Medien
Welche Rolle man dem Gebrauch von Medien an den Höfen des 13. bis mittleren 17. Jh.s zuschreibt, hängt zunächst davon ab, wie weit man den Begriff des Mediums fassen will. Grundsätzl. zu unterscheiden ist zunächst zw. Medien der Schriftlichkeit und solchen der Mündlichkeit, die vielfache Verbindungen miteinander eingehen. Hinzu tritt medialer Gebrauch von Werken der bildenden Künste, wie etwa Gemälden, Skulpturen, Medaillen. Dabei ist jeweils im einzelnen zu betrachten, inwieweit ein Medium bewußt, – d. h. zu Erreichung eines bestimmten Zieles – eingesetzt wird (»Medienpolitik«). Als Funktionen der Medien, die auf den Hof einwirken oder von ihm gebraucht werden, sind im einzelnen zu nennen:
Information und Meinungsbildung: So z. B. Vortrag oder Lektüre von Literatur, die Anlage von Hofbibliotheken; siehe auch das Stichwort Hofgelehrte, Selbstdefinition und -darstellung des Hofes: Formulierung und Diskussion des eigenen Normen- und Wertesystems, Repräsentation und Legitimation im Hinblick auf die eigene Vergangenheit (Herkommen, Memoria) wie Darstellung der gegenwärtigen Position (dies auch im Vergleich mit anderen Höfen), siehe z. B. Geschichtsschreiber, Genealogie, Jahrtage, Totengedenken, Grablegen, Hofzeremoniell, Festberichte, Malerei (Porträt), Medaillen.Hinzu tritt der Einsatz von Medien zum Zwecke der
Formulierung, Propagierung und Durchsetzung der eigenen Politik: Siehe z. B. Kanzlei, Flugblätter, Anschläge, Herolde, Unterhaltung des Hofes: Siehe z. B. Divertissement, Unterhaltung / Zeitvertreib, Dichter, Literatur, Vorlesen, Lesen, Musik(er), Lied und Spruch, Hoftheater und Hofoper, Zwerge, Riesen, Mohren.Die jeweilige Funktion eines Mediums läßt sich dabei nur am Einzelfall genau bestimmen (der Vortrag eines höf. Epos oder eines Sangspruches kann ebenso der Information über zentrale Aspekte von Herrschaft dienen wie der Unterhaltung, er kann aber auch fsl. Mäzenatentum demonstrieren). In der Realität der Aktivitäten des Hofes kommt es dabei zu vielfacher Durchmischung der einzelnen Funktionsbereiche: Die Feier eines Totengedenkens kann auch der Darstellung von Aspekten der eigenen Politik dienen, ein Porträt oder eine Medaille können ebenso vom Kunstinteresse eines Herrschers zeugen, wie sie seinen Untertanen dessen Präsenz vor Augen führen können.
1200-1450
Zentral bestimmt wird der Mediengebrauch des Hofes zu Beginn unseres Zeitraumes durch die seit der zweiten Hälfte des 12. Jh.s einsetzende und rasch an Umfang und Qualität zunehmend Verschriftlichung bisher mündl. durchgeführter kommunikativer Akte in Verwaltung und Politik. Diese »Pragmatische Schriftlichkeit« führt zu einer enormen Steigerung der Produktion der Kanzleien der Höfe und im weiteren zu einer Intensivierung des Herrschafts- und Verwaltungshandelns. Daneben greift das Buch in seinen verschiedenen Gestalten (Codex, Rotulus) auf immer mehr Bereiche des menschl. Lebens aus (siehe Honemann 1999). Dabei ist Schrift – wie teils schon im FrühMA – zunächst »Sache von gelehrten Klerikern, deren sich die Herren zu administrativen und diplomatischen Zwecken wie auch zur Seelsorge, für wissenschaftliche und publizistische Aufgaben bedienen« (Müller 1992, S. 415f.). Neben dem stillen, individualisierten Lesen stehen bis an das Ende des MA oft dominierend mündl. Formen der Vermittlung (Vorlesen, freier Vortrag ep. oder lyr. Texte in »textual communities«). Belege hierfür sind allerdings ausgesprochen selten. Ein sehr instruktives frühes Beispiel von der mögl. Spannweite eines höf. »Literaturbetriebes« um 1200 bietet der Bericht des Lambert von Ardres in seiner Chronik der Gf.en von Guines: Hier läßt nicht nur Gf. Balduin zahlreiche lat. Texte (sowohl geistl. wie weltlich-wissenschaftliche) in die Volkssprache übertragen, sondern er setzt auch einen Bibliothekar zur Betreuung der Bücher ein; am Hofe seines Sohnes Arnold leben drei altgewordene Ritter, die der Hofgesellschaft am Abend Karls- und Artusepen ebenso vortragen wie Kreuzzugsepen, den Tristanroman und auch die Geschichte der Gf.en von Guines selbst (Curschmann 1996, mit Abdr. der Texte S. 167-169; einzig der Vortrag von Lyrik und von didakt. Literatur wird nicht gen.). Hier zeigen sich bereits Aspekte der die Lebensform der Höfe seit dem 12. Jh. bestimmenden »höfischen« Kultur, einer exklusiven, von den Rittern getragenen und sich von den anderen Ständen scharf abgrenzenden Lebensform, die sich z. B. in der Kleidung, in der Ausbildung eines eigenen Normen- und Wertekodexes (z. B. Schutz der Ww.n und Weisen, Frauendienst), einer bes. Festkultur (mit dem Leitbegriff der vröude) und bes. Ritualen (z. B. der Ritterweihe) manifestiert. Die Etablierung dieser Lebensform ist nur durch den Einsatz von Medien erreichbar gewesen. Dabei wird die Norm sowohl durch Vortrag und Lektüre fiktionaler Literatur (v. a. den Artusroman mit seinem normsetzenden Zentrum, dem Artushof und den zentralen Themen Minne und – auch kämpfer. – Einsatz für die Werte der höf. Gesellschaft), wie auch lehrhafter Literatur etabliert; wichtigstes Werk ist hier der bis in das 15. Jh. rezipierte Welsche Gast des Friauler Klerikers Thomasin von Zerklaere (1215/16), der in fast 15000 Versen und über 100 Bildern eine Verhaltenslehre für den Adel bietet. Hinzu treten der Vortrag von Minnesang und (allg. didakt. und polit.) Spruchdichtung, die z. B. auch Herrscherpreis und Totenklage thematisiert. Das Interesse der Höfe an diesem Medium wird dadurch sichtbar, daß sie seit dem späteren 12. Jh. als Auftraggeber höf. Literatur faßbar werden oder Autoren fördern (zu nennen sind bspw. der Wiener und der Thüringer, später der Prager Hof, daneben aber auch kleinere Höfe wie der der Gf.en von Wertheim). Daneben initiieren die Höfe vielfach volkssprachige »Hofliteratur« (Müller 1992, S. 417) in Gestalt religiöser, jurist. oder auch enzyklopäd. Werke, darunter auch dt. Bearbeitungen lat. Texte, wie etwa den enzyklopäd. Lucidarius (durch Heinrich den Löwen?).
Auch wenn fast alle Werke der höf. Literatur bis an das Ende des MA gelesen werden und teils im 15. und frühen 16. Jh., auch in Gestalt von Neubearbeitungen, eine Wiederbelebung erfahren (»Ritterrenaissance«), so verlagert sich der Fokus des Mediengebrauchs seit dem Ende des 13. Jh.s doch zusehends hin zur Hofliteratur, z. B. durch Entstehung einer Vielzahl von Fürstenspiegeln, die dem Prinzen und dem Herrscher Leitbilder für rechtes Verhalten bieten. Daneben steht hoforientierte Literatur, wie etwa Tischzuchten, Arzneibücher für Mensch und Pferd, Fecht- oder Büchsenmeisterbücher und solche zur Kriegskunst, astronom.-astrolog. Literatur. Allerdings treten die Höfe nun gegenüber den Städten, den Kl.n und den Universitäten als Zentrum literar. Produktion stark zurück. Nicht wenige von ihnen tragen jedoch der immer mehr als zentrale Aufgabe angesehenen Sorge um christl. Lebensweise und Seelenheil der Untertanen auch selbst Rechnung, wenn sie bspw., wie etwa der Wiener und, weniger prominent, der Münchener Hof selbst bedeutende katechet. Schriften übersetzen lassen (»Wiener Übersetzerschule«, siehe Hohmann 1986).
1450-1650
Einen Neuansatz bezügl. des Mediengebrauchs bringt in sehr vieler Hinsicht der Humanismus; dabei eröffnet der – von ihm konsequent genutzte – Buchdruck seit den 1460er Jahren neue mediale Möglichkeiten. Höfe und Fs.en bedienen sich zusehends der rhetor. geschulten, oft jurist. gebildeten Humanisten in Rat und Regierung, wobei der Diplomatie (Verhandlungen mit auswärtigen Mächten, so z. B. den ital. Höfen und der röm. Kurie) bes. Bedeutung zukommt. Dabei erweist sich die Rede- und Argumentationskunst der Humanisten bald als unverzichtbar, wie etwa die Tätigkeit eines Gregor Heimburg für den Tiroler und Prager Hof deutlich macht. Humanisten bei Hofe sind es auch, die durch meist panegyr. Darstellung des Fs.en (etwa seiner krieger. Erfolge), seines Hofes (z. B. der dort veranstalteten Feste) und im bes. der Geschichte seines Geschlechts (»Herkommen«, Gedechtnus, siehe Müller 1982 für Maximilian I.) sowie die Selbstdarstellung des Hofes und die Formulierung von dessen Politik nach Innen wie v. a. Außen leisten. Früheste, hier zu nennende Beispiele sind der Heidelberger Hof Friedrichs I. von der Pfalz und der Hof Ks. Friedrichs III. Von ganz besonderer Bedeutung ist dann bezügl. des Mediengebrauchs, der bereits Ansätze einer bewußt formulierten Medienpolitik erkennen läßt, der Hof Maximilians I., der bezügl. der Komplexität und Vielfalt des Mediengebrauchs die Ansätze anderer Höfe weit übertrifft. So wird bspw. der (erstmals in der Mainzer Stiftsfehde von beiden Parteien verwendete) Einblattdruck nun zur Information der Untertanen systemat. eingesetzt. Im Landshuter Erbfolgekrieg (1496ff.) versuchen beide Seiten, durch hzgl. Einblatt-Publikationen ihre Untertanen von der Richtigkeit der eigenen Position zu überzeugen (vgl. Eisermann 2004). In druckgraph. Gestalt macht der Einblattdruck – dies wird im späten 15. und frühen 16. Jh. geradezu zu einer Mode unter den dt. Fs.en – das Porträtbildnis des Herrschers in »aller Welt« bekannt, solcherart die früheren, auf Hof und Res. beschränkten Bildergalerien der eigenen Ahnen, wie sie etwa der wettin. Hof anlegte, überholend. Hinzu tritt die »Abcontrafactur« des Herrschers auf Münzen und Medaillen. Mit der Reformation und der Entstehung eines landesherrl. Kirchenregiments, das den intensiven Einsatz des Hofes auch bezügl. des geistl. Lebens der Untertanen verlangt, vervielfacht sich ab den 1530er Jahren und bis zum Ende unseres Zeitraums die Verwendung von Druckmedien geringen Umfangs (Anschläge, Flugschriften), wie die Höfe nun ihrerseits auch Disputationen über Glaubensfragen initiieren und die Predigt (Hofprediger) in ihren Territorien beeinflussen. Was hier insgesamt an einem kleineren Hof im 15.-17. Jh., auch in Bezug auf die Ausbildung einer eigenen Identität mögl. war, zeigt beispielhaft der Mediengebrauch des Hofes von Geldern (siehe Literaturverzeichnis).
Der auf Privatsammlungen von Herrschern beschränkte Literaturgebrauch der Höfe wird seit dem späteren 15. Jh. durch Hofbibliotheken institutionalisiert (z. B. die Heidelberger »Palatina«, um deren Aufbau sich Kf. Ottheinrich [† 1559] verdient macht); sie verdanken ihre Entstehung ebenso sehr fsl. Repräsentationswillen wie humanist. Bildungsstreben (Schmitz 1984, Buzas 1975). Eigene Hofdichter verherrl. nun Person und Handeln des Fs.en. Vielfach ziehen die Herrscher jetzt Gelehrte an die Höfe, die ebenso sehr den eigenen Ruf (als Förderer der Künste und Wissenschaften) mehren sollen wie sie zusammen mit den weltl. wie geistl. Hofbeamten und dem Adel die frühneuzeitl. Hofkultur mit Leben erfüllen (siehe z. B. Coburg unter Hg. Johann Casimir, siehe Fisch 1981). Zu dieser gehört seit dem späteren MA zentral das höf. Fest (z. B. als Festbankett, als Ritterspiel, aus Anlaß einer Vermählung, eines Friedensschlusses), zudem ein herrscherl. Akte schmückendes Musikleben (Hofkapelle); aus ihm heraus entwickelt sich später, an erstaunl. vielen Höfen, die Hofoper. 1627 wird – dies einer der frühesten Belege – auf dem Torgauer Schloß anläßl. der Vermählung einer kursächs. Prinzessin mit dem Lgf. von Hessen die erste dt. Oper, eine von Heinrich Schütz komponierte und von Martin Opitz textierte »Pastoral-Tragikomödie von der Dafne« aufgeführt. Entsprechendes läßt sich für die Entwicklung des Hoftheaters sagen, dem im Rahmen von höf. Festen aufgeführte Spiele vor dem Herrscher vorausgingen (so z. B. die Huldigungsspiele des Konrad Celtis vor Maximilian I. und die am Wolfenbütteler Hof sehr gut bezeugten Trionfi), wobei auch hier die Repräsentation fsl. Herrschaft und fsl. Machtwillens das Divertissement in die zweite Reihe drängt, so bes. etwa bei den zahlreichen, anläßl. des Friedensschlusses von 1648 aufgeführten Umzügen und Spielen.
→ vgl. auch Abb.6
Quellen
Für Textausgaben der genannten Autoren siehe das »Verfasserlexikon« und das »RSM«, s.u. – Sammlung historischer Volkslieder und Gedichte der Deutschen, hg. von Oskar Ludwig Bernhard Wolff, Stuttgart u. a. 1830. – Historische Volkslieder aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Nach den in der K. Hof- und Staatsbibliothek zu München vorhandenen fliegenden Blätter, hg. von Phlipp Max Körner, Stuttgart 1840. – Ein Hundert Deutsche Historische Volkslieder. Gesammelt und in urkundlichen Texten chronologisch geordnet, hg. von Friedrich Leonhard von Soltau, Leipzig 1845. – Friedrich Leonhard von Soltaus Deutsche Historische Volkslieder, Zweites Hundert, hg. von Rudolf Hildebrand, Leipzig 1856. – Die historischen Volkslieder der Deutschen vom 13.-16. Jh., hg. von Rochus von Liliencron, 5 Bde., Leipzig 1865-69. – Politische Lyrik des deutschen Mittelalters, Texte, hg. von Ulrich Müller, 2 Bde., Göppingen 1972 und 1974 (Göppinger Arbeiten zur Germanistik, 68 und 84). – Die kleineren Liederdichter des 14. und 15. Jahrhunderts, hg. von Thomas Cramer, 4 Bde., München 1977-85.
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Deutsche Illustrierte Flugblätter des 16. und 17. Jahrhunderts, hg. von Wolfgang Harms, erschienen Bd. 1-4 und 7, München, dann Tübingen 1980-97 (ausführl. kommentierende Erschließung der Sammlungen in Wolfenbüttel, Darmstadt und Zürich mit umfangr. Registern). – Illustrierte Flugblätter aus den Jahrhunderten der Glaubenskämpfe der Reformation, 1983. – The German Political Broadsheet 1600-1700, hg. von John Roger Paas, erschienen Bd. 1-7: 1600-1648, Wiesbaden 1985-2002 (ohne Kommentare und noch ohne Register).
Literatur
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Den Forschungsstand zu allen genannten Autoren bieten: Die deutsche Literatur des Mittelalters. Verfasserlexikon, 2. Aufl., hg. von Kurt Ruh und Burghart Wachinger, 11 Bde., Berlin 1978-2004 (bis 1500). – Für die Sangsprüche: RSM = Repertorium der Sangsprüche und Meisterlieder des 12.-18. Jahrhunderts, hg. von Horst Brunner und Burghart Wachinger, 16 Bde., Tübingen 1986-2003. Das Stichwortregister (Bd. 15, 2002) bringt sub »Fürst«, »Höfling«, »Hof«, »Herrscher«, »Kaiser(-in)«, »König(-in)« (jeweils samt Komposita) sehr reiches Material zu Hof und Residenz. – Allg. Forschungsliteratur: Hahn, Gerhard: Walther von der Vogelweide, in: Verfasserlexikon X, 1999, Sp. 665-697, bes. 669-672 und 681-689. – Honemann, Volker: Politische Lieder und Sprüche im späten Mittelalter und der frühen Neuzeit, in: Die Musikforschung 50 (1997) S. 399-421. – Honemann, Volker: Herzog Casimir von Pommern und Busse von Erxleben. Zwei politische Lieder des deutschen Spätmittelalters im Vergleich, in: Gattungen und Formen des europäischen Liedes vom 14. bis zum 16. Jahrhundert, hg. von Michael Zywietz u. a., Münster 2005 (im Druck). – Janota, Johannes: Orientierung durch volkssprachige Schriftlichkeit (1280/90-1380/90), Tübingen 2004 (Geschichte der deutschen Literatur von den Anfängen bis zum Beginn der Neuzeit, 3,1), S. 145-190 und 344-355. – Kellermann, Karina: Abschied vom »historischen Volkslied«, Tübingen 2000 (Hermaea. NF, 90). – Kerth, Sonja: »Der landsfrid ist zerbrochen«. Das Bild des Krieges in den politischen Ereignisdichtungen des 13.-16. Jahrhunderts, Wiesbaden 1997 (Imagines medii aevi, 1). – Müller, Ulrich: Untersuchungen zur politischen Lyrik des deutschen Mittelalters, Göppingen 1974 (Göppinger Arbeiten zur Germanistik, 55/56). – Politik und Dichtung vom Mittelalter bis zur Neuzeit, hg. von Wolfgang Haubrichs, in: Zeitschrift für Literaturwissenschaft und Linguistik 10,3 (1980). – Schanze, Frieder: Überlieferungsformen politischer Dichtungen im 15. und 16. Jahrhundert, in: Schriftlichkeit und Lebenspraxis im Mittelalter. Erfassen, Bewahren, Verändern hg. von Hagen Keller, München 1999 (Münstersche Mittelalter-Schriften, 76), S. 299-331. – Schulze, Ursula: Art. »Spruchdichtung A. deutsche Literatur«, in: LexMA VII, 1995, Sp. 2143-2147. – Tervooren, Helmut: Sangspruchdichtung, Stuttgart u. a. 1995 (Sammlung Metzler, 293).
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