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Die Akademie feiert 2026 ihr 275-jährige Bestehen

Mit dem Jahr 2026 hat unsere Akademie das stolze Alter von 275 Jahren erreicht. Sie ist damit die älteste durchgehend bestehende Wissenschaftsakademie in Deutschland. Feiern werden wir das Jubiläum im Gründungsmonat November. Einblicke in die Historie unserer traditionsreichen Einrichtung soll die gemeinsam mit der Universität Göttingen veranstaltete Ringvorlesung im Wintersemester 2026/27 vermitteln: „Revolutionen des Wissens: Die Göttinger Akademie im Spiegel wissenschaftlicher Umbrüche“. 

Die Gründung der Akademie in Göttingen im Jahr 1751 war etwas sehr Besonderes. Einrichtungen, in denen geforscht wurde, konnte man im Europa des 18. Jahrhunderts an einer Hand abzählen. An der schon 1737 gegründeten Universität Göttingen wurde fast ausschließlich gelehrt und kaum geforscht. Aber: „Ein Academiste muss erfinden“, forderte Albrecht von Haller (1708-1777), der erste Leiter der Königlichen Societät der Wissenschaften, wie die Akademie lange hieß. Wissenschaftler sollten also nicht mehr nur das hergebrachte Wissen lehren, sondern neues „erfinden“. Die Aussicht, im Kreis der großen Denker der damaligen Zeit wissenschaftliche Neuentdeckungen zu machen, begründete den Erfolg der Societät. Georg Christoph Lichtenberg, Johann Wolfgang von Goethe, die Brüder Wilhelm und Alexander von Humboldt, die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm, Karl Friedrich Gauß, später auch Felix Klein, Otto Hahn, Albert Einstein, Friedrich Hund, Werner Heisenberg, Stephan Hell und viele andere namhafte Gelehrte wurden im Laufe der Jahre hinzugewählt. Insgesamt waren oder sind 74 Nobelpreisträger Mitglieder der Akademie. 

Eine Gelehrtengesellschaft ist die Akademie bis heute geblieben. Als solche vereint sie 370 herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler über Fach- und Landesgrenzen hinweg. Allerdings sind längst zahlreiche Aufgaben hinzugekommen. Inzwischen ist die Akademie auch eine außeruniversitäre Forschungseinrichtung, und zwar die größte Niedersachsens auf dem Gebiet der geisteswissenschaftlichen Grundlagenforschung. Vor allem Vorhaben, für die es einen sehr langen Atem braucht, werden von ihr betreut. Und seit 2025 hat sie ein drittes Standbein hinzubekommen. Als Trägerin eines neuen Förderprogramms des Landes Niedersachsen, der Hannah Arendt Fellowships, ermöglicht sie exzellenten Forschenden der Geistes- Kultur- und Sozialwissenschaften im Ausland ein gemeinsames wissenschaftliches Arbeiten mit Kolleginnen und Kollegen in Niedersachsen zu Themen, die von globaler gesellschaftlicher Bedeutung sind.

Neben den vielfältigen Forschungsaktivitäten suchen wir in zahlreichen Veranstaltungen den Dialog mit der Öffentlichkeit, greifen gesellschaftlich relevante Fragen auf oder bieten vertiefende Einblicke in spezielle Wissensgebiete. Zu den regelmäßigen öffentlichen Angeboten gehören die Ringvorlesung in Kooperation mit der Universität, die Reihe AKADEMIE IM GESPRÄCH, die Mitwirkung am jährlichen „Akademientag“ der Union, Vortragsreihen im phaeno Wissenschaftstheater in Wolfsburg, die öffentliche Sommersitzung und die Jahresfeier. Darüber hinaus beteiligt sie sich am Göttinger Literaturherbst und an Veranstaltungen des Göttingen Campus wie der Nacht des Wissens. Zu all diesen Ereignissen laden wir Sie herzlich ein!