.10.2020–14.02.2021), bearbeitet von Hartmut Kühne. Petersberg 2020, darin: Bericht des Hildesheimer Bürgermeisters Henning Brandis über seine Romreise (1.7a), Abendmahlskelch mit Muscheln und Pilgerstab aus Bruchmachtersen (2.1k) (beide Wulf), Kelch aus dem Kloster Lüne (3.4a) (Wehking)

Digital

DI 100 (Stadt Lüneburg) ist auf DI Online verfügbar: http://www.inschriften.net/stadt-lueneburg.html


3. Akademische Lehre, wissenschaftliche Vorträge und Öffentlichkeitarbeit

Akademische Lehre

Lehraufträge am Seminar für Mittlere und Neuere Geschichte – Diplomatischer Apparat
WS 2019/20 Seminar ‚Einführung in die Arbeit mit Originalquellen‘ (Wulf gemeinsam mit Dr. Daniel Berger, Projekt Papsturkunden)
Betreuung einer Masterarbeit ‚Die Inschriften des Stifts Wunstorf‘ (Wulf, gemeinsam mit Prof. Dr. Hedwig Röckelein)

Vortrag

Christine Wulf, Aus der Werkstatt der Mittelalter-Epigrafik. Im Rahmen der Tagung „Inschriften edieren und kommentieren“ in Wuppertal (Graduiertenkolleg 2196 „Dokument – Text – Edition“). Der Vortrag erscheint in den Beiheften zu ‚editio‘ 2021.

Öffentlichkeitsarbeit

DI auf Twitter: Seit Sommer 2018 unterhalten die DI einen Twitter-Account (twitter.com/inschriften), der von Katharina Kagerer und Jens Borchert-Pickenhan (DI-Arbeitsstelle Halle) gepflegt wird. Mittlerweile hat das Projekt mehr als 550 Follower.

Kooperation mit dem Y-Lab (Geisteswissenschaftliches Forschungslabor für Schüler, Göttingen) und der Stiftung Denkmalschutz: Projekt ‚Lernen am Denkmal‘. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Arbeitsstelle werden im Laufe der Kooperation einzelne Formate entwickeln, z. B. zu Fragestellungen wie ‚Warum muss dieses inschriftentragende Objekt erhalten werden?‘, oder ‚Standort-Schwerpunkt Hannover – Zerstörte und verwitterte Inschriften an der Marktkirche‘, ‚Wissenschaftliche Editionen und Dokumentationen als Sicherung der historische Information eines Denkmals‘, ‚Verschiedene Portfolios orts- und themenbezogener Inschriften im Hinblick auf Schüler-Facharbeiten‘.


4. DI – Interakademisch

Internationale Epigrafik-Tagung „Über Stoff und Stein“
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Arbeitsstelle Göttingen (Kagerer/Lampe/Wulf) haben an der Internationalen Epigrafik-Tagung der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in München „Über Stoff und Stein. Knotenpunkte von Textilkunst und Epigraphik“ vom 12. –14. Februar 2020 teilgenommen. Katharina Kagerer hat eine Sektion moderiert, Christine Wulf ein Poster zum Thema ‚Tradition und Gelehrsamkeit – Mittelalterliche Textilien aus niedersächsischen Frauenklöstern‘ präsentiert.

Epidoc-Workshop
Teilnahme an einem Epidoc-Online-Workshop 22. Oktober 2020 (Kagerer, Wulf)

Lehrbuch Epigraphik
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der neun Inschriftenarbeitsstellen verfassen zurzeit kollektiv ein Lehrbuch zur Epigraphik. Die Redaktion liegt – unterstützt von einem Redaktionsteam – bei der Arbeitsstelle Bonn. Für dieses Lehrbuch sind in der Göttinger Arbeitsstelle folgende Artikel verfasst worden:
Niederdeutsch (Wulf); Bibel (Wulf); Gotische Minuskel (Wulf, zusammen mit Dr. Christine Magin – DI-Arbeitsstelle Greifswald); Ziffern (Kagerer); Abkürzungen (Kagerer); Inschriften in Metall II: Bronze- und Messingguss, Eisenguss, Inschriften in Blei (Lampe).

Registermanuale
Zurzeit wird in einer Arbeitsgruppe, die sich aus je einem Vertreter der DI-Arbeitsstellen (für die Göttinger Arbeitsstelle Wulf) zusammensetzt, ein Manuale für eine möglichst einheitliche Erstellung der Register erarbeitet. Das Registermanuale soll auch dazu dienen, die Forschungsdaten der DI entsprechend den FAIR-Data-Prinzipien zu kategorisieren.

Arbeitsgruppe Editionen
Zurzeit wird in einer Arbeitsgruppe über Editionsprinzipien der DI beraten (Kagerer).


5. Kooperationen

Corpus Electronicum Inscriptionum Latinarum Estoniae an der Estnischen Akademie der Wissenschaften in Tallinn – Prof. Dr. Kristi Viiding (Wulf)

Exzellenzcluster Universität Hamburg „Understanding Written Artefacts“: Teilnahme am Teilprojekt zu den Bronzewerken des Johann Apengeter (14. Jh.): Transkription der Inschriften (Lampe).


6. Kommissionssitzungen

Leitungskommission: Die Sitzung fand am 24.11.2020 online statt.

Interakademische Kommission: Die Sitzung der Interakademischen Inschriftenkommission fand am 30.11.2020 online statt. (Leitung Prof. Dr. Klaus-Peter Wegera, Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste).