Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich

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Herolde

Der Herold war im SpätMA und zu Beginn der Frühen Neuzeit eine in ganz Europa bekannte Figur, ein i. d. R. selbst nicht dem Adel entstammender Experte für adlige Lebensformen, für Fragen des Ruhms und der Ehre – daher die dt. Vulgäretymologie »Herold« = »Ehrenhold« -, für das Zeremoniell und für die Wappen. Trotz dieser allg. Verbreitung sind Unterschiede zw. Gebieten strengerer Heraldik (Frankreich, England, Schottland, alte Niederlande, Teile des Niederrheins), wo sich das Heroldswesen voll ausprägen konnte, und dem Rest Europas, in dem es nicht die gleiche Bedeutung erlangte, zu beobachten. Auf dem Höhepunkt ihrer Bedeutung bildeten Herolde eine »Laienpriesterschaft für den säkularen Kult des Rittertums« (Keen 1984).

Ursprungsmythos: Die im SpätMA erreichte merkwürdige Zwitterstellung als Fachleute für eine adlige Welt, der sie selbst nicht angehörten, bedurfte einer Erklärung. Dabei gelang es den spätma. Herolden, die modesten Anfänge ihres Amtes erfolgreich aus der Erinnerung zu verdrängen. Seit dem 15. Jh. legten sich die Herolde parallel zu ihren adligen Auftraggebern ein fiktionales Herkommen zu. Enea Silvio Piccolomini meinte in seinem Traktat De heraldis von 1451 (Briefwechsel, Bd. 3, 1, Nr. 5) darlegen zu können, daß die ersten Herolde alte Ritter gewesen seien, die des Kämpfens müde nun die Kg.e berieten. Dieser Mythos fand weite Verbreitung. Meist galt Cäsar als eigentl. Schöpfer des Heroldsamtes, wenngleich man Spuren von Heroldstätigkeiten schon bei Alexander dem Großen oder in Troja finden zu können meinte.

Wortbedeutung: Tatsächl. sind Bedeutung und Herkunft des Begriffs »Herold« (lat. heroldus; frz. héraut; engl. herald) nicht wirkl. geklärt. Die Ableitung von ahd. hariwalt oder heriwalto, »der des Heeres waltet«, und ein Reimport über frz. hirau, herault ins Deutsche ist sprachgeschichtl. möglich, aber histor. insofern unbefriedigend, als dann der Begriff zumindest bei der Wiederverwendung im SpätMA nicht verstanden worden wäre.

Ursprünge: Hervorgegangen sind die Herolde seit dem ausgehenden 12. Jh. aus einem Milieu, zu dem auch fahrende Gaukler und Spielleute gehörten. Sie blieben diesem Milieu stets verhaftet. Noch in den burgund. Hofordnungen des 15. Jh.s, als sich die Position am Hof längst verfestigt hatte, stehen die officiers d'armes unmittelbar neben menestrels und trompettes und werden ähnl. wie diese versorgt. Vorläufer der Herolde waren – soweit dies die wenigen (literar.) Quellen erkennen lassen – vagabundierende, armselige Ausrufer (crogieare, kroijiraere, grôjeraere), die die Kämpfer auf Turnieren ankündigten und gegen Belohnung deren Tapferkeit priesen, sowie Boten (garzune, garciones). Im Zuge der Ausbildung der adligen Geschlechter und der damit einhergehenden Differenzierung in der Wappenführung, die im Reich ab dem 13. Jh. auch in der sich zum Niederadel wandelnden Ministerialität üblich wurde, entwickelten Angehörige dieser Gruppe bes. Kenntnisse der Wappen. Ihnen war es deshalb möglich, die aufgrund neuer Helmformen nicht mehr erkennbaren Kämpfer zu identifizieren. Seit dem 13. Jh. sind im Reich sog. »Knappen von den Wappen« belegt. Dieser Begriff ist allerdings problemat., da er außer für Vorgänger von Herolden auch für ritterl. Edelknappen verwendet wurde.

Erstnennungen: Die engl. Wardrobe-Rechnungen nennen Herolde unter dieser Bezeichnung zuerst 1270. Bereits 1290 wird ein kgl. Wappenkg. erwähnt. In Frankreich ist der Begriff hirau offenbar erstmals 1285 nachzuweisen, auch lat. hiraldus erscheint im 13. Jh., während sich der erste Beleg für das dt. Pendant eralden, persewant erst ca. 1367 beim österr. Herold und Wappendichter Peter Suchenwirt findet. Allerdings nennen eine kgl. engl. Rechnung von 1277, die Wardrobe-Rechnungen Eduards III. für die Jahre 1338-1340 und die hennegau.-holländ. Rechnungen bereits früher dt. Herolde.

Herausbildung des Amtes: Die frühen Vertreter späterer Heroldsfunktionen und auch noch Herolde des 14. Jh.s hatten meist keinen festen Herrn; sie wurden von Fall zu Fall eingestellt. Das unterschied sie von den späteren Herolden, die einen Rock mit dem Wappen eines festen Herrn trugen, daneben aber manchmal auch noch Wappen anderer Personen oder Institutionen, denen sie verpflichtet waren. Die frühen Vertreter hingegen reisten von Hof zu Hof, von Turnier zu Turnier, beobachteten die Kämpfe, die in der Frühzeit kein geordnetes Lanzenbrechen zw. zwei Personen waren, sondern eher Schlachten glichen, kommentierten das Geschehen und feierten schließl. die Sieger, wobei der übl. Ruf »largesse« verdeutlichte, daß sie dafür eine Belohnung erwarteten. Auf ihren zahlreichen Reisen eigneten sie sich ein umfangr. Wissen über adlige Lebensart und Lebenswelt an. Auch wenn, zumal im Reich, die Bezeichnung »Herold« relativ spät überliefert ist, so waren doch die Funktionen bereits vorgebildet und dies nicht nur im Turnier oder im Krieg. Die älteste bisher bekannte, allerdings nur in später Kopie überlieferte Wappenrolle (Paravicini 1993) stammt aus dem Jahr 1198 und bildet die Wappen der Teilnehmer an der Krönung Ottos IV. in Aachen ab. Weitere Exemplare von Wappenrollen, die zunächst noch von ungeschulten Händen stammen, zeigen, daß in den klass. Zentren (Frankreich, England, Schottland, alte Niederlande) um 1250 die (frz.) Sprache der Blasonierung ausgebildet war und ein herald. System bestand. Gegen Ende des 13. Jh.s war auch die Figur des Herolds ausgebildet.

Blütezeit: Die Blüte des Heroldswesens setzte im 14. Jh. ein und erreichte im 15. Jh. ihren Höhepunkt. In dieser Zeit der Herrschaftsverdichtung und des Erstarkens der Monarchie bzw. des Fsm.s, in der der Adel in eine Legitimationskrise geriet, weil seine Position im Krieg und im Rat einerseits durch Söldner, andererseits durch gelehrte Räte bedroht war und die vormals relativ große Unabhängigkeit vielfach zugunsten des Fürstendienstes aufgegeben werden mußte, gewann die Ehre und ihre Versinnbildlichung im Zeremoniell ungekannte Bedeutung. Im Herold (er-)fand man eine Figur, die den hieraus resultierenden Bedürfnissen entsprach. Sozial gehörte er in der Regel wie seine Vorgänger weiter dem nicht-adligen Milieu an, auch wenn es Ausnahmen gab wie in der Bretagne im 15. Jh. Im Reich erscheint der erste niederadlige Herold im 16. Jh.

Organisation: 1406 konstituierten sich die frz. Herolde als Kollegium mit dem Wappenkg. »Montjoie« an ihrer Spitze. Die neue Bedeutung, die man den Herolden zumindest an einigen Höfen zumaß, wurde deutlich, als Heinrich V. am Abend der Schlacht von Azincourt (1415) frz. und engl. Herolde zu sich rufen ließ, um sich aus dem Mund des Wappenkg.s Montjoie den Sieg bestätigen zu lassen. De facto erklärte damit nicht ein Feldherr, sondern der Wappenkg. die Kapitulation. Dies dürfte aber eine Ausnahme, nicht, wie Neubecker meint, die Regel gewesen sein. Dennoch ist es wohl kein Zufall, daß vermutl. im selben Jahr 1415 William Bruges als erster Garter King of Arms zum obersten Herold Englands bestellt wurde. 1417 wurden dann die engl. Herolde durch eine Ordonnanz des Hzg.s von Lancaster als Korporation organisiert. In den erwähnten Zentren der klass. Heraldik entstanden sog. Wappenmarken, die geograph. genau umgrenzt waren und denen jeweils eine bestimmte Zahl von Amtsträgern zugeordnet sein sollten. Diese Maßnahmen dienten u. a. dazu, den Wildwuchs mit freien Herolden und Herolden kleiner Herren – jeder Adlige konnte sich einen Herold anstellen; der Herold Calabre, der 1389 zum Wappenkg. von Anjou und Touraine gekrönt wurde, klagte, daß selbst der kleinste Burghauptmann einen Herold ernenne – zu beschneiden und die Herolde in den Dienst der Fs.en und zwar mit fester Anstellung zu überführen. Allerdings gelang eine straffe Organisation des Heroldswesens erst allmähl. und außerhalb Nordwesteuropas gar nicht. Selbst am burgund. Hof gab es in der ersten Hälfte des 15. Jh.s noch eine große Anzahl von Herolden und Persevanten, die nicht in den Hofordnungen stehen, also nicht fest zum Haushalt des Hzg.s gehörten. Bezeichnend für die Situation im Reich ist etwa, daß Ludwig von Eptingen in einem Bericht über das Turnier in Ansbach von 1485 einen Hanß Burggraff, persevant, Knecht im Beren [i.e. die Turniergesellschaft »Im Bären«], ein Kunig der Woppen erwähnt (Christ, Familienbuch, 1992, S. 389). Auch andere Quellen aus dem Reich bezeichnen dies. Person hier mit diesem, dort mit jenem Begriff. Dennoch gab es einen obersten Reichsherold oder Wappenkg. mit dem Amtsnamen »Romreich« – ab spätestens 1520 als Ausdruck eines neuen Reichsverständnisses »Deutschland« -, dem zumindest formal alle Herolde und Persevanten unterstellt waren (Chmel, Reg. Friedrich IV., Reg. 973; 1442 Aug. 11). Zur Aufteilung des Reiches in Wappenmarken ist es hingegen nicht gekommen. Dennoch sind die Herolde auch hier nicht bedeutungslos gewesen. Wie ihre nordwesteurop. Kollegen scheinen sie sich die Wappenprüfung angemaßt zu haben. Zumindest gebot Friedrich III. in seinen Wappenbriefen u. a. auch den Herolden und Persevanten, die Empfänger nicht im Gebrauch des neuen Wappens zu hindern.

Ausbildungsgang: Ebenfalls im Laufe des 15. Jh.s wurde ein Ausbildungsgang für alle officiers d'armes vom Persevanten (poursuivant), über den Herold i. e. S. (héraut, herald) bis zum Wappenkg. (roi d'armes, king of armes) festgelegt. Idealtyp. schildert uns den Werdegang im ausgehenden 15. Jh. z. B. Olivier de la Marche (Mémoires, IV, S. 67f.; ähnl. auch der Herold Sicile, Parties inédites, S. 87f. u. a.) für den burgund. Hof. Wer eine Ausbildung als Persevant beginnen wollte, mußte zwei Herolde als Ehrenzeugen beibringen. Der Kandidat wurde dann mit Wein getauft, erhielt einen Amtsnamen – meist eine Wortdevise des Fs.en – und legte einen Eid ab. Dem neuen Persevanten wurde ein Wappenrock oder Heroldsmantel (»Tappert«; frz. cotte d'armes) angezogen, allerdings so, daß die längeren Vorder- und Rückseiten über den Armen und nicht über Brust und Rücken hingen. Nach sieben Jahren konnte er durch Erlernung des Handwerks und bei guter Führung, die durch zwei Wappenkg.e und vier Herolde zu bestätigen war, zum Herold aufsteigen. Er wurde wiederum getauft, sein Mantel wurde jetzt in die normale Position gedreht, und er erhielt einen neuen Namen, jetzt meist nach einer Stadt oder einem Territorium seines Herrn. Bevor ein Herold zum Wappenkg. erhoben werden konnte, sollte das Ehrenzeugnis aller verfügbaren officiers d'armes eingeholt werden. Der Hzg. krönte den neuen Wappenkg., der den Namen einer Wappenprovinz oder des fsl. Ordens erhielt, mit einer vergoldeten, mit den Himmel symbolisierenden Saphiren besetzten Krone aus Silber. Inwieweit diese Regelungen in der Praxis umgesetzt wurden, ist bisher nicht ermittelt. Zumindest außerhalb des Gebietes der strengen Heraldik ist ein derart formalisierter Ausbildungsgang im MA unwahrscheinl. Wenig bekannt ist auch über die sog. Wappenmarschälle, die den Wappenkg.en beigegeben werden sollten.

Ruyers und Poyers: Als angebl. älteste Wappenkg.e seien hier diejenigen der Ruyers und der Poyers erwähnt. Nach der Darstellung des Literaten Antoine de la Sale hätte Karl der Große seinen Adel entlang des Rheins in zwei Turniergesellschaften mit diesen Namen geteilt und ihnen die gleichnamigen Wappenkg.e zugeordnet. Später hätten sich auf dem Gebiet der Poyers die zwölf Wappenmarken Frankreichs gebildet. Sicher ist, daß verschiedene Wappenrollen und -bücher seit dem 13. Jh. eine Wappenprovinz der Ruyers kennen – die ihr zugerechneten Adligen saßen zw. Maas und Rhein – und daß es im 14. und 15. Jh. einen Roy des Ruyers (rex de Ruris) gab. Beides scheint jedoch nicht unmittelbar zusammenzuhängen, da einige Wappenrollen aus einer Zeit stammen, zu der es Wappenkg.e offenbar noch nicht gab. Der Titel eines Wappenkg.s der Ruyers ist erstmals 1362 für einen Jan van Stensel belegt. Die (wenigen) Zeugnisse deuten in die Region Holland/Geldern. Van Anrooij 1990, S. 74 hat Überlegungen angestellt, ob die Entstehung des Amtes im Zusammenhang mit der Ausübung der Funktion eines Reichsmarschalls durch Johann III. von Brabant i. J. 1339 stehen könne. Später ist diese Amtsbezeichnung 1405-11 für den zunächst holländ. Herold Beyeren, der dann in neuen Diensten zum Herold Gelre mutierte und u. a. ein berühmtes Wappenbuch hinterließ, überliefert. In der Mitte des 15. Jh.s ernannte Hzg. Philipp von Burgund, der als Hzg. von Brabant auch Mgf. des Reiches für Antwerpen war, in dieser Funktion den Roy de Ruyers und besoldete ihn auch. Dennoch galt er als Reichsherold. 1440 bestätigte Ks. Friedrich III. die Ernennung des Heinrich Reichart von Heessel, gen. Oesterreich, zum Wappenkg. von Ruvier durch den Hzg. und die Bestätigung dieses Aktes durch Ks. Sigismund (Chmel, Reg. F. IV, Nr. 63). In den Hofordnungen des Hzg.s Philipp von Burgund (edd. Kruse/Paravicini) erscheint er erstmals 1449.

Ordnung des Wissens: Die ältesten Werke von Herolden bzw. ihrer Vorgänger waren Wappenrollen, zunächst Gelegenheitswappenrollen, die die Wappen der Anwesenden bei einem bestimmten Ereignis abbildeten oder beschrieben, später systemat. Verzeichnisse nach Provinzen. Daneben entstanden Anleitungen zur Blasonierung von Wappen und weiteres Gebrauchsschrifttum, etwa Beschreibungen höf. Zeremoniells, Aufzeichnungen zum Turnierrecht oder Tugendkataloge. Es dauerte jedoch lange, bis der Versuch unternommen wurde, das angesammelte Wissen zusammenzufassen und zu gliedern. Das älteste überlieferte Handbuch mit dem Fachwissen eines Herolds wurde vom Herold Sicile († 1437) verfaßt. Ältere Werke des Herolds Calabre oder eines gewissen Jean Hérard sind verloren. Seit der Mitte des 15. Jh.s vermehren sich Heroldstraktate, die über die (angebl.) Herkunft des Amtes und die Aufgaben eines Herolds informieren sowie Fachwissen festhalten, stark. Meist wurden ältere Werke mehr oder minder komplett kopiert bzw. Kompilationen angefertigt.

Rechte und Aufgaben im 14./15. Jh: Herolde nahmen im späten MA zahlreiche Aufgaben wahr. Ihre Tätigkeiten im Krieg, bei Festen, Turnieren und Trauerfeiern sind eingebunden in den adligen Ehrenkodex. Loben und Schelten galten ihnen als wichtige Pflichten, auch wenn es ihnen aufgrund ihrer ständ. Herkunft nur selten gelang, selbst als Richter anerkannt zu werden. In ihrem Wappenrock allerdings repräsentierten sie ihren Herrn oder waren zumindest dessen Sprachrohr. So konnte etwa der Wappenkg. Jerusalem seinen Herrn Alfons V. von Aragón 1451 auf dem Kapitel des Ordens vom Goldenen Vlies in Mons vertreten oder ein österr. Herold 1474 Peter von Hagenbach, dem von seinen Gegnern als »Tyrannen« zum Tode verurteilten burgund. Landvogt in den verpfändeten habsburg. Gebieten am Oberrhein, die Ritterschaft absprechen und ihn ihrer Symbole berauben. Herolde kannten die Regeln, gleich ob sie diese bei einem Zweikampf am burgund. Hof den Kontrahenten vorlasen oder die Sitzordnung für ein Festbankett des frz. Kg.s festlegten. Es ist unmögl., alle Funktionen aufzuzählen, in denen Herolde im späten MA begegnen. Es kann ledigl. das Spektrum ihrer Tätigkeiten kasuist. umrissen werden.

A. Im Krieg (vornehml. nach Material über den Hundertjährigen Krieg): Herolde im Wappenrock genossen neben Abgabenfreiheit v. a. Immunität, die zwar in der Praxis nicht immer beachtet wurde – mancher Herold wurde wg. Spionage verhaftet, andere sogar, namentl. von nichtadligen Gegnern, ermordet; noch 1663 wurde ein Reichsherold, der die Acht gegen Erfurt verkündete, erst arretiert, dann fortgejagt -, die sie aber im Prinzip für bestimmte Aufgaben prädestinierte. So überbrachten Herolde Kriegserklärungen – wofür sie vom Gegner oft reich beschenkt wurden – und verkündeten Waffenstillstände. Über Herolde stellte man die Verbindung zum Feind her. Sie überbrachten dem Gegner das Angebot zur Schlacht – 1410 bei Tannenberg ließ der Ordensmarschall dem Kg. von Polen und dem Hzg. von Litauen je ein bloßes Schwert überbringen. Sie übermittelten den Wunsch nach Verhandlungen und holten Geleitbriefe für die eigene Delegation ab. Sie erschienen mit Aufforderungen zu Zweikämpfen oder zur Kapitulation. Im eigenen Heer hielten sie den Kontakt zw. getrennten Truppenteilen. Herolde wurden als Kundschafter ausgesandt. Vor der Schlacht luden sie die Schildknappen ein, sich zum Ritter schlagen zu lassen. Den Ritterschlag vollzog indes ein Ritter. Während der Schlacht, die sie genau beobachteten, konnten sie die gegner. Abteilungen identifizieren. Aus der Geschichte des Guillaume le Maréchal ist bekannt, daß bereits 1173 – so die Edition von Meyer, die Werke von Wagner, Neubecker u. a.; Duby und Keen geben das Jahr ohne Begründung mit 1167 an – bei einem Gefecht bei Drincourt in der Normandie eine heroldsähnl. Figur anwesend war. Nach der Schlacht identifizierten Herolde die gefallenen Adligen anhand ihrer Wappen, legten Gefallenenlisten an und sammelten verlorene eigene und erbeutete gegner. Feldzeichen ein.

B. Hof, Fest und Turnier: Herolde kündigten Feste oder Turniere an und überbrachten Einladungen. Bedeutende Feste wurden in weitem Umkreis verkündet. So sollen die Feierlichkeiten anläßl. der Gründung des engl. Hosenbandordens 1344 von Herolden nicht nur in England, sondern auch in Schottland, Frankreich, im Reich und in Reichsitalien angekündigt worden sein (Froissart, IV, S. 204). Auf den Festen selbst, gleich ob bei Krönungen, Ritterweihen, Hochzeiten, Ordensfesten oder anderen, spielten Herolde eine wichtige zeremonielle Rolle. Auch haben sie Beschreibungen diverser Feste oder feierl. Einzüge hinterlassen, im Reich z. B. den Bericht des brandenburg. Herolds Ulrich Burggraf über die Herzogserhebung Eberhards im Bart 1495 (RTA, MR, V, 2, Nr. 1744). Auf Turnieren berieten sie die Damen und Richter bei der Helmschau, bei der vor dem Turnier geprüft wurde, ob die Teilnehmer sich keine Verstöße gegen die Ehre hatten zu Schulden kommen lassen (so in Westeuropa) oder ob die Geschlechter der Kandidaten die Turnierfähigkeit besaßen (so im späten 15. Jh. im Reich), um unwürdige Personen ausschließen zu können. Bei echten Turnieren, also Massenkämpfen, nahmen sie die Helmteilung, d. h. die Einteilung der Parteien vor. Sie beobachteten die Kämpfe und berieten auch bei der Festlegung der Sieger (Farbtafel 71). Ihr Urteil dürfte angesichts ihrer Erfahrung großes Gewicht gehabt haben. Ob sie selbst Richter waren, wie oft behauptet wird, ist unklar. Zumindest für den sich im 15. Jh. nach unten abschließenden Adel im Reich scheint es ausgeschlossen, daß er ein Urteil von Nicht-Adligen akzeptiert hätte.

C. Botengänge, Gesandtschaften, Reisen: Herolde waren nicht nur im Krieg gefragte Nachrichtenübermittler oder Ausrufer, sondern auch im Frieden. Wann im Einzelfall ein gewöhnl. Bote, wann ein Persevant, Herold oder gar Wappenkg. eingesetzt wurde, ist nicht geklärt. Die officiers d'armes scheinen aber stärker für die Außenbeziehungen benutzt worden zu sein, um Informationen oder einfach auch nur Neuigkeiten zu überbringen oder einzuholen. Seltener waren sie befugt, selbst zu verhandeln. Sie reisten dabei durch ganz Europa. Doch taten sie dies auch aus freien Stücken gleichsam als Bildungsreise. So reiste der engl. Herold Carlisle 1333-38 über Preußen und Livland zum Heiligen Grab, an der Südküste des Mittelmeers entlang nach Spanien und über die Gascogne zurück nach England. 1447 stellte Alfons V. von Aragòn einem Herold seines Bruders Johanns von Navarra ein Empfehlungsschreiben aus, das u. a. an den Negus, den Kg. von Abessinien, gerichtet war. Auch andere Herolde hielten sich oft lange in der Fremde auf. Sie waren dort auf Geschenke für ihren Lebensunterhalt angewiesen und übernahmen – gegen Bezahlung – auch Aufträge fremder Herren. Manchmal begleiteten Herolde Reisende. So führte 1442/43 auf Befehl Hzg. Philipps von Burgund der Herold Salins den Ungarn Simon de Sodowart von Dijon durch alle Reiche Spaniens nach Santiago de Compostela und schließl. nach England. Der Augsburger Patrizier Sebastian Ilsung wurde 1446 von einem Persevanten des Hzg.s von Savoyen nach Santiago begleitet. Der böhm. Adlige Leo von Rozmital ließ sich 1465/67 von Prag nach Santiago de Compostela von einem Herold führen, der angebl. 17 Sprachen beherrschte.

D. Memoria: Da Herolde meist weitgereist waren, dienten sie Chronisten wie Froissart oder Monstrelet, Ulrich von Richental oder dem Verfasser des Familienbuchs der Eptingen (weytfarenden Herolden) und vielen anderen als Gewährsleute für Nachrichten aus der Ferne. Allerdings galten sie bisweilen als Aufschneider. So bezeichnete sie der Hzg. von Lancaster 1384 als trés-grans bourdeurs [Schmeichler] et menteurs, die, um Belohnungen zu erhalten, selbst kleine Taten in ihren Berichten aufbauschten (Froissart, XI, S. 304). Manche Herolde, gerade diejenigen der Orden, aber nicht nur sie, waren aufgefordert, Taten des Adels aufzuzeichnen. Solche Werke sind weder für einen Orden noch für bestimmte Wappenprovinzen erhalten. Ob es sie jemals gegeben hat, ist zweifelhaft. Immerhin sind vereinzelt Ehrenreden überliefert (Gelre, Suchenwirt), ebenso Verherrlichungen von Taten exemplar. Adliger (z. B. Jacques de Lalaing, der Schwarze Prinz). Eine wichtige Rolle spielten Herolde auch bei Begräbnissen. Sie vertraten das Wappen des Verstorbenen und präsentierten seine Insignien. Sie lobten seine Taten. Manchmal haben sie Berichte über Bestattungen hinterlassen (z. B. Anne de Bretagne, Ks. Ferdinand I.) oder über die Translation von Gebeinen (z. B. Karl der Kühne i. J. 1550 von Nancy nach Luxemburg). Durch diese Tätigkeiten wurden sie auch zu Experten für Begräbnisfragen. Auch ihre Wappenrollen und die späteren Traktate haben nicht nur als Gedächtnisstützen oder zu Ausbildungszwecken gedient, sondern auch der Memoria. Im spätma. Reich konnte die Frage, ob ein Geschlecht auf echten oder für echt gehaltenen Turnierlisten verzeichnet war oder nicht, entscheidend werden für die Bestimmung der eigenen Position innerhalb der sich abschließenden Adelswelt.

E. Visitationen: In Frankreich sollte nach Auskunft von Bestallungsbriefen aus dem 15. Jh. der oberste Wappenkg. zusammen mit dem jeweils zuständigen Wappenkg. und den Herolden der Wappenmarken bei Visitationen den Lebensstil, die Privilegien und Rechte, die Lehen und Wappen des gesamten Adels überprüfen, eine Idee, die sich nicht durchsetzen ließ, schon gar nicht während des Hundertjährigen Krieges. Aber sie blieb erhalten. Die Herolde selbst mögen sie propagandiert haben, denn sie hätte sie zu Richtern des Adels gemacht. In England schuf Heinrich VIII. noch 1530 eine formale Grundlage für Visitationen des Adels, als er für den Wappenkg. Clarenceux eine entspr. Urk. ausstellte. Und auch im Reich war der Gedanke nicht unbekannt. Bereits 1421 ließ Friedrich der Streitbare von Meißen entspr. Vollmachten in den Bestallungsbrief des Herolds »Missenland« aufnehmen.

F. Ordensherolde: Sie wurden meist wie die anderen Herolde verwendet, hatten aber zusätzl. Aufgaben. So unterrichteten sie neue Mitglieder über deren Aufnahme in den Orden, überbrachten das Ordenszeichen oder holten es im Todesfall wieder ab. Oft war ihnen aufgetragen, die Taten der Ordensmitglieder zu protokollieren, was aber selten oder nie geschehen sein scheint.

Niedergang: Im 16./17. Jh. begannen sich die Welten des Adels und der Herolde zu entflechten. Auch manche Städte hatten jetzt Herolde. Gleichzeitig setzte der Niedergang des Heroldswesens ein. Die Gründe hierfür sind bisher nicht hinreichend sicher ermittelt. Vorgeschlagen wurden u. a. der Niedergang des Turnierwesens (Wagner 1956, 1967; Keen 1984), Wandlungen im Heerwesen (Adam-Even 1157), oder daß der Fs. der frühen Neuzeit die Ehrverteilung an sich zog (Paravicini 1994), der Herold auf diesem Gebiet also nicht mehr benötigt wurde. Eine gewisse Renaissance erlebte das Amt bei den im 18. Jh. oft in sehr freier Anlehnung an ma. Vorgänger gegründeten Verdienstorden. Außerdem wurde in Bayern 1808, in Preußen 1855, in Sachsen noch 1917 ein Heroldsamt eingerichtet, das einerseits für Nobilitierungsfragen zuständig war, andererseits den bestehenden Adel einer umfassenden, v. a. rechtl. Kontrolle unterwerfen sollte. Die Figur des Herolds hielt sich im wesentl. an den europ. Königshöfen, in Preußen und Österreich bis zum Ende des 1. Weltkrieges, in England und anderen Monarchien bis heute.

→ vgl. auch Farbtafel 152

Quellen

Die Quellen zum Heroldswesen sind unerschöpfl., doch oft nicht sehr erschöpfend. Dies gilt namentl. für Rechnungsquellen, die zwar zahllose Herolde nennen, meist aber über die Tatsache, daß diese Personen einen Geldbetrag erhalten haben, hinaus keine weiteren Informationen liefern. Mehr Material bieten Chroniken, die Herolde in Ausübung ihrer Tätigkeit beschreiben. Doch sind sie hier meist Zeremonienmeister im höf. Spiel. Die Angaben über ihre soziale Herkunft, ihre Laufbahn, ihre Ausbildung sind spärl. So bleibt ein riesiges Urkunden- und Aktenmaterial – Herolde können beinahe überall auftauchen, man betrachte nur Chmels Regesten Friedrichs IV. (III.) oder die RI – und natürlich die Werke der Herolde selbst, wobei letztere den Nachteil haben, eher den Wunschtraum ihrer Verfasser von der Bedeutung des Amtes widerzugeben als die Realität. Die folgenden Angaben bieten nur eine kleine Auswahl des verwendeten Quellenmaterials: [Anonymus], Livre des faits de Jacques de Lalaing, ed. in: Georges Chastellain, Œuvres, hg. von Joseph Marie Bruno Constantin Kervyn de Lettenhove, Bd. 8, Brüssel 1866, S. 1-259. – Gilles le Bouvier, Les Chroniques du roi Charles VII par Gilles le Bouvier dit le héraut Berry, hg. von Henri Courteault und Léonce Célier, Paris 1979. – [Chandos], La vie du Prince Noir by Chandos Herald, hg. Diana B. Tyson, Tübingen 1975. – Georges Chastellain, Œuvres, hg. von Joseph Marie Bruno Constantin Kervyn de Lettenhove, 8 Bde., Brüssel 1863-1866 (ND Genf 1971). – [Pierre Choque], Récit des funerailles d'Anne de Bretagne précédé d'une complainte sur la mort de cette princesse et de sa généalogie. Le tout composé par Bretaigne, son héraut d'armes, hg. von Lucien Victor Claude Merlet und Max de Gombert, Paris 1858 (vgl. zur Edition: Melville 2002, Anm. 27). – Le débat des hérauts d'armes de France et d'Angleterre, hg. von Léopold Pannier und Paul Meyer, Paris 1872. – [Eptingen], Das Familienbuch der Herren von Eptingen: Kommentar und Transskription, hg. von Dorothea A. Christ, Liestal 1992. – Jean Froissart, Œuvres, hg. von Joseph Marie Bruno Constantin Kervyn de Lettenhove, 28 Bde., Brüssel 1867-77 (ND Osnabrück 1967-73). – Jean Froissart, Chroniques, hg. von George T. Diller, 5 Bde., Genf 1991-98. – Guillaume le Maréchal, L'histoire de Guillaume le Maréchal comte de Striguil et de Pembroke régent d'Angleterre de 1216 à 1219, hg. von Paul Meyer, 3 Bde., Paris 1891-1901. – Honemann, Volker: Sebastian Ilsung als Spanienreisender und Santiagopilger (mit Textedition), in: Deutsche Jakobspilger und ihre Berichte, hg. von Volker Honemann, Tübingen 1988 S. 61-95. – Olivier de la Marche, Mémoires, hg. von Henri Beaune und Jules d'Arbaumont, 4 Bde., Paris 1883-88. – Jean le Fèvre de Saint-Remy, Épître contenant le récit des faits d'armes, en champ clos, de Jacques de Lalaing, hg. von François Morand, in: Annuaire-Bulletin de la Société de l'histoire des France 21 (1884) S. 177-239. – Jean le Fèvre, Chronique de Jean Le Fèvre seigneur de Saint-Remy, hg. von François Morand, 2 Bde., Paris 1881. – Enguerrand de Monstrelet, Chronique, hg. von Louis Claude Douët d'Arcq, 6 Bde., Paris 1857-62. – Livre des Tournois – Traité de la forme et devis d'un tournoi, hg. von Edmond Pognon, Paris 1946 [Turnierbuch des Roi René]. – [Sicile], Parties inédites de l'oeuvre de Sicile, héraut d'Alphonse V. roi d'Aragon, maréchal d'armes du pays de Hainaut, auteur du blason de couleurs, hg. von P. Roland, Mons 1867. – Aeneas Silvius Piccolomini, Der Briefwechsel des Eneas Silvius Piccolomini, hg. von Rudolf Wolkan, Abt. 3: Briefe als Bischof von Siena, Bd. 1: Briefe von seiner Erhebung zum Bischof von Siena bis zum Ausgang des Regensburger Reichstages (23. September 1450-1. Juni 1454), Wien 1918 (Frau II, 68). – Leo von Rozmital, Commentarius brevis et jucundus itineris et peregrinationis, pietatis et religiosis causa susceptae ab illustri et magnifico domino, Domino Leone, libero barone de Rosmithal et Blatna, hg. von Karolus Hrdina, Prag 1951. – Antoine de La Sale, Saintré, hg. von Mario Eusebi, 2 Bde., Paris 1993-94. – Das Marienburger Tresslerbuch der Jahre 1399-1409, hg. von Erich Joachim, Königsberg 1896 (ND Bremerhaven 1973). – Werke aus dem 14. Jahrhunderte: ein Beytrag zu Zeit- und Sittengeschichte, zum ersten Mahle in der Ursprache aus Handschriften: Peter Suchenwirt, hg. von Alois Primisser, Wallishausen 1827 (ND Wien 1961).

(in Auswahl): Adam-Even, Paul: Les fonctions militaires des hérauts d'armes. Leur influence sur le développement de l'héraldique, in: Archives héraldiques suisses 71 (1957) S. 2-23. – Anrooij, Wim van: Spiegel van ridderschap. Heraut Gelre en zijn ereredes, Amsterdam 1990. – Arnold, Klaus: Reichsherold und Reichsreform. Georg Rixner und die sogenannte »Reformatio Friedrichs III.«, in: Bericht des Historischen Vereins Bamberg 120 (1984) S. 91-109. – Barber/Barker 1989. – Berchem, Egon von: Die Herolde und ihre Beziehungen zum Wappenwesen, in: Beiträge zur Geschichte der Heraldik, hg. von Egon von Berchem, Donald Lindsay Galbreath und Otto Hupp, Berlin 1939, S. 115ff. – Le blason des couleurs en armes, hg. von Hippolyte Cocheris, Paris 1860 (zum Werk des Herolds Sicile [= Jean Courtois aus Mons † 1437]).- Brinker, Claudia: Van manigen helden gute tat. Geschichte als Exempel bei Peter Suchenwirt, Frankfurt a. M. u. a. 1987. – Bumke 1, 1986, S. 369ff. – Contamine, Philippe: Office d'armes et noblesse dans la France de la fin du Moyen Âge, in: Bulletin de la Société nationale des Antiquaires de France (1994) S. 310-322 (Status der Herolde in Frankreich im 15. Jh.). – Dennys, Rodney: Heraldry and the Heralds, London 1982. – Duby, Georges: Guillaume le Maréchal oder der beste aller Ritter, Frankfurt a. M. 1986. – Godfrey, Walter Hindes/Wagner, Anthony Richard/London, Hugh Stanford: The College of Arms, London Survey Committee, vol. XVI, 1963. – Heinig, Paul-Joachim: Die Türhüter und Herolde Kaiser Friedrichs III. Studien zum Personal der deutschen Herrscher im 15. Jahrhundert, in: Kaiser Friedrich III. in seiner Zeit, hg. von Paul-Joachim Heinig, Köln 1993 (Beihefte der RI, 12). – Huizinga, Johan: Ruyers en Poyers, in: Wirtschaft und Kultur, Festschrift für Alfons Dopsch, Leipzig 1938, S. 535-546 (ND in: Johan Huizinga, Verzamelde Werken, Bd. 3, Haarlem 1949, S. 198-209). – Jones, Michael: Servir le duc: remarques sur le rôle des hérauts à la cour de Bretagne à la fin du Moyen Âge, in: Marchandisse, Alain/Kupper, Jean-Louis: À l'ombre du pouvoir. Les entourages princiers au moyen âge, Genf 2003, S. 245-265. – Keen, Maurice: Chivalry, New Haven u. a. 1984, S. 125-142 (Herold als säkulärer Priester). – Körner, Bernhard: Handbuch der Heroldskunst, 3 Bde., Görlitz 1920-30. – Kurras, Lotte: Georg Rixner, der Reichsherold »Jerusalem«, in: Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg 69 (1982) S. 341-344. – Kurras 1992. – London, Hugh Stanford: The life of William Bruges, the first Garter King of Arms, London 1970. – Melville, Gert: Hérauts et héros, in: Duchhardt, H./Jackson, R. A./Sturdy, D.: European Monarchy. Its Evolution and practice from Roman Antiquity to Modern Times, Stuttgart 1992, S. 81-97. – Melville, Gert: Der Brief des Wappenkönigs Calabre. Sieben Auskünfte über Amt, Aufgaben und Selbstverständnis spätmittelalterlicher Herolde (mit Edition des Textes), in: Majestas 3 (1995) S. 69-116. – Melville, Gert: »Un bel office«. Zum Heroldswesen in der spätmittelalterlichen Welt des Adels, der Höfe und Fürsten, in: Deutscher Königshof, Hoftag und Reichstag im späteren Mittelalter, hg. von Peter Moraw, Stuttgart 2002 (VuF, 48), S. 291-322. - Neubecker, Ottfried: Heraldik. Wappen – ihr Ursprung, Sinn und Wert, Frankfurt a. M. 1977. – Paravicini 1989, S. 329ff. – Paravicini, Werner: Die älteste Wappenrolle Europas: Ottos IV. Aachener Krönung von 1198, in: Archives héraldiques Suisses/Schweizer Archiv für Heraldik 107 (1993) S. 99-146. – Paravicini 1994. – Pastoureau, Michel: Traité d'héraldique, Paris 1979. – Peters, Ursula: Herolde und Sprecher in mittelalterlichen Rechnungsbüchern, in: Zeitschrift für deutsche Altertumskunde 105 (1976) S. 233-250. - Roemheld, Lutz: Die diplomatischen Funktionen der Herolde im späten Mittelalter, Heidelberg 1964. – Seyler, Gustav Adelbert: Geschichte der Heraldik, Nürnberg 1890 (ND Neustadt a.d. Aisch 1970). – Das ritterliche Turnier im Mittelalter. Beiträge zu einer vergleichenden Formen- und Verhaltensgeschichte des Rittertums, hg. von Josef Fleckenstein, Göttingen 1985. – Wagner, Anthony Richard: Heralds and Heraldry in the Middle Ages. Inquiry into the Growth of the Armorial Function of Heralds, 2. Aufl., Oxford 1956. – Wagner, Anthony Richard: Heralds of England. A history of the Office and College of Arms, London 1967.