MONTFORT
I.
Burg Rothenfels (1353 Rottenvels die burhk), Höhenburg auf einer steil abfallenden Bergnase nordwestlich von I., zusammen mit der als Vorburg fungierenden Burg Hugofels Mittelpunkt der 1471 zur Reichsgft. erhobenen Herrschaft Rothenfels.
Ehem. Schloß I., Stadtschloß am Marktplatz.
II.
I. (1275 Imendorf) am Ostufer des Großen Alpsees auf 728 m Seehöhe in verkehrsgünstiger Lage an der von Hall in Tirol über den Fernpaß an den Bodensee führenden Salzstraße. Um 1330 erwarb Gf. Wilhelm II. von → Montfort-Tettnang (gest. ca. 1352) die Herrschaft Rothenfels von den Herren von Schellenberg, 1360 gestattete Ks. Karl VI. dessen Sohn Heinrich IV. (gest. 1408), Immendorf zur einer Stadt mit Mauern, Gräben und einem Wochenmarkt auszubauen und künftig Lindauer Recht anzuwenden. Die nunmehr I. gen. Siedlung wurde auf einem 250 m im Quadrat messenden Areal unter Einschluß der zur Diöz. Konstanz gehörenden Pfarrkirche St. Nikolaus neu angelegt. Sowohl der Salz- wie auch der Leinwandelhandel trugen zur positiven Entwicklung des Städtchens (1579: 612 Einw.) bei, das mit der auf den Wochenmärkten abgehaltenen Leinwandschau seit 1536 im Allgäu eine Art Monopolstellung erlangen konnte. Seit der Mitte des 16. Jh.s entstanden auch Häuser im Vorfeld der Stadt. 1373 scheint erstmals ein Ammann als Stadtrichter auf, seit 1396 mit dem Titel »Stadtammann«. Dazu kamen der zwölfköpfige Rat sowie eine sechsköpfige »Ratsreserve«, die »Hinterständer« oder »Sechser«. Trat ein Ratsherr zurück oder starb, wählten die »Hinterständer« aus ihren Reihen den Nachfolger. Die Auswahl der »Sechser« oblag wiederum dem Rat mit Zustimmung des Gf.en. Ein Stadtsiegel wird seit 1474 verwendet. Mit der Teilung innerhalb der Linie → Montfort-Tettnang um 1440 – Hugo XIII. (gest. 1491) erhielt Rothenfels, Argen und Wasserburg – erfuhr der Territorialisierung der Herrschaft Rothenfels mit der nunmehr in sie integrierten Herrschaft Staufen durch die 1471 von Ks. Friedrich III. vollzogenen Erhebung zur Reichsgft. und der Erlaubnis zur Einrichtung eines Landgerichts mit Sitz in I. eine neue Dimension.
Während des Bauernkriegs von 1525 schlossen sich die Bürger von I. den Aufständischen an, Gf. Wolfgang I. wurde auf Rothenfels belagert.
1567 verkaufte Ulrich IX. (gest. 1574) die Gft. Rothenfels seinem Schwager Johann Jakob von → Königsegg.
III.
Mit der Erbteilung innerhalb der Tettnanger Linie um 1440 wurde die erstmals 1332 gen. Burg Rothenfels zum Sitz Hugos XIII. und seiner Nachkommen. Von der Anlage lassen sich noch Reste des quadratischen Bergfrieds, eines östlichen Querflügels mit dem Burgtor, eines westlichen Querbaus sowie der ungefähre Verlauf des Berings erkennen. Die Burg brannte 1462 ab und wurde in den beiden folgenden Jahrzehnten wieder auf- bzw. ausgebaut. Etwa 200 m entfernt befinden sich die Ruinen der Burg Hugofels, deren Kernbau, ein mächtiger Wohnturm, ins HochMA zurückreicht; nach dem namengebenden Umbau unter Hugo XIII. zwischen 1462 und 1480 wurde sie als befestigtes Vorratshaus für Schloß Rothenfels verwendet. Der zwischen den beiden Burgen gelegene Bau- oder Sennhof diente ihrer Versorgung.
1550 begann Hugo XVI. mit dem Bau eines dreigeschossigen Stadtschlosses am Marktplatz von I., das Frhr. Georg von → Königsegg 1604-1620 unter Beibehaltung des Mauerwerks als Ostflügel in seinen Schloßbau integrieren ließ.
Quellen
Siehe A. Montfort.
Literatur
Siehe C. Tettnang.