Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich

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SANNEGG C.7. (Žovnek)

I.

Sŏnekke (1173), Souneke (1209), Sŏnegge (1211), Sovnek (1220), Seunek (1224), Saunec (1225), Sonnecke (1226), Sovneke (1226), Sevneche (1227), Sæwenekke (1229), Sevnek (1241), Seweneke (1255), Svnek (1262), Sewneck (1262) - Burg - Mgft. imSanntal (= Saunien) - Höhenburg oberhalb der Sann; Stammburg der Freien von S. - SLO, Žalec (Sachsenfeld), Gemeinde Braslovče.

II.

Die Burg S. liegt am Ostabhang des langen und breiten Bergrückens des Dobroll auf einem freistehenden, mäßig hohen Kegel im Sanntal. Die Mgft. im Sanntal, die vom ausgehenden 10. Jh. bis ins 12. Jh. in den Quellen gen. wird, sollte die Reichsgrenze im O gegen die Ungarn schützen. Durch Hemma von Friesach-Zeltschach, deren Gatte Wilhelm das Sanntal verwaltet hatte, kamen große Besitzungen an das von ihr gestiftete Nonnenkl. Gurk und von diesem ans gleichnamige Bm. Mit Hemmas Sippe werden die Anfänge der Freien von S. und Gf.en von C. in Verbindung gebracht,deren »Ahnherr« Gebhard von Soune zw. 1123 und 1130 erstmals urkundl. in Erscheinung tritt. Sollte Gebhard mit dem 1139 erstmals genannten Gebhard von Neuenburg (lat. de Castro novo) ident. sein, wie Heinz Dopsch vermutet, ließe sich die Errichtung der Burg S. als Nachfolgebau oder Ausbau eines bereits bestehenden Wehrturmes in die Zeit vor 1139 datieren. Die ursprgl. wehrtechn. Aufgabe S.s bestand v. a. darin, die Saumpfade und Übergänge nach Krain zu decken.

Von S. aus begann der rasche Aufstieg des Geschlechtes der Freien von S. im 14. Jh. Auch nach der Erhebung zu Gf.en von Cilli blieb die eher bescheidene Burg als »Schatzkammer« eines der Zentren der aufstrebenden Familie. So berichtet der Cillier Anonymus in seiner Chronik, Ulrich II. hätte nach dem Ableben seines Vaters Friedrich II. (18. Juli 1454), der auf S. verstorben war, in der Burg einen großmächtigen Schatz vorgefunden, den er nach Cilli überführen habe lassen.

III.

Der Kern der Burg S., ein auf unregelmäßiger Grundfläche erbauter zwei- bis dreistöckiger Gebäudekomplex, verfügte von Anfang an über einen geschlossenen Innenhof. Im 13./14. Jh. wurde das Gebäude zusätzl. befestigt. Der Eingangsturm, vor dem ein tiefer Wehrgraben in den Fels gehauen worden war, wurde mit einem weiten, reich profilierten Portal versehen, an der Süd- und Ostseite eine hohe Mauer errichtet. Wohl im 15. Jh. wurde an der Südwestecke der alten Burg ein runder, zweistökkiger Turm mit 3,5 m dicken Mauern hinzugefügt, in dessen erstemStock sich eine Kapelle befand. Deren got. Kreuzrippengewölbe ist bis heute erhalten geblieben. Das obere Stockwerk des Turmes war mit einem äußeren, hölzernen Wehrgang ausgestattet, dessen Ecken mit hervortretenden Dachtürmchen versehen waren.

Heute sind nur mehr Reste der einstigen Feste erhalten, da ihre Steine und Ziegel für den Bau eines Landhauses und des Cillier Kreisgerichtsgebäudes verwendet wurden.

Quellen

Celjska knjiga, 1996. - Die Freien von Saneck, 1893.

Dopsch, Heinz: Die Freien von Sannegg als steirische Landherren und ihr Aufstieg zu Grafen von Cilli, in: Grafen von Cilli, 1999, S. 23-35. - Gubo 1909. - Stopar 1991.