ZIEROTIN
I.
Im verfolgten Zeitabschnitt des MAs und der Frühen Neuzeit wurden alle Z.er Besitzungen als Herrschaften bezeichnet. Außerdem waren in der Zeit vor der Schlacht am Weißen Berg die Angehörigen der einzelnen Stammlinien im wesentlichen bemüht, keinen von den Zweigen für den Hauptzweig und die anderen für Nebenzweige zu halten. In der komplizierten Struktur der Dynastie fehlte auch der Begriff »Herrscher des Hauses«, der bspw. zur gleichen Zeit in der Adelsfamilie → Rosenberg verwendet wurde. Der sofortige Wechsel des Prädikats bei dem Namen »d.J.« – »d.Ä.« nach dem Versterben eines älteren Trägers dess. Taufnamen (bei Karl d.Ä. von Z. erfolgte diese Änderung 1600) liefert nichtsdestoweniger Zeugnis von der Bedeutung der Autorität der älteren männlichen Angehörigen des Geschlechts (ungeachtet des jeweiligen Zweiges). Kaspar Melichar von Z. besaß aufgrund dessen später als inoffizielles »Geschlechtsoberhaupt« das Recht, die Stammurk.n zu unterzeichnen, und genoß eine eher informale Achtung. Alle Angehörigen des Geschlechts Z. nannten sich Herren, bzw. sprachen sich (je nach Alterskriterien) mit »Vater und Onkel« oder »Bruder und Schwager« an, und im Unterschied zu den Angehörigen anderer mähr. Geschlechter am Ausklang des 16. Jh.s nahmen sie an bzw. verwendeten sie keine nicht-traditionellen Adelstitel. Ihre Besitzungen wurden konsequent als Güter, bzw. Herrschaften bezeichnet. Dies bezieht sich auch auf die Zeit, als die Z.er zu Groß Ullersdorf (Velké Losiny) 1706 verkörpert durch die Person des Kämmerers am Hofe Ks. Karls VI. Johann Joachim von Z. in den Stand der Reichsgf.en, und 1712 in den erblichen Reichsgf.enstand erhoben wurden. Die Herrschaft Namiest an der Oslawa (Náměšť nad Oslavou) in Westmähren wurde bereits 1632 zur Gft. erhoben, was jedoch unter der Herrschaft des nachfolgenden Besitzers, des österr. Hofkanzlers Johann Baptist von Verdenberg erfolgte.
Wie schon im Teil über die Besitzungen der Z.er vorweggenommen, kann als Herrschaftsgebiet des Adelsgeschlechts Z. zum Zeitpunkt seines größten Aufschwungs, d.h. in der zweiten Hälfte des 16. Jh.s, praktisch ganz Mähren angesehen werden (insbes. dann die traditionellen Zentralorte im nördlichen und östlichen Teil des Landes, und später auch die südmähr. Herrschaften und das ausgedehnte Gebiet im W), und teilw. auch einige kleinere Gebiete in Ostböhmen. Mit einer Ausnahme, die das Lehen der Herrschaft Wallachisch-Meseritsch darstellte – ein Lehnsgut des Bf.s von Olmütz, handelte es sich immer um den freien Grundbesitz (Allodialgüter). Dank dieser Tatsache konnten die Z.er nicht nur zu den reichsten und im Zuge dessen auch politisch hochrangigen Herrengeschlechtern Mährens avancieren, sondern auch ein sehr kompliziertes und anspruchsvolles Netz von Res.sitzen mit mehreren Hauptzentren aufbauen, die den hochrangigsten Linien dieses Adelsgeschlechts gehörten (Groß Ullersdorf, Fulnek, Alt- und Neu-Titschein (Starý Jičín und Nový Jičín), Wallachisch-Meseritsch, Straßnitz (Strážnice), Lundenburg (Břeclav), Mähr.-Trübau (Moravská Třebová), Groß Seelowitz (Židlochovice), Prerau (Přerov), Namiest an der Oslawa, Rossitz (Rosice).
Versuchen wir eine chronologische Übersicht des Z.er Hofes im SpätMA und in der Frühen Neuzeit aufzustellen, müssen wir uns einerseits mit den mangelnden schriftlichen Quellen auseinandersetzen. Andererseits stoßen wir dann auf das Problem, daß es sich eigtl. nicht um einen Hof, sondern um mehrere Höfe handelt, die mit verschiedenen Zweigen des Adelsgeschlechts Z. verbunden und voneinander relativ unabh. waren, und deren höchste Blütezeit in unterschiedliche Zeitabschnitte fällt. Die ersten aussagekräftigen Informationen über die Z.er Höfe stammen aus dem Ende des 15. Jh.s, bzw. aus dem ersten Drittel des 16. Jh.s, und beziehen sich in erster Linie auf die Herrschaft Fulnek und die Persönlichkeiten Johann von Z., und später Bernard von Z. auf → Fulnek. Beide gen. Angehörigen der Adelsfamilie Z. standen im Dienste der böhm. Herrscher, bzw. der mähr. Mgf.en. Die Entfaltung des Hofes Bernards von Z. auf Fulneck ist auch auf die Lage dieser Herrschaft in der Nähe von Troppau (Opava) sowie die ursprgl. Zugehörigkeit der gesamten Herrschaft zum Fsm. Troppau zurückzuführen. Die Res. → Fulnek, und der mit ihr verbundene Z.er Hof, konnten dank dessen in der Zeit der Herausbildung der Ständegesellschaft in Mähren die Rolle einer Alternative zum untergegangenen landesherrschaftlichen Hof für die Troppauer Nobilität spielen.
Eine intensivere Entwicklung der Z.er Höfe ist jedoch erst in den 60er Jahren des 16. Jh.s zu verzeichnen, wobei sie parallel an mehreren Orten des Landes erfolgte. Einen kontinuierlich bestehenden Hof besaß die ursprgl. Linie der Z.er in Groß Ullersdorf. Kleinere Höfe entstanden in → Alt- und Neu-Titschein, und in dem unweit liegenden Wallachisch-Meseritsch sowie dem etwas südlicher gelegenen Straßnitz. Diese Höfe hatten jedoch lokalen Charakter. Von großer Bedeutung war demgegenüber der Hof des Landeshauptmanns von Mähren und namhaften Feldherrn in den Kämpfen gegen die Türken Friedrich von Z., der insbes. in seiner südmähr, Res. in Groß Seelowitz ansässig war; der Hof reichte jedoch auch bis nach Prerau, das in der vorherigen Periode im Besitz der Herren von Prerau gewesen war. Der Hof des Brandeiser Zweiges der Z.er pflegte in den 60er Jahren des 17. Jh.s Kontakte v.a. mit dieser ostböhm. Burg. Dank den Verwandschaftsbeziehungen mit den alten mähr. Adelsgeschlechtern der Herren von Lomnitz (von Lomnice) und der Herren von Leipa (von Lipé) verlegte Johann d.Ä. von Z. den Hof ab den 70er Jahren des 16. Jh.s nach und nach auf die Schlösser in Namiest und in Rossitz, wobei offen bleibt, welcher dieser unweit voneinander liegenden Schlösser der zentrale Hofsitz dieser Stammlinie war. Am Ausklang des 16. Jh.s machte sich die beachtenswerte Persönlichkeit Ladislaus Velen von Z. um die Entfaltung des Hofes in Lundenburg verdient, der dann später zum großen Teil nach NW nach Mähr.-Trübau verlegt wurde.
Die erste Hälfte des 17. Jh.s stellte für die Z.er Höfe aufgrund der politischen und religiösen Ansichten der meisten Angehörigen dieses Geschlechts eine Katastrophe dar. Den Z.ern gelang es, nur ihren Hof in Wallachisch-Meseritsch und den benachbarten Hof in Prerau aufrechtzuerhalten. Die Höfe des Wallachisch-Meseritscher Zweiges waren jedoch nur von lokaler Bedeutung. Mehr Wohlstand behielt der Hof des nordmähr. Zweiges der Z.er mit dem Hauptzentrum in Groß-Ullersdorf. Seit der Mitte des 17. Jh.s hielten sich an diesem Hof wieder interessante Persönlichkeiten auf, wobei der Anstoß dazu die Aktivitäten und politische Posten Přemyslavs III. und Johann Joachims von Z. gegeben hatten. Nur in einem beschränkten Maße wurde der Ruf dieses Hofes durch die berüchtigten Hexenprozesse beeinträchtigt, zu denen es in Groß-Ullersdorf am Ausklang des 17. Jh.s gekommen war.
II.
Der Umfang und die Struktur der Höfe Bernards von Z., Karls d.Ä. von Z., Ladislaus Velens von Z., Johann Joachims von Z. sowie weiterer Angehöriger dieser weit verzweigten Adelsfamilie hingen von ihrer momentanen politischen Stellung und den Vermögensverhältnissen ab. Die Z.er haben die Höfe bewußt und sehr flexibel der aktuellen Situation angepaßt. Bspw. der Hof Karls d.Ä. erlebte seinen größten Aufschwung zum Zeitpunkt Karls politischen Höhepunkts, als er das Amt des Landeshauptmanns bekleidete. Hingegen nach 1628 mußte er mit einer beschränkten Anzahl von Höflingen und Bediensteten auskommen. Jedoch beim Verkauf seiner Güter behielt er einige seine Höflinge und Bediensteten, und versetzte sie auf diejenige Dominien, die auch weiterhin in seinem Besitz blieben. Johann Joachim von Z. auf Groß-Ullersdorf baute als hochrangiger Hofbeamter seinen Hof in Groß-Ullersdorf nicht sehr viel aus, denn er die meiste Zeit des Jahres in der Metropole der Monarchie verbrachte.
Die erwähnten Gründe lassen darauf schließen, daß die Z.er Höfe im SpätMA und der Frühen Neuzeit mehrere Höhepunkte und Niedergänge erlebten. Generell kann der Zeitraum von der Mitte des 16. Jh.s bis 1620 als größte Glanzzeit der Z.er Adelsgeschlechter betrachtet werden. Der größte Rückgang fällt dann in die Zeit zwischen 1628 und dem Umbau des Z.er Hofstaates in Groß-Ullersdorf in der zweiten Hälfte des 17. Jh.s.
Das Problem der Aufenthaltsorte der Z.er Höfe in der Frühen Neuzeit ist wg. der weiten Verzweigung dieses Herrengeschlechts und der Häufigkeit dessen Sitze äußerst kompliziert. Für die hochrangigsten Stammlinien ist kennzeichnend, daß deren Hof die Hauptres. beeinflußte. Wenn es mehrere solche Hauptherrschaften gab, dann war in einem reduzierten Ausmaß ein Teil des Hofes auch in diesem anderen Res.sitz ansässig, ggf. die andere Hauptres. diente als Sitz für den Hof eines jüngeren Geschwisters, wobei die Höfe je nach Situation in der Familie häufig getrennt und wieder zusammengeschlossen, ggf. modifiziert wurden. In den sonstigen Nebenres.en war das Hofpersonal auf ein Minimum gekürzt. Mehr Bedienstete gab es nur zum Zeitpunkt der Ankunft der Herrschaften. Dementsprechend wurden die Größe und die Struktur des Hofes in der Nebenres. während des vorübergehenden Aufenthalts der Z.er Gäste angepaßt. Der letzte, am meisten reduzierte Teil des Hofes und des Hofpersonals war in den Z.er Stadthäusern ansässig. Das obige Modell ist maximalistisch; bei den weniger wohlhabenden oder weniger verzweigten Linien der Z.er Höfe gab es eine einfache Achse: Hauptres. – (Nebenres.) – Stadthaus (z. B. bei den Angehörigen des Straßnitzer Zweiges).
An den Z.er Höfen machte sich deutlich die allmähliche Integrationsentwicklung auch im Bereich der Hofverwaltung bemerkbar. Die Zeit vor 1600 war durch eine markante Absenz einer einheitlichen Verwaltung in jenen Fällen gekennzeichnet, wenn der Hof einer Stammlinie aus mehreren, auf den einzelnen Herrschaftsgebieten (Dominien) verteilten Teilen bestand. Erst im 17. Jh. in der Atmosphäre eines allmählichen Niedergangs bekleidete dieses Amt auf den Besitzungen Karls d.Ä. von Z. der Regent, in dessen Person die Hofverwaltung samt dem Amt des obersten Wirtschaftsbeamten verkörpert war. Der Regent hielt sich in dieser Zeit v.a. auf dem Schloß in Prerau auf, in der bedeutendsten Herrschaft der nach der Schlacht am Weißen Berg übrig gebliebenen Z.er Herrschaften. Seine Aufgabe war jedoch, die Dominien seines Herrn zu bereisen und als »Schirmherr« die Tätigkeit der Beamtenschaft zu vereinheitlichen.
Zu den andere Hofbeamten, die die Hofverwaltung ausübten, zählten die Hofmeister und Hofmeisterinnen. Auch diese Beamten waren in der Regel nur in der Z.er Hauptres. ansässig. Häufig entstammten sie dem Milieu des mähr. niederen Adels. Sie avancierten von Hofbeamten zu Freunden und Vertrauten (Bartoloměj Vanecký und Anna Vanecká von Jemnička wurden sogar samt ihren Herren in der Gruft der Z.er in Brandeis an der Adler bestattet). Eine willkommene Qualifikation für das Amt des Hofmeisters am Z.er Hof war auch die im Ausland erworbene Ausbildung, die bspw. Zdeněk Přepyský von Richenburg (Rychmburk) vorweisen konnte. Und auch die fremde Abstammung war generell von Vorteil, wie bspw. bei Velens Hofmeister Hans Speuer.
Andere Hofämter waren in der Regel mit einem konkreten Ort verknüpft, und die Amtsträger zogen nur ausnahmsweise mit ihrer Obrigkeit von Ort zu Ort um. Die Ämter dieser Art schlossen sich überdies je nach Bedeutung des Sitzes und des Dominiums, bzw. nach Häufigkeit der Anwesenheit des Dienstherrn in diesem Sitz, zusammen. Daher fällt es in einigen Fällen schwer, die Hof- und Wirtschaftsbeamten zu unterscheiden; gewisse Hofdienste übte an einigen Z.er Höfen wenigstens gelegentlich auch niederes Wirtschaftspersonal aus. Die Regelung des Alltagsbetriebs der einzelnen Z.er Sitze fiel in der Regel in die Kompetenz der Bgf.en. Sie trugen Sorge für den Bauzustand des jeweiligen Sitzes sowie für die Vorbereitung des Hinterlands des Hofes auf den Aufenthalt des Hofstaates. Ihre Aufgaben übten sie unter Zusammenarbeit mit den Landeshauptleuten aus; in einigen Fällen vermischten sich die Funktionen des Bgf.en und des Landeshauptmanns. Die Landeshauptleute der Z.er Herrschaften entstammten häufig dem niederen Adel. Obwohl diese Beamten in der Regel die für sie bestimmten Wohnungen direkt im Schloß oder im Vorschloß bewohnten, besaßen sie wenigsten seinem Prädikat entspr. (auf der Grundlage der eigenen Familientradition oder als Ausdruck der Gunst des Herrn) ein Dorf im Z.er Herrschaftsgebiet oder in dessen unmittelbarer Umgebung. Die Einkommen aus diesem Grundbesitz samt der Vergütung für die Arbeit am Hof stellten dann ihre Gesamtbezüge dar. Eine spezifische Stellung hatten in der Regel die Landeshauptleute in der Prerauer Herrschaft inne, die eine Stadtherrschaft mit Tradition einer ma. Kg.sstadt war. Einige Landeshauptleute führten ihre Herkunft auf die hiesige Stadtgemeinde zurück.
Aufgrund der vorhandenen Quellenbasis fällt es sehr schwer, eine umfassende Rekonstruktion des gesamten Verwaltungsapparats des Z.er Hofes zu liefern. Insbes. in den Hauptres.en war ein zahlr. Hofpersonal tätig, angefangen von den Dienstboten, über Hofärzte, Präzeptoren, Bibliothekare, Kellner, Küchenpersonal, Gärtner der Zier- sowie Obstgärten, eine bescheidene Musketier-Garnison, bis hin zu den Kutschern, Trägern der Tragen oder den Personen, die sich um die Stallungen kümmerten, oder diversen Hofhandwerkern. Einem Teil des Hofpersonals kann man wieder eine zentrale Rolle zuerkennen. Bspw. der persönliche Koch Karls d.Ä. von Z. reiste mit seinem Herrn von einer Res. zur anderen, und zwar direkt in dessen Gefolge, oder sogar einen Tag im Voraus, um alles Nötige für den Hof vorzubereiten und vorab zu kochen. Andererseits waren jedoch viele standardmäßige Hofposten am Hofe Karls d.Ä. gar nicht bekleidet. In einigen Fällen löste Z. diese Situation bei verschiedenen Gelegenheiten durch einmalige Rekrutierung des benötigten Personals von seinen Verwandten und Bekannten; oder beauftragte mit einfacheren Diensten die von ihm ausgewählten Untertanen.
Die Kanzlei Karls d.Ä. von Z. war in ihrer Glanzzeit Anfang des 17. Jh.s ein relativ ausgedehnter Apparat mit einigen Dutzend Beamten und Beschäftigten. Was die formale Struktur anbelangt, gliederte sich die Kanzlei damals in die priv. Kanzlei, die sich schwerpunktmäßig um die priv. Korrespondenz Karls d.Ä. von Z. kümmerte, und die obrigkeitliche Kanzlei, die das gesamte, die Verwaltung der Z.er Herrschaft und der Großgrundbesitze betreffende Schriftgut verfaßte. In den Jahren 1608-1615, als Karl d.Ä. die Funktion des Landeshauptmanns von Mähren ausübte, ggf. auch während seines Amtierens als Oberster Landrichter, bzw. Oberster Direktor der ständischen Finanzen (direktor zemských peněz), gab es neben den oben erwähnten Kanzleien auch noch die Amtskanzlei des Landeshauptmanns. Bereits sein Onkel Friedrich, der das Amt des Landeshauptmanns in den 90er Jahren des 16. Jh.s ausgeübt hatte, mußte sich damit abfinden, daß der Landeshauptmann von Mähren als oberster Beamter im Lande über keine ständigen Landeskanzleien verfügte, und insbes. in der Pause zwischen den Sitzungen der Landtage und Gerichte die administrative Agenda der eigenen Kanzlei mit Sitz in seinem Schloß oblag.
Die Z.er Kanzlei verfaßte Urk.n und weiteres Schriftgut in denjenigen Sprachen, die Z. beherrschte: in Tsch., Dt., Frz., Ital. und Latein. Bis 1620 war die dominierende Sprache Tsch.; nach 1620 gewann im Zuge der sich ändernden Verhältnisse immer mehr Dt. an Bedeutung. Angesichts der Absenz eines entspr. geschulten Personals sowie seiner Sprachkenntnisse und der persönlichen Interessen konzipierte Karl d.Ä. von Z. viele fremdsprachige Schreiben und Schriftstücke selbst.
Aufgrund dieser Tatsachen kann man Z. mit etwas Übertreibung als exekutives Oberhaupt seiner eigenen Kanzlei betrachten. Dies belegt nicht nur eine beträchtliche Anzahl von eigenhändig geschriebenen Schriftstücken oder diktierten Briefen, Bemerkungen in der Korrespondenz zu den aktiven Eingriffen in den Betrieb der Kanzlei, sondern auch die Ausstattung seiner Res.en – sein Zimmer war mit Schreibtisch mit Schubladen (mit Schriftstücken, Leerblättern und weiterem Bürobedarf) eingerichtet. Eine unersetzliche Rolle spielten in der Z.er Kanzlei seine Sekretäre, die je nach Sprache und Art der Agenda gegliedert wurden. Diesen waren die Schreiber, wieder nach der Sprache und der zu erledigenden Aufgaben gegliedert, unterstellt. Der hochrangigste dieser Schreiber begleitete Z. während dessen zahlr. Reisen; und sollten sie für eine längere Zeit verreisen, nahmen sie Bücher für die Aufzeichnung der Konzepte von Briefen mit. Die sonstigen Schreiber bildeten den Kern der Kanzlei, der im Z. Hauptsitz, in der Regel in Rossitz, verblieb. Es seien hier jedoch auch diejenigen Schreiber erwähnt, die in den einzelnen Z.er Res.en während der Abwesenheit der Obrigkeit tätig waren, und zumeist die obrigkeitliche rechtliche oder wirtschaftliche Agenda bearbeiteten. Ihnen waren diverse Kanzleigehilfen unterstellt, und auf der niedrigsten Stufe der imaginären Hierarchie standen die Boten, die mit Schreiben und Anordnungen die Z.ier Herrschaft sowie die Gebiete außerhalb der Herrschaft bereisten.
Für den Betrieb des Hofes Karls d.Ä. von Z. sowie der Höfe der anderen Stammlinien war ein gutes wirtschaftliches Hinterland erforderlich, das zum größten Teil der obrigkeitliche Großgrundbesitz bildete, der sich auf die Hofwirtschaft mit dominierendem Pflanzenanbau und Viehzucht stützte. Dank der geogr. Lage der Z.er Güter konnten die regionalen klimatischen Schwankungen gewissermaßen eliminiert werden, ggf. verschiedene Herrschaften konnten sich auf die auf herrschende klimatische Verhältnisse abgestimmte Produktion spezialisieren. Auf den Dominien Karls d.Ä. von Z. und seiner nächsten Verwandten lag der Schwerpunkt der Produktion, bspw. der Herrschaft Rossitz und Namiest, im Getreideanbau und der Fisch- und Schafzucht; in der im Vorland liegenden Herrschaft Brandeis an der Adler wurden neben der Schaf- und Schweinezucht auch technische Pflanzen angebaut, und diese Pflanzen sowie Wolle im Hauswerk, ggf. in externen Manufakturen verarbeitet. In der Herrschaft Drzewohostitz (Dřevohostice) wurde Hopfen angebaut, und in den südmähr. Herrschaften der Z.er stellte die Grundlage der dortigen Wirtschaft der Weinbau und die Weinherstellung dar. Die Herrschaft Wallachisch-Meseritsch in der Region Beskiden spezialisierte sich auf Holzgewinnung in den Wäldern sowie die Herstellung von speziellen Produkten aus Holz, einschließlich der hochwertigen Schindeln zum Dachdecken.
Der Handel in den Z.er Herrschaften des SpätMAs und der Frühen Neuzeit verlief nicht bes. intensiv, und die Großgrundbesitze waren nur beschränkt an den Fernhandel angebunden. Die im Rahmen des Großgrundbesitzes produzierten Güter landeten in der Regel direkt auf dem Tisch der Obrigkeit (einige Meierhöfe und weitere Gutsbetriebe des Großgrundbesitzes spezialisierten sich auf die Versorgung, z. B. der Hof in Perná bei Brandeis an der Adler, der Hof in Předmostí bei Prerau, die Meierhöfe der Schlösser in Drzewohostitz und Rossitz, die Höfe der Wiedertäufer in der Herrschaft Groß-Seelowitz und in Pausram/Pouzdřany); je nach vorherrschender Produktion der Höfe spezialisierte sich auch das Hofpersonal), oder sie wurden auf die örtlichen Märkte, ggf. in Form von Zwangskauf an eigene Untertanen geliefert. Nur ein Teil der Produktion, zumeist Sonderprodukte, wurde gegen Waren im Rahmen des Tauschhandels getauscht, und zwar innerhalb der Herrschaften einer Stammlinie oder der Besitzungen verschiedener Stammlinien sowie ganz frei. Ein typisches Beispiel hierfür ist der Tauschhandel der spezialisierten Produktion zwischen den Z.ern in Wallachisch-Meseritsch und in Straßnitz. Die in den Beskiden hergestellten Schindeln und andere Erzeugnisse aus Holz wurden gegen südmähr. Wein getauscht, der nach Wallachisch-Meseritsch geliefert wurde.
Der durch die obrigkeitliche Produktion erbrachte Gewinn erschloß den Z.ern darüber hinaus die Möglichkeit, die Waren auch außerhalb des Großgrundbesitzes, bzw. außerhalb der eigenen Herrschaft anzukaufen, und in dieser Weise die sämtlichen Bedürfnisse des Hofes abzudecken. Sämtliche Waren, einschließlich der Luxusgüter und künstl. Gegenstände, wurden in erster Linie in Prag (Praha), Iglau (Jihlava), Brünn (Brno) und in Olmütz (Olomouc) gekauft. Im Zusammenhang mit Karl d.Ä. von Z., dessen Hof auf diesem Gebiet im Vergleich zu den sonstigen Z.er Höfen am höchsten entwikkelt war, sei hier auf die bedeutende Rolle der Agenten in den europ. Metropolen, v.a. in Wien, Como, Straßburg, Paris und Genf, hingewiesen. Eine spezifische Stellung besaß dann der Wiener Händler Gieronimo Bonacina (später wurde er zum ksl. Kammerrat ernannt und in den Adelsstand erhoben). Bonacina besorgte Z.er die Ware, sei es ausgelesenes Gemüse und andere Lebensmittel, ital. Wein, oder künstl.-handwerkliche Erzeugnisse und Kunstwerke. Und er vermittelte bspw. auch den Auftritt der Wiener Musiker im Rahmen der Z.er höfischen Feste.
Karl d.Ä. von Z. versammelte um sich primär die Angehörigen seiner Familie und Freunde, die zum mähr. Adel sowie Adligen aus den Nachbarländern gehörten. Zu einigen Persönlichkeiten pflegte Karl Kontakte mehr oder weniger sein ganzes Leben lang. Andererseits erfuhr dieser Bereich Änderungen im Zuge Karls neuer Stellung und Lebenslage. Wenn es jedoch ab und zu Situationen gab, daß die Gesellschaft in größerer Anzahl zusammentraf, beschwerte er sich, er könne sich aufgrund dessen weder auf Heilung seiner Krankheiten, noch auf die Korrespondenz konzentrieren. Zeitw. weilten in Z.s Res.en adlige Gäste in Scharen. Zu den häufigsten Besuchern zählte bspw. Adam d.J. von Waldstein. Einige seiner Aufenthalte waren von Familiencharakter; sie haben bspw. zur Vermittlung der Vermählung Adams mit Johanna Emilia von Z. sowie der Vermählung Karls d.Ä. von Z. mit Adams Schwester Katharina von Waldstein beigetragen. Unter den weiteren »Stammgästen« aus dem Umkreis der Familie in Z.s Res.sitzen findet man Friedrich, Johann Denis (Jan Diviš) und Kaspar Melichar von Z., Bohunka von Z., Zdeněk Brtnický von Waldstein, Adam und Zacharias Slawata, Wilhelm von Rouppa (Roupov), Katharina von Kunstadt (Kunštát), Ji- řík von Hoditz, Baltassar von Z. und v.a. An Karls Hof wurden auch die Söhne seiner Verwandten und Freunde erzogen. Eine bes. Stellung besaßen diejenigen Adligen, die sich an Z.s Hof langfristig aufhielten. Bartoloměj Vanecký von Jemnička war jahrelang Z.s Hofmeister, und eine stabile Position nahm später auch Zdeněk Přepyský von Richenburg ein.
Die an Z.s Hof weilenden Gefährten sollten auch intellektuelle Rolle spielen. Einige Besucher kamen aus entfernter gelegenen Regionen, oder reisten durch Europa und vermittelten Z. neue Informationen oder ideelle Anstöße. 1606 war auf Z.s Schloß der ital. Graf Alfons de Monteglio zwei Wochen lang zu Gast, der Dtl., Nordeuropa und Rußland bereist hatte. Ein Jahr später hielt sich bei Z. ein anderer Italiener auf – Lodovico Petrucci; Karl d.Ä. von Z. setzte sich für Petrucci bei dessen Bewerbung um den Eintritt in die Dienste der Republik Venedig ein. Zu dieser Gruppe von Intellektuellen zählen auch einige Theologen, Philosophen und Ärzte. u. a. auch Johann Amos Comenius und Johann Crato von Craftheim, der für die Z.er Lobgedichte verfaßte.
Im Rahmen ihrer Kavaliersreisen besuchten Z.s Hof viele junge Adelige, und hier gewisse Zeit verbrachten. 1596 gewährte der Hof in Drzewohostitz Adam Mettener zwecks seiner Genesung und Ausbildung Unterschlupf, und Karl d.J. von Z. fand in Prerau Zuflucht vor der Pest. Diese Gäste traten auf Z.s Schlössern in Kontakt mit Karls adeligen Hofbeamten, wie bspw. mit dem Hofmeister Marco Antonio Lombardo, Menhart von Accdorf oder Jiří Džbanovský. Eine ähnliche Rolle spielten in Prerau Volf Meziříčský von Kozlov und Magdalena Gbelská von Gbelsko. In den 30er Jahren des 17. Jh.s übte das Amt des Hofmeisters Martin Krato von Stornfeld aus, den man am Ausklang Z.s Lebens für den nächsten Vertrauten des alternden mähr. Aristokraten halten kann. Eine ähnliche Stellung besaßen auch Jindřich Vodický von Jemník, Jiří Wenzel Mitrovský von Nemischl [Nemyšl], Zdeněk Přepyský von Richenburg oder der Hofmeister Sakmiller.
Die Z.er Höfe in der Epoche der Renaissance und des Manierismus zeichneten sich dadurch aus, daß die Mehrzahl der Persönlichkeiten hier eher »virtuell«, und nicht physisch, anwesend war. Einige Gäste besuchten den Hof nur einmal oder gelegentlich; umso mehr waren diese Persönlichkeiten jedoch dank dem Schriftverkehr mit den Schloßherren präsent. Kennzeichnend ist, daß es sich in vielen Fällen um Persönlichkeiten europ. Ranges handelte, die aus den böhm. Ländern sowie verschiedenen Teilen Europas stammten, und sowohl aus dem aristokratischen Milieu, als auch der Welt der Gelehrten kamen. Die erstgenannte Gruppe repräsentierten bspw. die hochrangigen österr. Adeligen Reichard von Starhemberg und Georg Erasmus Tschernembl, der poln. Magnat Andrzej Rej von Naglowice (verwandt mit dem namhaften poln. Humanisten Mikołaj Rej). Von den Gelehrten seien hier in erster Linie Calvins Nachfolger aus Genf Theodor von Beza (Théodore de Bèze) oder der Theologe Otto Casmann aus dem norddeutschen Stade gen. In einer ähnlichen Weise pflegte der Z.er Hof die Kontakte auch in weiblicher Linie, bspw. mit Maria Manrique de Lara oder mit Polyxena von → Lobkowitz.
Zu seinen Freunden und hochrangigen Höflingen zählte Karl d.Ä. von Z. auch einige Landeshauptleute und Beamte, die seine Herrschaften verwalteten. Diese Bediensteten waren in der Regel fest mit einem Dominium, bzw. auch mit einem Sitz Z.s verbunden. Unter spezifischen Umständen begleiteten sie jedoch Karl d.Ä. auch an andere Orte. Zumeist handelte es sich um Angehörige des niederen Adels, Landedelleute (zeman), deren Güter an die Z.er Besitzungen angrenzten. Einige von ihnen waren ursprgl. Karls Untertanen, und Z. setzte sich für deren Erhebung in den Adelsstand ein. Tomáš Soběhrd von Kozlov gelang es, das Vertrauen seines Herrn zu gewinnen, so daß ihn Karl d.Ä. von Z. nach dem Verlust Namiests nach Prerau verlegte. Mikuláš Pitruše agierte in Karls Diensten in Prerau, wo er früher auch in Friedrichs von Z. Dienst gestanden hatte. Václav Sudlička von Borovnice war wiederum einer der Angehörigen dieses niederen Adels, der in Z.s Dienst in Brandeis an der Adler stand. Unter Z.s Landeshauptleuten und Beamten findet man auch weitere Adelige. Viele von ihnen haben durch ihren Einfluß Karls Hof deutlich geprägt. Zu ihnen zählen bspw. Ondřej Číhal Krhovský in Rossitz oder Vilém Kynast von Kynast und Okrašovice in Trebitsch (Třebíč), die als Hauptbeschützer verfolgte Geistliche der Brüderunität in Schutz nahmen, und Karl geholfen haben, die Auswege für deren Verbleib auf Karls Landgütern und Res.en trotz der Maßnahmen der gegenreformatorischen Dekrete zu finden. Andererseits leiteten sie die Umbauarbeiten der Schlösser ein, oder veranstalteten verschiedene Hoffeste. Bedeutende Männer hatten jedoch den Posten des Landeshauptmanns auch an anderen Z.er Höfen inne. Bspw. Jan Urban von Domanín, der Landeshauptmann Ladislav Velens von Z. auf Lundenburg, hinterließ in seinen Memoiren sein Zeugnis über die Kämpfe gegen Stephan Bocskai, und der Groß-Seelowitzer Landeshauptmann Friedrichs d.Ä. von Z. – Matthias Matúška von Topoltschan (Topol'čany) – beschrieb in einer Schrift nicht nur die Kriege gegen die Türken am Ende des 16. Jh.s, sondern auch deren konkrete wirtschaftliche Konsequenzen.
Den Charakter des Hofes Karls d.Ä. von Z. ergänzte eine weit verzweigte Struktur von niederen Hofbediensteten und Personal. Zu ihnen zählten bspw. die Verwalter der Z.er Häuser in Brünn und in Olmütz, und vorübergehend auch in Prag und Iglau. Der Verwalter des Hauses in Brünn Jiří Roucký war auch ein hochrangiger Bürger. Den Z.er Hofmeistern und Landeshauptleuten waren niedere Hofbeamten unterstellt. Ferner unterstanden ihnen Kämmerer, Lakaien, Schloßdiener und Dienstbote (diese wurden unter den Untertanen ausgesucht, und sorgten für den Betrieb des adligen Haushalts). Nicht zuletzt seien hier die Schreiber und diverse Angestellte der obrigkeitlichen Kanzleien gen. Bspw. der Schreiber Zikmund Klikošovský war ja die allerletzte Person, an die Z. kurz vor seinem Tod sein Schreiben richtete. Einige Schreiber wurden auf der Grundlage ihrer gut geleisteten Dienste nach bestimmter Zeit in ein höheres Amt befördert; es wurde ihnen bspw. das Amt des Landeshauptmanns verliehen.
Die Ärzte waren an den Z.er Höfen praktisch immer anwesend. Wobei man unter ihnen auch einige namhafte Persönlichkeiten, bzw. humanistische Gelehrte findet. Es seien hier wenigstens folgende gen.: der Leibarzt etlicher Ks. aus dem Haus Habsburg – Johann Crato von Craftheim aus Breslau, und Wenzel Lavinus von Ottenfeld, der, nachdem er den Dienst bei den Z.ern verlassen hatte, nach Prag umzog, und hier Kontakte mit dem Umkreis der rudolfinischen Alchemisten knüpfte, und in der Prager Altstadt (Staré Město pražské) eine Werkstatt für die Herstellung des »Allheilmittels« eröffnete. Sein Neffe Matthias Lavinus von Ottenfeld, gen. Timinus, studierte mit finanzieller Unterstützung Karls d.Ä. von Z. Medizin, wirkte für einige Zeit auf Karls Anraten auch als Leibarzt Petr Voks von → Rosenberg, und nach der Rückkehr nach Mähren wurde dank Z.s Unterstützung Landesarzt von Mähren. Eine lange Zeit war auch Laurentius Suchart in den Diensten Karls d.Ä. tätig, mit dem Karl d.Ä. von Z. häufig auch solche Fragen diskutierte, die weit über den Rahmen der Gesundheit und Krankheiten hinausgingen. Karl d.Ä. von Z. spielte in diesem Bereich überdies auch die Rolle eines Vermittlers, indem er eigene Hofärzte häufig an die Höfe seiner Verwandten und Freunde entsandte. Wenzel sowie Matthias Lavinus von Ottenfeld und Laurentius Suchart bildeten infolge dessen den Kern eines Netzes, zu dem praktisch alle hochrangigen aristokratischen Höfe in Mähren verknüpft waren. An Z.s Höfen erschienen jedoch auch weitere Ärzte, die sich hier kurzfristig bei der Verschlechterung seines gesundheitlichen Zustands aufhielten, ggf. ihn nur besuchten und mit ihm persönlich, oder auch nur schriftlich, seine Gesundheitsbeschwerden besprachen. Bspw. der namhafte Arzt Matthias Borbonius von Borbenheim reiste von Prag nach Drzewohostitz, und Jan Jakub Vadeborn von Olmütz nach Prerau. »Hausbesuche« an Z.s Hof machten bspw. auch die Ärzte Lucas Giller und Leander. Von einem verwickelten Netz von Beziehungen an Z.er Höfen zeugen übrigens auch die Namen der Leibärzte Ladislaus Velens von Z. auf Mähr.-Trübau. Eine lange Zeit hielt sich der ital. Arzt Bonacina in Lundenburg und in Mähr.-Trübau auf. Er widmete sich wahrscheinlich ähnlich wie Wenzel Lavinus der Alchemie, und seinem Arbeitgeber und Mäzen dedizierte er zur Würdigung dessen sapientia, prudentia, humanitas, liberalitas die alchemistische Schrift Compendiolum de praeparatione auri potabilis veri M. E. Bonacinae d. medici Mediolanensis. Bonacinas Vorgänger am Hof in Mähr.-Trübau war Franciscus Rentzius gewesen. Rentzius' medizinisches Wissen schätzte auch der Bf. von Olmütz Franz von Dietrichstein, der ihn i.J. 1614 mit den Worten der edlehochgelehrte unser liber Franciscus Rentzius, der Erznei doctor, als des Heren [von Zerotin] Leibmedicus charakterisierte. Nachdem Rentzius Mähr.-Trübau verlassen hatte, um für seinen Nachfolger Bonacina die Stelle des Arztes freizumachen, zog er an den Hof des nordmähr. Zweiges des Z.er Geschlechts in Groß Ullersdorfum (Hrubý, Ladislav Velen ze Žerotína, S. 48-49).
Eine bedeutende Stellung besaßen am Hofe Karls d.Ä. von Z. selbstverständlich sein ganzes Leben lang die Präzeptoren, wobei viele von ihnen die oben erwähnten Hofärzte waren. Einerseits unterrichteten und erzogen diese Hauslehrer die jungen Knaben (jedoch auch Mädchen) an den Z.er Höfen, in deren mähr. Schulen sowie auf den Stammschlössern der Z.er; andererseits begleiteten sie ihre Zöglinge während deren Studien- und Kavaliersreisen durch Europa. Sie wurden aus den namhaften Gelehrten Mitteleuropas ausgesucht. Angesichts des religiösen Bekenntnisses der meisten Angehörigen des Geschlechts Z. handelte es sich in der Regel um Philippisten (Anhänger Philipp Melanchthons), Kryptokalvinisten, ggf. Anhänger des Kalvinismus. Bspw. Esram Rüdiger war Hauslehrer Karls d.Ä. von Z. – auch dank der Stiftungstätigkeit von dessen Vater Jan d.Ä. von Z. an der Akademie der Brüdergemeinde in Eibenschütz (Ivančice) (wo jedoch auch Neuutraquisten und Anhänger der Lutherischen Kirche studierten). An Z.s Hof wirkte auch der Breslauer Gelehrte Johann Crato von Craftheim als Lehrer, der später Korrespondenzpartner des jungen Karl von Z. war. Ferner treffen wir auf die Namen Wenzel Lavinus von Ottenfeld, Laurentius Cirkler von Goldberg, Pavel Novodvorský von Pozdětín. Karl d.Ä. von Z. engagierte als Betreuer für seinen jüngeren Bruder Johann Denis während dessen Aufenthalte an den westeuropäischen kalvinistichen Universitäten und Akademien Amandus Polanus von Polansdorf aus Basel. Johann Rozinus und Giorgio Cambiagio begleiteten den Enkel Karls d.Ä. von Z. Karl Bruntálský von Vrbno während dessen Reisen durch Italien. Die bei den Z.ern tätigen Präzeptoren stellten in ihre Dienste auch die Angehörigen des weiteren Familienumkreises, ggf. des Umkreises der »Herren und Freunde«. Eigene Erzieher und Lehrer hatten auch beide Töchter Karls des Ältern von Z. – Bohunka und Alena. Deren Erziehung beaufsichtigten in Rossitz, Prerau und Drzewohostitz die Z.er Hofmeisterinnen (dem niederen böhm., bzw. mähr. Adel entstammend) Anna Vanecká von Jemnička und Magdalena Gbelská. In der frühen Kindheit lernten die Mädchen Schreiben und Dt.; später wurde ihnen bspw. auch die Kenntnis der biblischen Schriften beigebracht.
Wie generell alle Z.er Höfe war auch der Hof Karls d.Ä. von Z., der Tradition entspr., mit den jeweiligen Höfen seiner Gemahlinnen verknüpft (Karl d.Ä. von Z. hatte vier Ehefrauen nacheinander – Barbora Krajířová von Krajek, Eliška Krajířová von Krajek, Katharina Anna von Waldstein und Katharina von Waldstein). Ein typisches Beispiel für solche Verbindungen stellen Bartoloměj Vanecký und Anna Vanecká, Wilhelm und Barbara von Kynast, Zdeněk Přepyský und Anna Přepyská von Richenburg dar. Indem die Männer in der Regel formell zu Karls Hof gehörten, betreuten deren Gattinnen den weiblichen Teil des aristokratischen Hofes. Jedoch bspw. Katharina von Waldstein erteilte bedenkenlos Anweisungen und Befehle auch dem Personal ihres Ehemannes. Auf den Charakter Katharinas Hofes wirkte sich auch die Tatsache aus, daß sie als souveräne Besitzerin der Herrschaft Trebitsch auftrat. Ihr Personal und ihre Bediensteten stammten daher häufig gerade aus dieser Gegend, wovon bspw. die Anwesenheit von Tobiáš Hlaváček Kamenický auf Brandeis aus dem Markt Kamenitz in der Herrschaft Trebitsch zeugt.
Die Z.er Frauen bildeten im spätrenaissancezeitlichen Mähren eine beachtenswerte Gesellschaft, die gegenseitige Besuche, Schriftverkehr sowie Aushilfe pflegte. Die weiblichen Angehörigen der Verwandtschaft trugen bspw. mit ihren Ratschlägen und organisatorischer sowie direkter Unterstützung zum Zustandekommen diverser festlicher Veranstaltungen an den Z.er Höfen bei, deren Organisation mit eigenem Personal nicht bewältigt werden konnte. Diese weibliche Solidarität zeichnete sich in der Zeit des beginnenden Konfessionalismus überdies durch gewisse konfessionsübergreifende Toleranz aus, die insbes. zum Zeitpunkt der Bestrafung der aufständischen böhm. Stände und der Konfiskationen nach der Schlacht am Weißen Berg 1621-1636 zum Ausdruck kam.
Der Z.er Hof war auch das Ziel vieler junger adeliger Damen, die in den Dienst der Z.er Frauen traten. Hier hat man ihnen vornehmes, für Damen der Renaissance unentbehrliches Verhalten beibringen sollen. In den 30er Jahren des 17. Jh.s hielt sich bspw. auf dem Schloß in Brandeis die junge Adelige Anna Javornická von Javorník, in Vratislav Katharina Olbramská von Štěkře. Am Hof Ladislaus Velens in Mähr.-Trübau gehörten Anežka Dobřenská von Dobřenice und Elisabeth Vizovská zum Hof der Hausherrin. Die letztgenannte zeigte in ihrer Korrespondenz tiefe Reue über den Untergang des Hofes, zu dem es nach Z.s Emigration gekommen war.
Stiftungen, Mäzenatentum und Gewährung von Unterstützung unterlagen ähnlich wie die Ausdrucksmittel der Hofkultur an den Z.er Höfen im Wesentlichen der konfessionellen Zugehörigkeit der einzelnen Zweige des Geschlechts, obwohl es auch auf diesem Gebiet genug Freiraum für individuelle Präferenzen der einzelnen hochrangigen Angehörigen des Geschlechts gab. Johann d.Ä. von Z. und dessen Sohn Karl d.Ä. von Z. zählten um die Wende des 16. zum 17. Jh. zu den bedeutendsten Förderern der Brüderunität (Jednota bratrská). Die Z.er unterstützen sowohl die kirchlichen Institutionen, als auch einzelne, dem kirchlichen Milieu entstammenden Persönlichkeiten. Von den Institutionen der Brüderunität sei hier in erster Linie die Brüderhochschule in Eibenschütz gen. (ihre Blüte fällt in die 70er und 80er Jahre des 16. Jh.s), an der auch bedeutende Adeligen studierten, die Anhänger der Böhm.en Brüder sowie der lutherischen Kirche waren Karl d.Ä. von Z. und Karl von Liechtenstein), und namhafte ausländische Lehrer unterrichteten (Esrom Rüdinger). Zu den erwähnenswerten Einrichtungen zählen weiter das Bibelübersetzungszentrum und die Druckerei der Brüderunität. 1578 erfolgte die Verlegung der Brüderdruckerei von Eibenschütz an die Z.er Güter im Dorf Kralitz (Kralice nad Oslavou), die zur Herrschaft Namiest gehörte. Karl d.Ä. versuchte auch, eine Brüderhochschule in Prerau nach dem Vorbild der westeuropäischen Adelsakademien zu gründen. Dieses Vorhaben war jedoch infolge der damals herrschenden Verhältnisse nicht allzu erfolgreich. Die Z.er förderten auch die Entstehung und die Tätigkeit der einzelnen Gemeinden der Brüderunität praktisch in allen ihren Herrschaften; insbes. diejenigen Angehörigen des Geschlechts, die Anhänger der Lutherischen Kirche und Neuutraquisten waren, traten auch für evangelische Pfarrgemeinden ein. Wir können hier eine ganze Reihe von Geistlichen und Ältesten der Brüdergemeinde nennen (Johann LAecius, Georg Erastus, Laurentius Justýn, Isaias Cibulka, Georg Strejc und v.a.). Zu den namhaftesten Persönlichkeiten zählten jedoch zweifelsohne der Arzt Matthias Lavinus von Ottenfeld, und v.a. der Theologe und Pädagoge Johann Amos Comenius. Karl d.Ä. von Z. war Comenius' erster Mäzen, und kam für dessen Studium in Herborn und Heidelberg sowie den Aufenthalt in Lissa (Leszno) in Großpolen auf. Comenius widmete seinem Förderer die Schrift Das Labyrinth der Welt und das Paradies des Herzens, und verfaßte für ihn die heute verschollene Schrift über die Geschichte des Geschlechts Z. Auch der radikal gestimmte Ladislaus Velen von Z. förderte Comenius. Comenius dedizierte ihm 1624 (1627) die bekannte Karte von Mähren, die u. a. milit. Zwecken dienen sollte (Ladislaus Velen kämpfte damals an der Seite der Koalition gegen die Habsburger, und versuchte, Mähren für das protestantische Lager wieder zurück zu gewinnen).
Der etwas profanere Charakter des Hofes Ladislaus Velens von Z. zog in die Dienste der Obrigkeit einige interessante Künstler an, z. B. den Organisten Johann Tödtenwolf aus Mähr.-Trübau oder dessen Kollegen David Miller. Vom Niveau der Musikkultur am Hof in Mähr.-Trübau zeugen übrigens auch die hier aufgefundenen Partituren.
Katholische Stiftungen sind für die Z.er bis zum Barock kennzeichnend, und sie können insbes. mit den Rekatholisierungsbestrebungen des Groß Ullersdorfer und Wallachisch-Meseritscher Zweiges der Z.er in Verbindung gebracht werden.
Einen typischen Bestandteil des renaissancezeitlichen Hoflebens stellten auch diverse festliche Veranstaltungen dar, und zwar trotz der mäßigen Lebensweise Karls und seines zurückhaltenden Verhältnisses zum rudolfinischen Manierismus, der hingegen seine Spuren bspw. am Hof von Karls Neffen Ladislaus Velen von Z. auf Mähr.-Trübau und Lundenburg hinterließ. Karl d.Ä. von Z. lehnte angeblich profane Musik ab, und daher tönte auf seinen Schlössern, mit wenigen Ausnahmen, v.a. die geistliche Musik.
Die eindrucksvollsten festlichen Veranstaltungen am Hof Karls d.Ä. von Z. waren wahrscheinlich Kindtaufen, Hochzeits- und Begräbnisfeiern. Z. nahm an vielen solchen Feiern auch an den Höfen seiner Verwandten und Freunde teil. In einigen Fällen war er Taufpate, oder er ließ sich wenigstens vertreten. Karl von Z. und Katharina von Waldstein teilten dann einander ihre Erlebnisse aus diesen Feiern in ihren Schreiben mit.
Karl d.Ä. von Z. heiratete in seinem Leben viermal. Und seinen Töchtern richtete er drei Hochzeiten aus. Darüber hinaus richtete er auch Hochzeiten einigen seinen Bediensteten aus. Dabei wurde immer nach einem wiederholten Ritual vorgegangen. Die Hochzeitsfeier mußte mit gewissem zeitlichem Vorsprung vorbereitet werden. An den Vorbereitungen nahmen die ganze Familie sowie die obrigkeitliche Beamtenschaft teil. Und mit der Aufsicht darüber wurde am Hof Karls von Z. eine vorab bestimmten Person beauftragt; an Z.s Hof übte diese Rolle jahrelang Anna Vanecká von Jemnička aus. Karl d.Ä. von Z. kümmerte sich persönlich um die Bestellung derjenigen benötigten Sachen, mit deren Anschaffung man sich an andere Adelige wenden mußte. Bspw. 1596 bei der Hochzeit mit Eliška Krajířová von Krajek hat er Karl von Liechtenstein um die Zurverfügungstellung dessen Hofschneiders gebeten, der mit dem Schneidern des Brautkleids beauftragt wurde. Bei solchen Veranstaltungen mußte Z. auch viele Köche engagieren, denn nur seine eigenen wären zu wenig gewesen. Karl ließ bspw. in einem Schreiben an Friedrich von Z. den erfahrenen Landeshauptmann Matthias Matúška von Topoltschan holen, der als Tafelmeister zur Verfügung stehen sollte. In Wien wurden Hochzeitskutsche, Sessel, Leder- und Seidentapeten und ital. Tuch bestellt. Man schickte nach einem Schneider aus Wien, der aus gekauften Stoffen Festkleid schneidern sollte. Am Wiener Markt wurden bei solchen Gelegenheiten auch Luxuslebensmittel gekauft; es wird bspw. die Süßware erwähnt.
Noch vor der Hochzeitsfeier mußte der gesamte Schloßsitz vorbereitet werden. Die voraussichtlichen Gäste wurden in einem Schreiben aufgefordert, ihre Teilnahme zu bestätigen und die Größe deren Gefolgschaft wissen zu lassen. Auf der Grundlage dieser Informationen konnte man dann die Mahlzeiten sowie die Unterkunft vorplanen. Bspw. an der Hochzeit mit Eliška Krajířová nahmen Hanuš Petřvaldský von Petřvald auf Ratchitz (Račice) mit seiner Ehefrau, Viktorin von Z. auf Neu-Titschein, und Z.s Agent, Hofmeister und Freund Marco Antonio Lombardo teil, der aus dem Ausland hin reiste. Gianpietro Orchi von Como entschuldigte sich, wg. der beträchtlichen Entfernung nicht kommen zu dürfen. Orchi schichte Karl wenigstens einen aus Nashorn- Horn geschnittenen Kelch – ein Kunstwerk, das auch für die Kunstkammer Ks. Rudolfs II. ein Schmuckstück gewesen sein könnte. Ungefähr eine Woche vor der Hochzeit reiste Z. nach Böhmen seiner künftigen Ehefrau entgegen. Er fuhr in einer neuen soeben aus Wien gelieferten Kutsche, wobei angespannt waren, bzw. die Kutsche begleiteten, alle Pferde aus den Schloßstallungen.
Auf der Hochzeitstafel wurden verschiedene Fleischsorten serviert. Von den kulinarischen Köstlichkeiten gab es Parmesan, Schinken, gesalzene Zungen, »welsche« Zungen und frischen Stör. Zum Nachtisch wurden Südfrüchte gegessen. Die Feinbäcker aus Wien bereiteten verschiedene Süßspeisen und Bonbons zu. Einige davon wurden bis aus ital. Bergamo, die Oliven aus Como gebracht. Es wurde Rheinwein, Muskatteler und Malvasier getrunken. Das Bedienpersonal trug neu geschneiderte einheitliche Livreen. Die Feier wurde mit Musik umrahmt, auf Z.s Wunsch »eher ernsthaft«. Die Musik wurde von vier Musikern aus Wien dargeboten.
Ähnlich wurden auch die Z.er Begräbnisfeiern organisiert, obwohl mit ernsthafter Atmosphäre. Auch an ihnen nahmen die ganze Familie sowie der weite Umkreis von Verwandten und Freunden teil. Auch in diesem Fall mußten viele Köche, nun aus Austerlitz (Slavkov) von Ulrich von Kaunitz, aus Znaim (Znojmo) von Wilhelm von Ruppa und aus Namiest von Johann Denis von Z. gemietet werden. Johann Diviš stellte auch einen Pastetenbäcker zur Verfügung. Es wurde auch Wild und Forelle gegessen. Karl d.Ä. begleitete dann im Trauerzug seine verstorbene Ehefrau von Rossitz nach Brandeis an der Adler (wo er später beigesetzt wurde).
Am Hof Ladislaus Velens von Z., der ein eifriger Anhänger des Manierismus war, fanden auch einige sonderbare Feste statt, die in der rudolfinischen Gesellschaft gewöhnlich gewesen waren, z. B. zeremonielle Taufe des gefangen genommenen türkischen Knaben u. Ä.
Ähnlich wie es bei den Stiftungen der Fall war, wurde auch der Bereich der feierlichen Veranstaltungen nach der Schlacht am Weißen Berg am Z.er Hof in Groß Ullersdorf barockisiert und rekatholisiert. Zu diesen Ereignissen kamen daher außer der Jagd im Altvatergebirge auch diverse kirchliche und höfische Feste in Wien, Schönbrunn sowie in Groß-Ullersdorf hinzu. Selbst die Gf.in Luise Wilhelmine von Z. sang bei verschiedenen festlichen Veranstaltungen in einem Chor.
Quellen
Siehe A. Zierotin.
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