Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich

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Herr allen Wissens: Künstler und Fachleute

Die Akademie am Hofe Ks. Karls des Großen, in der sich Gelehrte aller Fachrichtungen aus dem gesamten Reich zusammenfanden, denen der Ks. Aufgaben stellte, mit denen er Gespräche pflegte und an deren Disputationen der ganze Hof teil nahm, hatte bei seinen Nachfolgern nur begrenzt als Vorbild gewirkt. Die Ottonen hatten noch bewußt daran angeknüpft, wenn auch die tatsächl. Ausmaße gelehrten Lebens am Hofe nicht an die Zeit Karls herankamen. Erst am Hofe Friedrichs II. verkehrten wieder – neben Künstlern, Philosophen und Dichtern – vergleichbar hochqualifizierte Gelehrte sowie nun auch handwerkl.-techn. Fachleute – das hatte es bei den Karolingern und Ottonen noch nicht gegeben.

Künstler, die der tägl. Unterhaltung dienten, wie Musikanten, Schauspieler, Dichter, hat es zu jeder Zeit und an allen Höfen des Hochadels gegeben. Allerdings bestanden große Unterschiede in der Aufenthaltsdauer. Im Winter war jeder froh, eine trockene, wenn auch dunkle und meist unbequeme Bleibe mit regelmäßigen Mahlzeiten zu finden. Im Sommer war das Leben leichter und man mußte sich der Tyrannei des Hoflebens nicht unterwerfen. Maler, deren Kunst zuerst in Kirchen und Kapellen gefragt war, fanden mit zunehmender Residenzbildung Aufgaben, die mit den größer werdenden Repräsentativbauten des 16. und 17. Jh.s auch immer anspruchsvoller wurden.

So wie bei den Künstlern war auch die Aufenthaltsdauer von Gelehrten und handwerkl.-techn. Fachleuten bei Hofe höchst unterschiedlich. Wie lange die Aufenthaltsphasen des Mathematikers, Astronomen und Astrologen Michael Scotus (vor 1200-35) in den Jahren zw. 1227 und 1235 waren, ist unbekannt; neuere Biographen sprechen nur noch davon, daß er »im Umkreis« Friedrichs II. tätig gewesen sei (Ackermann 1987, Burnett 1993). Der Mathematiker Leonardo Fibonacci (1170/80-nach 1240) aus Pisa, der Methoden des schriftl. Rechnens in Europa einführte, war dem Ks. bei dessen Besuch in Pisa vorgestellt worden, ansonsten pflegte er den Kontakt mit Hofgelehrten, v. a. Theodor von Antiochien (um 1195-1250). Dieser war für den Ks. als in Bagdad ausgebildeter Arzt und als Astrologe, der bis Mossul gekommen war, ehe er sich am Hof Friedrichs einfand, interessant und erhielt ein Lehen. Außerdem hatte er de animalibus von Aristoteles und das Jagdbuch des Falkners Moamin übersetzt. Das sog. Falkenbuch (de arte venandi) mit seinen weit über die Falken hinausgehenden zoolog. Beobachtungen erweist Friedrich im übrigen selbst als unabhängigen Gelehrten, frei von den systemat. und theoret. Zwängen des gerade aufkommenden Aristotelismus.

Fürstenhöfe und bes. Kaiserhöfe besaßen eine magnet. Anziehungskraft nicht nur auf Künstler, sondern auch auf Gelehrte, sofern sie sich von dem mönch. Gebot der »stabilitas loci« freimachen konnten, denn im 13. Jh. lebten Gelehrte noch in aller Regel in Kl.n. Der Nimbus des Hofes, das persönl. Interesse der Fs.en machten höf. Gesprächsrunden für alle Beteiligten zu einem intellektuellen Ereignis und die Hoffnung auf eine »Gnade« erhöhte zweifelsohne den Reiz solcher Zusammenkünfte, die in der Praxis aus überwiegend kurzfristigen Aufenthalten zustande kamen.

Die auf Friedrichs Initiative zurückgehenden Bauten wie das Brückentor von Capua und die Burg Castel del Monte, wo geometr. und astronom. Vorstellungen in Architektur umgesetzt wurden, brachten den Ks. vermutl. auch in Kontakt zu Baumeistern und deren techn. Umfeld, wie es von Villard de Honnecourt (fl. um 1220/30) exemplifiziert wird. Dessen Aufzeichnungen von Reisen (bis Ungarn) durchbrechen bereits die handwerkl. Musterbuchtradition und die techn. Darstellung neuartiger Maschinen macht es zu einem Vorläufer der techn. Enzyklopädien.

Nach der Auffassung von Philipp Melanchthon zeichnet es einen großen Herrscher aus, wenn er während seiner Mußestunden, etwa bei ärztl. verordneten Bädern, nicht lasziven Vergnügungen oder Gesprächen nachgeht, sondern sich mit Gelehrten unterhält. Als Vorbild in diesem Sinne nennt Melanchthon nach Ks. Friedrich II. nur Ks. Karl V. Dieser ist allerdings bekannt für sein Interesse an astronom. Instrumenten. Es ging dem Ks. nicht unkrit. um irgendwelche möglichst vergoldete Instrumente als Schaustücke. Daß seine Wahl auf Gerhard Mercator und Peter Apian fiel, zeigt, daß er an funktionstüchtigen Präzisionsinstrumenten interessiert war. Daneben wurden für die Höfe kostbare Multifunktionsinstrumente hergestellt, die ungeheure Kompliziertheit vorspiegelten, womit Genauigkeit und Nutzen jedoch nicht korrespondierten. Sie sind in zahlreichen Kunstkammern erhalten geblieben. Gerhard Mercator, der Instrumente herstellte, ehe er zur Kartographie überging, hatte den Ks. und seine Berater geradezu zu Bewunderern seiner Kunst gemacht, indem er ihnen Magnetnadelkompasse, Tischsonnenuhren (z. T. auch mit inkorporierten Magnetnadeln), astronom. Ringe, Armillarsphären und Astrolabien lieferte. Er soll für den Ks. sogar einen gläsernen Himmelsglobus gemacht haben, in den er die Sternbilder einritzte und mit Gold unterlegte. Solche Instrumente waren auch ein beliebtes Geschenk der Fs.en, aber Karl V. führte sie selbst mit sich und war untröstl., als bei Ingolstadt sein Zelt während des Schmalkaldischen Krieges 1546 zerstört wurde. Als der Ingolstädter Mathematiker und Astronom Peter Apian (1495-1552) dem Ks. 1540 die prächtige Monumentalausgabe einer Instrumentenkunde unter dem Titel Astronomicon Caesareum gewidmet hatte, wurde ihm der Dank durch ausgesprochen großzügige Gegengaben zuteil: neben der Übernahme der Druckkosten eine Summe von 3000 Gulden, die Versetzung in den erbl. Reichsadelsstand, die auch seine am Druck beteiligten Brüder und alle Nachkommen umfaßte, sowie die Ernennung zum »Hofmathematicus«. Die Ehren wurden kurze Zeit später noch vermehrt, als Apian vom Vatikan zum »Comes et Miles sacri Palatii et Aulae Lateranensis« ernannt wurde.

Einem weiteren Habsburger gelang es, an seinem Hof in Prag Astronomen von welthistor. Format aufzunehmen: Ks. Rudolph II., und hier handelte es sich tatsächl. um jahrelange Aufenthalte der Gelehrten in Kaisernähe. Daneben spielten auch mehrere Alchimisten bei Hof eine Rolle. Die Astronomen, die jeweils den Titel »Hofmathematicus« erhielten, waren der Mathematiker und Astronom Nicolaus Reimers Ursus (1551-1600), der jedoch nach einem Plagiatsstreit mit Tycho Brahe i. J. 1600 den Hof kurz vor seinem Tod verließ; der dän. Astronom Tycho Brahe (1546-1601) selbst, dem der dän. Kg. Friedrich II. auf der Insel Hven bei Kopenhagen eine Sternwarte hatte einrichten lassen, welche er aber wg. mangelnder Unterstützung durch dessen Nachfolger Christian IV. i. J. 1597 wieder hatte verlassen müssen, woraufhin er ein Jahr lang bei Heinrich Rantzau, dem dän. Statthalter für die Hzm.er Schleswig und Holstein, Aufnahme fand, ehe er 1599 an den Hof Rudolphs II. zog, mit seinen Beobachtungsinstrumenten und den Beobachtungsdaten im Gepäck; und schließl. der dritte: der Mathematiker und Astronom Johannes Kepler (1571-1630), dem es gelang, die elipt. Bahnen der Planeten, ihre wechselnde Geschwindigkeit und Helligkeit auf Grund der Beobachtungsdaten von Tycho Brahe zu berechnen. Mit den drei Keplerschen Gesetzen (1609, 1618, publiziert 1618-21) war das heliozentr. Weltbild mathemat. exakt beschrieben. 50 Jahre später sollte Isaac Newton die physikal. Gründe verstehen und berechnen. Ks. Rudolphs Nachfolger Matthias bestätigte Kepler zwar 1612 als Hofmathematicus, verlegte aber den Hof nach Wien, und aus verschiedenen Gründen verschwand der Gelehrtenkreis. Kepler war dann 1622 von Ferdinand II. wieder als Hofmathematicus bestätigt worden, aber weil weder Rudolf noch Matthias und Ferdinand die versprochenen Gehälter und »Gnaden« zahlen konnten, befand Kepler sich mit seiner Familie stets in Geldnöten und mußte andere Posten annehmen.

Die habsburg. Kaiserhöfe waren im 16. und 17. Jh. keineswegs die einzigen, zu deren Prachtentfaltung das gelehrte Mäzenatentum gehörte. Die Hzg.e Wilhelm IV. und Albrecht V. von Bayern, Pfgf. bei Rhein Ottheinrich, die in Dresden residierenden sächs. Hzg.e und Kfs.en August, Christian I., Christian II. und Johann Georg, die hess. Lgf.en Wilhelm IV., der Weise (1532-92), und Moritz der Gelehrte (1572-1627, † 1632), Hzg. August d. J. (1579-1666) in Hitzacker und Wolfenbüttel sammelten Instrumente, richteten astronom. Observatorien und alchemist. Laboratorien ein und förderten Astronomen, Mathematiker, Kartographen. Auch an kleineren Höfen, wie dem des dän. Statthalters Heinrich Rantzau (Schloß Wandsbeck bei Hamburg), Johann Moritz von Nassau-Siegen (1604-79), Ernst von Wittelsbach, Ebf. von Köln (1554-1612), Hzg. Wilhelm V. des Reichen von Jülich (1520-92), Bf. Lucas Watzenrode von Ermland (1489-1512) in Heilsberg und Frauenberg, verzeichnete man regen Gelehrtenverkehr. Stets hing dies ganz entscheidend von der Persönlichkeit der Fs.en rsp. Adeligen ab, welche nicht nur selbst wissenschaftl. hochgebildet, sondern z. T. selbst angesehene Gelehrte waren.

Von den Mathematikern und Astronomen, sowie deren gold-glänzenden Instrumenten ging stets eine bes. Faszination aus, weil sie die Grundlage für die allg. verbreitete Astrologie kannten, deren Wertschätzung eng mit dem Niveau und der Genauigkeit der ersteren verbunden war, wenn nicht sogar Sternkunde und Sterndeutung von derselben Person betrieben wurde, was ein lukratives, wenn auch gelegentl. riskantes Geschäft sein konnte. Freilich gehörte das nicht gerade zu den Aufgaben eines Herrschers, so wie sie etwa in Fürstenspiegeln und polit. Testamenten verzeichnet sind, oder jedenfalls konnte dies niemand zugeben.

Es gibt aber eine ganze Reihe von Aufgaben, die auf hoheitl. Rechten und Pflichten beruhen, und zu deren Ausübung seit dem 13. Jh. in zunehmendem Maß techn.-handwerkl. Wissen und Können eingesetzt wurden, wenn sie nur vorhanden und verfügbar waren. Die Chancen für die Verfügbarkeit waren an Fürstenhöfen deutl. besser als bei einfacheren Unternehmern. Auch hier spielte die Persönlichkeit des Herrschers eine entscheidende Rolle. Techn. Wissen wurde seit dem 14. Jh. in techn. Enzyklopädien aufgezeichnet und zunächst durch Abschriften, seit dem angehenden 15. Jh. auch durch Buchdruck verbreitet. Freilich war die Anwendung dieses Wissens noch während der nächsten Jh.e vom individuellen Geschick der Meister abhängig. Das erklärt die Knappheit von Spitzenleistungen.

Bergbau war stets eine wichtige Einnahmequelle der Fs.en, sei es, wenn er in direkter Regie betrieben wurde (Salzgewinnung in Bayern und Salzburg, zeitw. Kupfer- und Silberabbau in Tirol), sei es durch Pacht- und Steuereinnahmen. Dies gilt insbes. für die großen Bunt- und Edelmetallvorkommen in der Oberpfalz, im sächs. Erzgebirge und im Harz, während die zahllosen Eisenschürf- und -abbaustellen, die überwiegend den Bedarf an Werkzeugen und gelegentl. auch Waffen deckten, wohl keinen Adeligen reich machten. Steiermark und Kärnten sind hier die Ausnahme. Bis ins 14. Jh. – in einigen Gebieten länger – wurde relativ oberflächennah gearbeitet, die Gänge wurden so in den Hang getrieben, daß das sich ansammelnde Wasser ohne weiters ablaufen konnte. Die Schwierigkeiten begannen, wenn eine techn. Wasserhaltung nötig wurde, d. h. das Wasser wie bei Brunnenanlagen aus dem Schacht nach oben befördert werden mußte. Hier kamen Göpel und Mühlen zum Einsatz. In Tirol scheiterten eine ganze Reihe oberdeutscher Handelshäuser, die Geld für die Wahl Karls V. zum Ks. gegen Bergrechte gegeben hatten, an den techn. wie finanziellen Herausforderungen. Und die Fugger überstanden diese auch für sie enorme Herausforderung nur, weil es ihnen gelang, Ehzg. Ferdinand mit in die Verantwortung einzubinden.

Eine andere Aufgabe, die mit erhebl. Einnahmen verbunden war, entstand aus der Verantwortung für den Zustand der Straßen. Der Brennerpaß, mit nur 1370 m niedrigster und ganzjährig nutzbarer Alpenpaß, war auch wg. seiner zentralen Lage für den Verkehr von Dtl. nach Italien von bes. Bedeutung. Bis zum Beginn des 14. Jh.s mußten Waren und Reisende allerdings zw. Kolmann (südl. von Brixen) und Bozen auf den Maultierpfad auf der halben Höhe des Ritten ausweichen. Erst durch die spektakuläre Baumaßnahme, für die der Kaufmann Heinrich Kunter sich ein Privileg hatte ausstellen lassen, wurde auch dieses Stück – und damit die ganze Paßüberquerung – durchgehend mit Wagen passierbar, übrigens als einziger Alpenpaß neben dem schon von den Römern gebauten Reschenpaß. Verbesserungen in der Trassenführung wurden unter Hzg. Siegmund dem Münzreichen im 15. Jh. durchgeführt, der auch den wichtigsten fahrbaren Zugang zum Inntal über den Fernpaß deutlich verbesserte. Auf bayer. Seite wurde zur Umgehung des Sumpfgebietes bei Murnau i. J. 1495 durch Hzg. Albrecht IV. die Kesselbergstraße angelegt.

Breiten Raum nahmen in den techn. Enzyklopädien die milit. Belagerungsgeräte ein, während Waffen in gesondertem Schrifttum abgehandelt wurden. Dabei handelt es sich im wesentl. um sog. Kampfwagen, d. h. starke Kästen auf Radscheiben, die die Kämpfer bei Annäherung und Zugang zur feindl. Burg schützen sollten, Gerätschaften zum Transport schwerer Lasten (Geschützrohre) über steile Abhänge, mobile Brücken zur Überwindung von Gewässern und Wurfgeschoße. Man nimmt an, daß die Autoren durch Nachweis ihres Könnens in solchen Schriften eine Anstellung als Ingenieur an einem Hof suchten. Viele der gezeichneten Geräte hatten utop. Charakter, da ihre Anwendung im Gelände unmögl. war, aber die techn. Details kamen auch bei zivilen Konstruktionen zum Einsatz.

Ein geschickter Uhrmacher dagegen brauchte kein Musterbuch, um sich bekannt zu machen. Seit im 16. Jh. Uhren im Tischformat und sogar tragbar für die Tasche hergestellt wurden, waren sie das klassische, techn. Repräsentationsobjekt schlechthin. Nicht viel weniger beliebt waren Automaten, deren Figuren durch dieselben mechan. Grundlagen in Bewegung versetzt wurden. Häufig wurden Uhren mit Automaten verbunden, oder – noch viel anspruchsvoller – mit bewegten Himmelsmodellen. Eine große Rolle spielten Uhren in der sog. Türkenverehrung, d. h. dem diplomat. Austausch von Geschenken (aus osman. Sicht: Tributen) während des ca. 150jährigen Waffenstillstandes, der mit dem Sieg Ks. Karls V. über Kg. Franz I. von Frankreich bei Pavia (1525) begann, bis die türk. Gefahr nach dem milit. Mißerfolg der zweiten Belagerung Wiens (1683) endete. Der Sultan und seine Umgebung entwickelte sogar ganz dezidierte Wünsche, die sie in Zeichnungen übermittelten, freilich nur bezügl. der äußeren Form der Uhren.

Während die Begeisterung für die Uhren auch von den Frauen des Hofes geteilt wurde, ging der Wunsch nach Darstellung des Landes durch Landkarten und Modelle wieder ausschließl. von den Herrschern aus. Als Hzg. Albrecht V. von Bayern i. J. 1554 bei seinem Vetter, Hzg. Chrisoph in Tübingen, eine kleine Karte des Hzm.s Württemberg gezeigt wurde, entstand sofort der Wunsch nach etwas Ähnl. von Bayern. Er schickte Philipp Apian, den Nachfolger seines Vaters Peter, nach Tübingen, um die Karte in Augenschein zu nehmen und die Machbarkeit zu erörtern. Albrecht kannte den etwas jüngeren Philipp persönlich, weil sie gemeinsam von Peter Apian unterrichtet worden waren. Philipp Apian kam mit dem Bescheid zurück, daß man das in Bayern viel besser könne, und erhielt den Auftrag. Das Ergebnis war die auf Pergament gezeichnete, 5×5 m große Wandkarte für die Burg Trausnitz (bei Landshut) 1563, die 1568 als Baierische Landtafeln im Holzschnittverfahren (verkleinert auf ca. 170 x 170 cm) vervielfältigt wurde. Es hatte schon von mehreren Territorien, auch von Bayern (Aventinus Karte von 1523) Karten gegeben, die aber weder derartig ins Detail gingen, noch Anspruch auf Genauigkeit erheben konnten. Die Landtafeln waren die erste Territorialkarte auf trigonometr.-astronom. Grundlage. Sie eröffnete die Ära der modernen Landkartographie. Für das Kfsm. Sachsen erstellte Mattias Oeder eine Karte auf derselben techn. Grundlage, allerdings in sehr viel kleinerem Maßstab, die leider nie veröffentlicht wurde. Die Landtafeln von Philipp Apian wurden erst im 19. Jh. auf Grund neuer Vermessungsarbeiten ersetzt.

Karl der Große, die Ottonen-Ks. und Friedrich II. hatten als Herrscher ihre herausragende Stellung nicht nur auf religiösem und moral. Gebiet gesehen, sondern die Kultur in vorbildhafter Weise in den Herrschaftsanspruch einbezogen, ja sogar als Legitimationsmerkmal dargestellt (z. B. Brief Gerberts an Otto III.). Wie sehr dieser kulturelle Ehrgeiz abhängig war von der Persönlichkeit der Herrscher, zeigen die folgenden Jh.e. Eine auffallende Häufung mäzenat. Herrscher, ja sogar hochgebildeter und z. T. selbst ernsthaft forschender Gelehrtenpersönlichkeiten brachte das 16. und beginnende 17. Jh. hervor. Das persönl. Engagement einiger Herrscher, die zweifelsohne die geistige Elite an ihre Höfe zogen, übertraf – gemessen am zeitgenöss. Standard der Wissenschaftlichkeit – den in den Fürstenspiegeln als adeliges Ideal geforderten »anmutigen Dilettantismus«. Zudem machten sich die Höfe der Reichsfs.en offenbar in dieser Zeit auch untereinander Konkurrenz auf dem Gebiet der Kultur, was gewiß den harten Turnieren der Ritterzeit vorzuziehen ist, aber milit. Auseinandersetzungen nicht ersetzte. Die Höfe nahmen in dieser Zeit nicht nur am geistigen Fortschritt teil, auf einigen Gebieten ermöglichten sie Spitzenleistungen, für die die beteiligten Gelehrten und Ingenieure resp. Meister anderswo keinen Freiraum fanden.

Quellen

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Bagrow, Leon/Skelton, Raleigh Ashlin: Meister der Kartographie, 5. Aufl., Berlin 1985. – Gerhard Mercator: 1512-1594 zum 450. Geburtstag, hg. von Günther von Roden, Duisburg-Ruhrort 1962. – Gérard Mercator Cosmographe – le temps et l'espace, hg. von Marcel Watelet, Antwerpen 1994. – Vierhundert Jahre Mercator. Vierhundert Jahre Atlas. Eine Geschichte der Atlanten, hg. von Hans Wolff, Weißenhorn 1994. – Philipp Apian 1989. – Reich, Ulrich: Johann Scheubel und die älteste Landkarte von Württemberg 1559, Karlsruhe 2000. – Wolf, Armin: Ikonologie der Ebstorfer Weltkarte und politische Situation des Jahres 1239. Zum Weltbild des Gervasius von Tilburg am Welfischen Hofe, in: Ein Weltbild vor Columbus. Die Ebstorfer Weltkarte - Interdisziplinäres Colloquium 1988, hg. von Hartmut Kugler im Zusammenarbeit mit Eckhard Michael, Weinheim 1991, S. 54-116. – Wolff, Hans: Peter Apian, Wegbereiter der Kartographie, und Von Johann Aventin zu Philipp Apian, in: Bayern im Bild der Karte. Cartographia Bavariae (Ausstellungskatalog), Weissenhorn 1988.

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Die Baumeister der »Deutschen Renaissance«. Ein Mythos der Kunstgeschichte, hg. von Arnold Bartetzky, Beucha 2004 (darin Ausführungen zum Mythos des Baumeisters in der »Deutschen Renaissance« und zu seiner tatsächl. Stellung im Bauwesen sowie zu Wendel Roskopf, Konrad Krebs, Hieronymus Lotter, Wilhelm Vernucken, Antonis van Obberghen, Lüder von Bentheim, Jakob Wolff d. J., Elias Holl und Heinrich Schickhardt). – Große Baumeister, hg. von der Bauakademie der DDR, Berlin 1990 (Schriften des Instituts für Städtebau und Architektur) (darin die Beiträge »Hinrich Brunsberg« von Nikolaus Zaske und »Elias Holl« von Hans-Joachim Kadatz). – Binding, Günther: Bischof Benno von Osnabrück als «architectus et dispositor caementarii operis, architectoriae artis valde pertius«, in: Zeitschrift des deutschen Vereins für Kunstwissenschaft 44 (1990) S. 53-66. – Binding, Günther: Der früh- und hochmittelalterliche Bauherr als sapiens architectus, Darmstadt 1996 (darin maßgebl. Angaben zu Q. und zur Lit.; zahlreiche Abb.). – Binding, Günther: Art. »Baumeister«, in: LexMA I, 1980, Sp. 1666-1667. – Binding, Günther: Art. »Baubetrieb«, in: LexMA I, 1980, Sp. 1554-1561. – Binding, Günther: architectus, magister operis, wercmeistere: Baumeister oder Bauverwalter im Mittelalter, in: Mittellateinisches Jahrbuch 34,1 (1999) S. 7-28 (darin maßgebl. Angaben zu Q. und zur Lit.). – Binding, Günther: Meister der Baukunst. Geschichte des Architekten- und Ingenieurberufs, Darmstadt 2004 (darin die neueste und detailreiche Überblicksdarstellung zum Thema mit maßgebl. Angaben zu Q. und zur Lit.; zahlreiche Abb.). – Binding, Günther in Zusammenarbeit mit Gabriele Annas, Bettina Jost und Anne Schunicht: Baubetrieb im Mittelalter, Darmstadt 1993 (darin maßgebl. Angaben zu Q. und zur Lit.; zahlreiche Abb.). – Binding, Günther/Lischeid-Burdich, Susanne: Planen und Bauen im frühen und hohen Mittelalter nach den Schriftquellen bis 1250, Darmstadt 2002. – Booz, Paul: Der Baumeister der Gotik, München 1956. – Briggs, Martin S.: The Architect in History, Oxford 1927 (repr. New York 1974). – Conrad, Dietrich unter besonderer Mitwirkung von Klaus Mertens: Kirchenbau im Mittelalter. Bauplanung und Bauausführung, Leipzig 1990 (darin repräsentative Beispiele für Baumeister und. Werkmeister sowie zahlreiche Abb.). – Gerstenberg, Kurt: Die Bildnisse der deutschen Baumeister im Mittelalter, Berlin 1966. – Gerstenberg, Kurt: Art. »Baumeisterbildnis«, in: Reallexikon zur deutschen Kunstgeschichte II, 1948, Sp. 96-100. – Grewolls, Antje/Ludwig, Steve: Die Bauorganisation an den Wismarer Pfarrkirchen, in: Wismarer Beiträge 12 (1996) S. 20-32. – Hempel, Eberhard: Art. »Baumeister«, in: Reallexikon zur deutschen Kunstgeschichte II, 1948, Sp. 90-96. – Kletzl, Otto: Titel und Namen von Baumeistern deutscher Gotik, München 1935 (Schriften der deutschen Akademie, 26). – Kostof, Spiro (Ed.): The Architect. Chapters in the history of the Profession, Berkeley, Los Angeles and London (darin u. a. Beiträge zum ma. Architekten, dem Werden des ital. Architekten im 15. Jh., dem neuen Berufsstand in der Renaissance). – Kruft, Hanno-Walter: Geschichte der Architekturtheorie, München 1986 (siehe hier für Angaben zu Architekturtraktaten). – Mojon, Luc: St. Johannsen Saint-Jean de Cerlier, Beiträge zum Bauwesen des Mittelalters, Bern 1986 (darin Auflistung von Werkmeistergrabplatten). – Münkler, Herfried/Münkler, Marina: Art. »Architektur«, in: Lexikon der Renaissance, München 2000, S. 19-26. – Münkler, Herfried/Münkler, Marina: Art. »Künstler«, in: Lexikon der Renaissance, München 2000, S. 204-212. – Pevsner, Pevsner: The Term »Architect« in the Middle Ages, in: Speculum 17 (1942) S. 549-562. – Severin, Ingrid: Baumeister und Architekten. Studien zur Darstellung eines Berufsstandes in Portrait und Bildnis, Berlin 1992. – Schock-Werner, Barbara: Zur Entlohnung der Werkmeister an Bauhütten im späten Mittelalter, in: Kölner Domblatt 41 (1976) S. 125-130. – Schönherr, David: Die Kunstbestrebungen des Erzherzogs Sigmund von Tirol, in: Jahrbuch der kunsthistorischen Sammlungen Wien (1883) S. 189ff. – Sosson, Jean-Pierre: Art. »Baugewerbe«, in: LexMA I, 1980, Sp. 1632-1627. – Sosson, Jean-Pierre: Art. »Bauhof«, in: LexMA I, 1980, Sp. 1628-1629. – Warnke, Martin: Hofkünstler, 2. Aufl., Köln 1996.