ST. EMMERAM (REGENSBURG) C.4.1.
I.
Monasterium Sancti Haimhrammi, monasterium Sancti Hemmerammi, monasterium Sancti Emmerami, St. E. - Stadt Regensburg - D, Bayern, Reg.bez. Oberpfalz, kreisfr. Stadt.
II.
St. E. liegt südwestl. des röm. Legionslagers auf dem Areal eines röm. Gräberfeldes, in der Nähe der großen Strasse, die bereits in röm. Zeit nach Augsburg führte.
III.
Anzeichen, die für eine von der klösterl. Architektur abzusetzenden Res. sprechen, lassen sich kaum finden, sieht man von der bereits im 12. Jh. bezeugten, dem hl. Michael geweihten Abteikapelle am Südflügel des Kreuzganges ab, die im 19. Jh. abgetragen wurde. Daß die Klosterkirche auf eine spätantike Friedhofskirche zurückgeht, wie früher oft behauptet wurde, gilt nach neueren Forschungen als unwahrscheinlich. Bereits um die Mitte des 8. Jh.s hat Bf. Gaubald den Leib des hl. Emmeram in die damals neuerbaute Hauptkirche überführen lassen. Die erhalteneEmmeramskrypta mit Resten der karoling. Ausmalung ist bereits 791 urkundl. erwähnt. Umfangr. Baumaßnahmen an Kirche und Klostergebäuden sind unter Abt Ramwold (974-1000) nachzuweisen; aus seiner Zeit hat sich die 980 geweihte, zweistöckige Ramwoldskrypta erhalten. 1049 wurde das westl. Querschiff und die Wolfgangskryta erbaut, die 1052 von Papst Leo IX. geweiht wurden. Nach einem verheerenden Brand i. J. 1166 wurden Kirche und Konventsgebäude erneuert; unter Abt Peringer (1177-1202) wurde eine Wasserleitung mit bleiernen Rohren (aquaductum plumbeum) angelegt.1575-79 wurde der erhaltene Kirchturm im Renaissancestil neu errichtet. 1642 brannte die Kirche erneut aus. Unter Fürstabt Anselm Godin (1725-42) wurde die Kirche im Rokokostil prunkvoll erneuert, die Wand-, Deckenmalereien, Stukkaturen und Ausstattung stammen von den Gebrüdern Asam. Cosmas Damian Asam hat 1737 auch den von Johann Michael Prunner errichteten Bibliothekssaal ausgemalt. Die Klostergebäude wurden 1812 dem fsl. Haus Thurn und Taxis übergeben und bilden seitdem deren Hauptres.