Neues Stipendienprogramm für Niedersachsen

Akademie

Herausragende internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften bekommen die Möglichkeit, 2026 sechs Monate lang zu einem Jahresthema zu forschen.

FACHÜBERGREIFEND. INTERNATIONAL. IN NIEDERSACHSEN.

Die Hannah Arendt Fellowships ermöglichen herausragenden internationalen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus den Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften sechsmonatige Forschungsaufenthalte in Niedersachsen. Für die erste Förderrunde 2026 ist eine Bewerbung ausschließlich auf Einladung durch eine niedersächsische Forschungseinrichtung möglich. Bewerbungsschluss ist der 15. September 2025.


Ein neues Stipendienprogramm für die Geistes-und Sozialwissenschaften

Ab 2026 ermöglichen die Hannah Arendt Fellowships im Rahmen von zukunft.niedersachsen, einem gemeinsamen Wissenschaftsförderprogramm des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur und der VolkswagenStiftung, jährlich bis zu zehn internationalen Forschenden die Durchführung eines eigenen wissenschaftlichen Projekts während eines sechsmonatigen Aufenthalts (April–September) an einer niedersächsischen Universität oder außeruniversitären Forschungseinrichtung. Die Koordination des Programms liegt bei der Niedersächsischen Akademie der Wissenschaften zu Göttingen.

Im Mittelpunkt stehen die Förderung akademischer Freiheit und ein lebendiger wissenschaftlicher Austausch. Die Fellowships folgen einem dezentralen Residenzmodell: Jeder Fellow arbeitet im Tandem mit einer wissenschaftlichen Ansprechperson vor Ort und ist aktiv in das akademische Umfeld der aufnehmenden Institution eingebunden.

Die Fellowships richten sich an herausragende internationale Postdocs und etablierte Forschende in den Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften. Die Auswahl erfolgt durch ein unabhängiges, international besetztes Expertengremium.
 

Jahresthema 2026: Demokratie

Jede Kohorte der Hannah Arendt Fellowships ist durch ein Jahresthema gerahmt, das fachübergreifenden Austausch und gemeinsame Reflexion fördert.

Für den ersten Jahrgang 2026 lautet das Thema:

Defining Democracy – Describing Democracies – Comparing Democracies

Dieses dreigliedrige Leitmotiv eröffnet ein breites Spektrum wissenschaftlicher Zugänge. Demokratie wird dabei nicht nur als normative Idee verstanden, sondern auch als historisch gewachsene, kulturell vielfältige und sozial eingebettete Praxis. Fellows sind eingeladen, die unterschiedlichen Formen und Bedeutungen von Demokratie(n) über Zeit und Raum hinweg aus theoretischer, empirischer oder vergleichender Perspektive zu erforschen.

Mögliche thematische Zugänge sind:

- Begriffsgeschichten und Demokratietheorien
- Institutionen, Partizipation und Repräsentation in Geschichte und Gegenwart
- Demokratie in der Antike, in vormodernen oder nicht-westlichen Kontexten
- Aktuelle Herausforderungen wie Autoritarismus, Desinformation, Repräsentationskrisen
- Medien, Sprache, Performanz und symbolische Praktiken im demokratischen Alltag
- Gleichheit, Inklusion und Pluralismus

Das Jahresthema bietet einen gemeinsamen inhaltlichen Bezugspunkt für Fellows und Gastgebende mit viel Raum für individuelle Perspektiven, spezialisierte Zugänge und überfachliche Verknüpfungen.

In der ersten Ausschreibungsrunde 2026 richtet sich das Programm ausschließlich an sogenannte invited fellows: Niedersächsische Hochschulen und Forschungseinrichtungen sind eingeladen, gezielt internationale Forschende für einen Aufenthalt vorzuschlagen. Die Niedersächsische Akademie der Wissenschaften zu Göttingen begleitet die Einrichtungen während des Bewerbungsprozesses und bei der erfolgreichen Integration der Fellows vor Ort.