Qumran Digital - Text und Lexikon

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Handschrift des Jesajabuches aus Höhle 1

Neues DFG-Langzeitprojekt unter dem Dach der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen

GÖTTINGEN. Der Hauptausschuss der DFG hat die zwölfjährige Förderung eines neuen Projekts zu den Handschriften vom Toten Meer (Qumran) beschlossen, das unter dem Dach der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen seine Arbeit aufnehmen wird. Auf Grundlage langjähriger Vorarbeiten an der Göttinger Akademie wird das Projekt „Qumran Digital – Text und Lexikon“ ein komplettes philologisches Lexikon zu den rund 1000 hebräischen und aramäischen Handschriften vom Toten Meer erarbeiten und sukzessive online publizieren. Auf diese Weise wird neben den „klassischen“ Wörterbuchartikeln auch die umfangreiche Materialsammlung frei verfügbar gemacht, auf der das Wörterbuch basiert. Dies erlaubt nicht nur die jeweiligen Entscheidungen in den einzelnen Wörterbuchartikeln anhand des gesamten epigraphischen und philologischen Materials kritisch nachzuvollziehen, sondern ist auch für die weitere sprachliche und editorische Erschließung dieser einzigartigen Texte von großem Nutzen. Eine neu erstellte Weboberfläche erlaubt es den Nutzern, den umfangreichen Datenbestand und die damit verknüpften lexikographischen Ergebnisse einfach und unter verschiedenen Fragestellungen zu suchen oder gezielt anzusteuern.

Geleitet wird das Projekt von Prof. Dr. Reinhard Kratz, Apl. Prof. Dr. Annette Steudel und Priv. Doz. Dr. Ingo Kottsieper, die bereits für das analoge Vorgängerprojekt an der Göttinger Akademie der Wissenschaften verantwortlich waren. Mit einem erfahrenen Team haben sie zwei erste Wörterbuchbände im Druck publiziert, die in dem neuen Projekt ebenfalls online frei verfügbar gemacht werden.

Bei den Texten vom Toten Meer handelt es sich um die Überreste von rund 2000 Jahre alten Schriftrollen, darunter die ältesten überlieferten Bibelhandschriften überhaupt und Hunderte von Abschriften solcher Werke, die authentische Zeugnisse der jüdischen Lebens- und Vorstellungswelten der Zeit des Zweiten Tempels (rund 550 v.Chr. - 150 n.Chr.) sind. Auch auf sprachwissenschaftlicher Ebene sind die Texte von besonderer Bedeutung, da sie eine Brücke schlagen vom biblischen zum späteren rabbinischen Hebräisch und Aramäisch.