Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich

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MONTFORT

A. Montfort

I.

Der Name M. scheint in Schwaben erstmals im frühen 13. Jh. als der einer Seitenlinie der (Pf)Gf.en von → Tübingen auf: knapp vor 1208 de Munfort, 1209 de Monteforti bzw. Montiffortis. Aus der Ehe Hugos II. von → Tübingen (gest. 1182) mit Elisabeth, der Erbtochter des Gf.en Rudolf von → Bregenz (gest. um 1250) aus dem Geschlecht der Udalrichinger, waren zwei Söhne hervorgegangen. Während der ältere Rudolf die Tübinger Hausgüter erhielt, wurde der jüngere Hugo (erw. 1188-1228, gest. vor 1237) im Rahmen einer vor 1209 vorgenommenen Erbteilung hauptsächlich mit Gütern und Rechten aus dem Bregenzer Erbe der Mutter ausgestattet. Sein Einflußbereich umfaßte beträchtliche Teile des heutigen Vorarlberg, Gebiete nördlich des Bodensees und Unterrätiens. In der Intitulatio der ältesten von Hugo I. selbst ausgestellten Urk. nannte er sich comes Montis fortis, dagegen bezeichnet ihn die Umschrift des daran befestigten Siegels als Hinweis auf die Abkunft von mütterlicher Seite als Gf. von → Bregenz (comes Prigantinus).

Hugo residierte nicht im alten, bereits 802 erstmals erwähnten Gf.ensitz → Bregenz, sondern ließ sich bald nach 1200 oberhalb von Weiler (unweit → Feldkirch) eine Höhenburg errichten, der er – wahrscheinlich nach frz., im Hl. Land kennengelerntem Vorbild – den Namen »M.« (in der Bedeutung von »Starkenberg«, »Starkenburg«) gab. Im Zusammenhang mit dieser Schwerpunktverlagerung steht die Gründung der Stadt → Feldkirch samt einer Johanniterkommende durch Hugo I.

Ein genealogischer Zusammenhang mit frz., ndl. und englischen Adelsgeschlechtern dess. Namens besteht nicht; die schwäbischen M.er lassen sich agnatisch über die Gf.en von → Tübingen auf ein Gf.engeschlecht des Nagoldgaues zurückführen, cognatisch über die Gf.en von → Bregenz auf einen fränkischen Adeligen Ulrich, Sohn des Ostlandpräfekten Gerold und Schwager Karls des Großen. Einem aus dem 15. Jh. herrührenden, zeittypischen Gründungsmythos zufolge stammen die Gf.en von M. und ihre Seitenzweige von einem römischen Ks. Kurio ab, der, als Christ verfolgt, i.J. 104 nach Rätien geflohen sei und dessen Sohn Anselm die Burg Starkenberg errichtet habe.

II.

Zahlr. staufische Stützpunkte, v.a. im für den Italienverkehr wichtigen Alpenrheintal, ließen den lehensrechtlich in den Rahmen des Hzm.s Schwaben eingebundenen M.ern zunächst wenig Spielraum. So erklärt sich etwa, daß Hugo I. im Thronstreit den Welfen Otto IV. unterstützte. Später findet er sich freilich mehrfach in der Umgebung Friedrichs II. Auch Hugo II. (erw. ab 1237, gest. 1260) stand lange Zeit im Lager der Staufer, wechselte zuletzt aber auf die päpstliche Seite. Während des Interregnums gelang den sich in mehrere Linien (→ Werdenberg, M.-Feldkirch, M.-Bregenz, M.-Tettnang) aufspaltenden Gf.en von M. durch den Zugriff auf Reichs- bzw. staufisches Hausgut, durch Landesausbau und die Gründung von Städten die Festigung und Erweiterung ihres Machtbereichs. Bereits in der zweiten und dritten Generation führten Erbgänge zur Bildung kleinerer, auf neue Zentren fokussierter Sprengel, die in den Quellen als Gf.- oder Herrschaften bezeichnet wurden, insbes. → Feldkirch, → Bregenz und → Tettnang. Zeitw. in montfortischer Hand befanden sich außerdem die Gf.- bzw. Herrschaften → Sigmaringen, Scheer, Hohenegg, Hirschlatt, Brochenzell, Schomburg, Eglofs, Wasserburg, → Staufen, Rothenfels, Neuburg, Kyburg, → Werdenberg, Wartau, Besitzungen im Prättigau sowie – weitab vom ursprgl. Wirkungskreis in der Bodenseeregion – etwa 20 Burgen und Herrschaften in der Steiermark, in Niederösterreich und Kärnten. Mit Ausnahme des ältesten Seitenzweigs, der Gf.en von → Werdenberg, blieb in aller Regel »Gf. v. M.« der erste Titel der Angehörigen des Geschlechts.

Geistliche Karrieren erweiterten im 13. und 14. Jh. den Einfluß der Gf.en von M. über ihren unmittelbaren Herrschaftsbereich hinaus: Heinrich I. wirkte von 1251-1272 als Bf. von Chur, ebenso sein Neffe Friedrich 1282-1290. Friedrichs Bruder Wilhelm I. wurde 1281 zum Fs.abt von St. Gallen gewählt. Er führte eine langjährige Fehde gegen die Kg.e Rudolf I. und Albrecht I. Rudolf III. von M. → Feldkirch erhielt zunächst 1321 den Churer Bf.sstuhl, von 1322-1334 amtierte er als Bf. von Konstanz, bis 1325 auch als Administrator von Chur. Um 1411 stieg Hugo XIV. von M.-Bregenz (gest. 1444) zum Obersten Meister des Johanniterordens in dt. Landen auf.

Unter den weltlichen M.ern erlangten bes. Bedeutung Wilhelm II. von M.-Tettnang (gest. 1352?), den Ks. Ludwig 1327 zu seinem Statthalter in Mailand bestellte (er verkaufte dieses Amt schließlich um 60 000 Dukaten an die Visconti), und Hugo XII. von M.-Bregenz (gest. 1424) als wichtiger Vertreter der späten Minnelyrik sowie als österr. Landvogt der vorderen Lande und als Landeshauptmann der Steiermark.

Die Wahl Rudolfs von Habsburg zum römischen Kg. erwies sich für die M.er als doppelt nachteilig. Zum einen betraf sie die vom Reichsoberhaupt energisch betriebene Revindikation des während des Interregnums entfremdeten Reichsguts, zum anderen waren sie mit ihren oberschwäbischen Besitzungen territorialpolitische Gegner des Habsburgers. In die daraus erwachsenen Konflikte flossen auch familiäre Zwistigkeiten ein, denn Gf. Hugo von → Werdenberg stand als Landvogt in Oberschwaben und Churrätien auf der Seite des Kg.s. Die Gf.en von M. verloren den Reichshof Lustenau sowie die Herrschaften Scheer und → Sigmaringen, erhielten allerdings den Bregenzerwald als – nie mehr eingelöste – Reichspfandschaft; bei Göllheim kämpften sie auf der Seite Kg. Adolfs. Seit den 30er Jahren des 14. Jh.s vollzogen die M.er unter dem Eindruck der erfolgreichen Territorialpolitik der Hzg.e von Österreich eine grundsätzliche Kurskorrektur. Die Gf. von M.-Feldkirch schlossen 1337 ein ewiges Bündnis mit ihnen und verzichteten damit weitgehend auf eine eigenständige Politik. 1375 verkaufte der kinderlose Rudolf V. von M.-Feldkirch (gest. 1390) schließlich Stadt und Herrschaft → Feldkirch auf sein Ableben an die Habsburger. Auch die Bregenzer M.er hatten sich dem Haus Österreich verpflichtet, so Wilhelm III. (gest. nach 1373) 1362 durch einen milit. Dienstvertrag. Wilhelms zweite Ehefrau war Gf.in Ursula von Pfirt, deren Schwester Johanna Hzg. Albrecht II. von Österreich geheiratet hatte. Nachdem der Bodenseeraum seit der Wende vom 14. zum 15. Jh. Konfliktzone zwischen Habsburgern und Eidgenossen geworden war, konnten die durch weitere Erbteilungen geschwächten Bregenzer M.er dem territorialen Druck der Hzg.e von Österreich nicht standhalten: 1451 verkaufte Elisabeth von M.-Bregenz (gest. 1458) die halbe Stadt und Herrschaft → Bregenz an Hzg. Sigmund, 1523 Hugo XVII. (gest. 1550) die andere Hälfte an Ehzg. Ferdinand I. Die Besitzungen in Kärnten, der Steiermark und in Niederösterreich, die durch die Ehe Hugos XII. (des Minnesängers) mit Gf.in Margarete von Pfannberg an ihn gekommen waren, fielen an Georg III. von M. Pfannberg (gest. 1544), den Begründer einer eigenen »innerösterr.«, in den Hzgm.ern Kärnten und Steier(mark) landsässigen Linie der M.er. Dagegen behaupteten die Gf.en von M.-Tettnang mit ihren – zeitw. geteilten – Gf.- und Herrschaften (insbes. → Tettnang, Argen, Wasserburg und Rothenfels) den reichsfreien Status, freilich im Schlepptau der habsburgischen Politik. 1575 erlosch die Tettnanger Linie, woraufhin deren Erbe an Gf. Johann VIII. (gest. 1619) aus dem steirischen (zuvor Bregenzer, ursprgl. Tettnanger) Zweig fiel. Zur Sanierung der stark verschuldeten schwäbischen Hausgüter wurde der innerösterr. Besitz liquidiert, auch die Herrschaft Wasserburg mußte 1592 veräußert werden; Rothenfels war schon 1567 verkauft worden. Durch den Dreißigjährigen Krieg verursachte Schäden sowie der hohe Repräsentationsaufwand ließen die Verbindlichkeiten jedoch rasch wieder anwachsen, sodaß Gf. Franz Xaver (gest. 1780) die verbliebenen Besitzungen (v.a. die Herrschaften → Tettnang und Argen) 1779 gegen Übernahme der Schulden an Österreich abtrat. Mit Anton IV. starb 1787 der letzte männliche M.er, 1793 erlosch das Geschlecht mit dem Tod der Stiftsdame Josepha.

III.

Die Gf.en von M. übernahmen als Wappen die dreilatzige rote Fahne der Pfgf.en von → Tübingen, nach der Beschreibung Konrads von Mure (1260) zunächst offenbar in Silber. Zur Unterscheidung der Linien des Hauses wurden die Tinkturen in weiterer Folge verändert: M.-Feldkirch führte eine rote Fahne in goldenem Schild, M.-Tettnang und damit auch die jüngere Bregenzer Linie in Silber. Die Farben der älteren Bregenzer Linie sind nicht bekannt. Zu den Farbabscheidungen in den Wappen der von den M.ern abstammenden Gf.en von → Werdenberg siehe dort. Als Helmzier dienten Schirmbretter. Im 14. Jh. wurden diese zunächst durch einen Beutelstand (zweispitzige rote Kappen mit je einer weißen Kugel an jedem Ende), dann durch eine Inful mit zwei Bändern ersetzt. In Anlehnung an das Wappen der Gf.en von M. zeigt das Wappen des Landes Vorarlberg eine dreilatzige rote Fahne in silbernem Schild, auch die von ihnen gegr. Städte → Feldkirch und Langenargen führen Fahnen-Wappen. M.er Siegel liegen vom frühen 13. bis zum 18. Jh. vor.

Von den Bauten der M.er haben sich insbes. erhalten in → Feldkirch die Schattenburg, in → Tettnang das Torschloß, das Alte und das Neue Schloß sowie das Schloß Wasserburg. Auf M.er Stiftungen gehen u. a. die ehem. Johanniterkommende in → Feldkirch (1218), das ehem. Minoritenkl. Viktorsberg (1383), die St. Martinskapelle in der Bregenzer Oberstadt (1362) mit ihrer Freskenausstattung, die Pfarrkirche St. Gallus und die St. Annakapelle in → Tettnang (1513) und die Pfarrkirche St. Martin in Langenargen (1718/21) zurück. Als »Hauskl.« und Grablegen dienten das ehem. Benediktinerstift Mehrerau (→ Bregenz), eine Gründung der Gf.en von → Bregenz, und das ehem. Kl. Langnau (→ Tettnang-Hiltensweiler), das Heinrich IV. von M.-Tettnang (gest. 1408) i.J. 1405 dem Paulinerorden übergeben hatte. 1328 begründete Hugo V. von M.-Bregenz das Kollegiatstift St. Peter und Paul in Oberstaufen. Eine heute im Feldkircher Dom angebrachte Grabplatte wird als Teil eines ursprgl. in der dortigen Johanniterkirche errichteten Kenotaphs Hugos I. gedeutet. Das Grabmal Hugos XVII. von M.-Bregenz (gest. 1536) befindet sich in der Pfarrkirche von Höchstädt a.d. Donau. Glasfenster mit Stifterbildnissen Rudolfs V. von M.-Feldkirch (gest. 1390) und Heinrichs IV. von M.-Tettnang (gest. 1408) haben sich in den Pfarrkirchen von Viktorsberg bzw. Eriskirch erhalten. Der 1465 von Hans und Ivo Striegel im Auftrag Hugos XIII. von M. Rothenfels-Argen und seiner Frau Elisabeth von → Werdenberg für die Pfarrkirche Langenargen geschaffene Flügelalter (heute Staatsgalerie Stuttgart) zeigt die Stifterfamilie. Aus dem 16. Jh. liegen mehrere Portraitmedaillen vor. 1520, 1521 und 1523 portraitierte Bernhard Strigel Johann I. (gest. 1529), Eva (gest. 1527) und Johann II. von M.-Tettnang (gest. 1547). Aus dem 17. und 18. Jh. sind mehr als vierzig weitere M.er-Portraits, meist Ölgemälde, überliefert. Vom 16. Jh. an wurde der freilich einem gleichnamigen nordfrz. Adelsgeschlecht zugehörige, 1249 auf Zypern verstorbene Johannes (Jean) von M. zum »Hausheiligen« stilisiert.

IV.

Nach dem Tod Rudolfs, des letzten Gf.en von → Bregenz (um 1150), teilten sein Schwiegersohn Pfgf. Hugo von → Tübingen und Gf. Rudolf von Pfullendorf, ein Neffe des Bregenzers, das Erbe. Allerdings führte die Abwicklung der Erbschaft zu Streitigkeiten, die in der »Tübinger Fehde« gipfelten. Erst das Eingreifen Ks. Friedrichs I. 1166 und der anderthalb Jahre später erfolgte Tod des einzigen Sohns des Pfullendorfers beendeten den Konflikt. Zumindest Teile der bregenzischen Hausgüter kamen auf diese Weise endgültig in die Hand Hugos von → Tübingen (gest. 1182) sowie in weiterer Folge an seinen jüngeren Sohn Hugo, den Begründer des Hauses M. Bereits die Söhne Hugos I. teilten die väterlichen Güter. Während sich Hugo II. (gest. um 1260) wie der Vater von M. nannte, erbaute sein Bruder Rudolf I. (gest. ca. 1243) bei Buchs (Kt. St. Gallen) die Burg → Werdenberg. Als Gf.en von → Werdenberg.geboten Rudolfs Nachfahren über Gebiete im südlichen Vorarlberg (Walgau, Klostertal, Montafon), des späteren Fsm.s Liechtenstein, des linksseitigen Alpenrheintals und sowie über einige oberschwäbische Besitzungen. Die von Hugo II. abstammenden Gf.en von M. dominierten hingegen im rechtsufrigen Alpenrheintal, im Bregenzerwald und besaßen Gebiete nördlich bzw. nordöstlich des Bodensees. Weitere Teilungen folgten: Um 1270 begründete Rudolf II. (erw. bis 1299) die Feldkircher, Ulrich II. (erw. bis 1287) die Bregenzer und Hugo III. (gest. 1309) die Tettnanger Linie. Hand in Hand damit ging der Ausbau ihrer als Gf.- bzw. Herrschaften → Feldkirch, → Bregenz und → Tettnang bezeichneten Herrschaftsbereiche, insbes. durch Stadtgründungen und Burgenbau.

1331/32 entstand eine kurzlebige Linie M.-Feldkirch-Tosters. 1390 starben die Gf.en von M.-Feldkirch aus, nachdem der Letzte des Zweigs, Rudolf V., seinen Besitz 1375 den Habsburgern verkauft hatte.

1338 war der ältere Bregenzer Zweig der Gf.en von M erloschen. Seine Güter und Rechte gingen daraufhin zu einem erheblichen Teil an die Tettnanger M.er über, von denen sich 1354 eine jüngere Bregenzer Linie abspaltete. 1379 teilten Konrad (erw. bis 1393) und Hugo XII. von M. → Bregenz (gest. 1424) die Herrschaft → Bregenz, wobei Hugo (»der Minnesänger«) sich vornehmlich auf seine durch die Ehe mit Gf. Margarete von Pfannberg in der Steiermark, Kärnten und Niederösterreich erworbenen Güter konzentrierte. 1409 wurde auch die Stadt → Bregenz geteilt. 1451 verkaufte Elisabeth von M. (gest. 1458) den ihr zugefallenen südlichen Teil der Herrschaft → Bregenz und die Herrschaft Hohenegg an Hzg. Sigmund von Österreich. 1515 erfolgte eine weitere Teilung innerhalb der Bregenzer Linie: Hugo XVII. (gest. 1550) erhielt die verbliebene nördliche Hälfte der Herrschaft → Bregenz, die er aber bereits 1523 an Österreich veräußerte, während die innerösterr. Besitzungen an Georg III. (gest. 1544), den Begründer der steirischen Linie, gelangten.

Die Tettnanger Linie – sie verfügte über die Gft. → Tettnang, die 1332 erworbene Burg und Herrschaft Rothenfels, über Wasserburg, die Gft. → Werdenberg und Besitzungen im Prättigau – teilte diesen Komplex um 1440: Ulrich V. (gest. 1495) erhielt → Tettnang, Hugo XIII. (gest. 1491) Rothenfels, Argen und Wasserburg, Heinrich VI. (gest. 1444) die rätischen Güter und Rechte. Letztere gingen mit dem Erlöschen dieses Zweigs noch im 15. Jh. wieder verloren. 1520 beerbte die Rothenfelser Linie den engeren Tettnanger Zweig, dennoch mußte Rothenfels 1567 verkauft werden. Wenig später – 1575 – starben auch die Rothenfelser M.er aus, woraufhin die steirische Linie in deren Erbe eintrat und das Haus M. bis ins ausgehende 18. Jh. am Bodensee fortsetzte (Stammtafeln zu den einzelnen Linien bei Burmeister, Grafen von M., S. 307-312).

Eine fiktive Genealogie der Gf.en von M. bietet die 1485/1486 in Ulm gedruckte Schwäbische Chronik, deren Autor sich hinter dem Pseudonym Thomas Lirer verbirgt. Auf umfangr. Quellenstudien beruht hingegen die 1648-1654 vom Jesuiten Andreas Arzet als Beichtvater und Hausgenealogen Johanns. X. (gest. 1686) unter dem Titel M.ischer Ceder- oder unverwesner Stammenbaum der uhralten hochberümbten Graven zu M. verfaßte Familiengeschichte.

Der Heiratskreis der Gf. von M. erstreckte sich zunächst in erster Linie auf Schwaben, Churrätien sowie auf Tirol, wobei seit der Mitte des 14. Jh.s auch Ehen zwischen verschiedenen Linien des Hauses üblich wurden. Mit dem Erwerb der innerösterr. Besitzungen verlagerte der steirische Zweig seinen Heiratskreis überwiegend in das neue Ambiente. Von der Mitte des 16. Jh.s an rangierten Ehen mit Angehörigen schwäbischer vor solchen mit österr. Gf.engeschlechtern.

Quellen

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