Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich

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TESCHEN C.7. (Cieszyn/Český Těšín)

I.

Als böhm. Lehen seit 1327 schles. Mediatfsm. Der südl. Grenzbereich des Bm.s → Breslau von 1155 gehörte 1163 zum Hzm. → Ratibor und kam 1202 an das Hzm. → Oppeln. Seit 1281 selbständiger Herzogssitz einer Außenlinie der Piasten, unterstellte Kasimir I. diesen 1289 böhm. Lehnshoheit. Der seit 1315 bestehende Auschwitzer Teil kam 1457 an die → Jagiellonen und die Minderstandesherrschaft Bielitz wurde 1572 abgetrennt. Im Mannesstamm erloschen die Piastenhzg.e 1624; die piast. Erbtochter Elisabeth Lukretia heirateteGundaker von Liechtenstein und erklärte die Stadt 1629 für kathol. Nach deren Tod 1653 fiel das Hzm. als erledigtes Lehen an die → Habsburger. - CZ, Moravia-Silesia.

II.

Die Kastellaneiburg liegt am Austritt der Olsa aus den Beskiden ins fruchtbare Hügelland, wo sich südöstl. am rechten Flußufer 1223 eine Burgsiedlung entwickelt hatte. Die Burg in beherrschender Lage zw. Olsa und Brobeker Wasser diente als Res. und bot eine günstige Umgebung zur Stadtanlage. Unter Hzg. Ladislaus I. von Oppeln erfolgte eine deutschrechtl. Gründung vor 1284 mit Löwenberger Recht, die 1374 Magdeburger Recht erhielt und von Mauern eingefaßt wurde. Das T.er Land wurde vor 1545 evangel. und unter einem Dekanat vereinigt. Hzg. Wenzel II.erließ 1578 eine Landeskirchenordnung. Sein Sohn Adam Wenzel (1579/95-1617) konvertierte 1610 zum Katholizismus. Innerhalb Schlesiens genoß T. eine Randstellung und war vor dem Dreißigjährigen Krieg das einzige weltl. kathol. Hzm. des schles. Fürstentages.

III.

Als Teil der Burg des poln. Vogtes aus dem frühen 11. Jh. blieb auf dem Schloßberg hoch über der Stadt das einzigartige Baudenkmal der roman. Rundkapelle St. Nikolaus erhalten. Unter den Resten der großen Burganlage findet sich neben dieser Rotunde ein stattl. Bergfried (Piastenturm) des 14. Jh.s im Vorfeld der Stadt, die im SO durch eine Geländestufe getrennt wird. Altstadt und Schloß → Glogau waren zeitweilig im T.er Pfandbesitz und Witwensitz Hzg.in Margarethes.

Bielsko, in: Drabina, Historia, 2000, S. 319-327. - Cieszyn, in: Drabina, Historia, 2000, S. 186-199. - Köbler 1988, S. 552. - Kuhn, Walter: Teschen, in: Handbuch der historischen Stätten Deutschlands, 15, 1977, S. 530-534. - Luft, Robert: Teschen, in: Handbuch der historischen Stätten Deutschlands, 16, 1998, S. 607-610. - Stan i potrzeby badań nad dziejami śląska cieszyńskiego, Red. IdziegPanic, Teschen 2000. - Pelt, Jan-Robert van/Dwork, Debórah: Auschwitz von 1270 bis heute, Zürich u. a. 2000. - Wędzki, Andrzej: Art. »Teschen«, in: LexMA VIII, 1997, Sp. 562f.