OELS C.7. (Oleśnica)
I.
1329 als böhm. Lehen schles. Mediatfsm. Das südöstl. von Niederschlesien rechts der Oder gelegene O. war 1312 vom Hzm. Glogau abgetrennt worden, an dessen namengebendem Ort die O.er Hzg.e seit 1320 residerten. Konrad hatte 1358 das alte Schloß zu Militsch gekauft und westl. der Stadt eine neue Burg erbauen lassen. Als die Piastenlinie der Konrade 1492 ausstarb, fiel das in seinen Grenzen mehrfach wechselnde O.ische Erbe 1495 an die Podiebrade. Der Sohn Kg. Georgs I., Heinrich I. d. Ä. von Münsterberg, erhielt das Hzm. im Austausch gegen das Stammschloß Podiebradin Ostböhmen belehnt. 1494 verlieh Kg. Ladislaus II. Militsch nebst Trachenberg als freie Standesherrschaft (mit Wohnturm Trachinburg) an seinen Kämmerer Siegmund Kurzbach, 1590 kam es an den Frh.en von Maltzan, den Gf.en Schaffgottsch und 1641 an den Gf.en Hatzfeld. Das 1489 ausgegliederte Wartenberg blieb Minderherrschaft in den Händen derer von Fürstenberg. Mit dem Tode Hzg. Karl Friedrichs gelangte O. 1647 an Sylvius Nimrod von Württemberg-Weiltingen. - PL, Dolnośląskie.
II.
Unter Konrad von Glogau erfolgte die Anlage der Stadt durch Umsetzung eines slaw. Burg-, Markt- und Pfarrortes auf rundem Grdr. mit gitterförmiger Blockeinteilung. Nach der Lokation zu Neumarkter Recht 1247 verlieh Heinrich III. 1255 Magdeburger Recht. Am Stadtgraben wurden 1380 aus → Prag kommende Benediktiner (fratres Sclavorum) angesiedelt. Hzg. Johann (1536-65) führte 1548 die Reformation ein. Eine Lehranstalt für die Söhne ostoderländ. Großgrundbesitzes bestand seit 1594.
III.
Der Renaissancebau wurde durch Heinrich I. begonnen, von Karl II. weitergeplant und von Johann beendet. In beherrschender Lage auf dem Hügel der früheren Burgbefestigung und den Resten von Wallanlagen ist das Schloß in drei Teile gegliedert und von einem sgraffitogeschmückten Turm bekrönt. Das viergeschossige Vorschloß (Wittumsstock) im NO, Werk des Brieger Steinmetzmeisters Kaspar Kuhne (1559-62), schließt rechts an eine prachtvolle Ehrenpforte an. Hzg. Karl II. ließ einen Vierflügelbau mit höheren Arkaden ausführen, die auf steinernen Konsolen ruhen. 1586erfolgten letzte Erweiterungen durch den Baumeister Hans Lukas aus → Liegnitz, der neben den Sternmusterverzierungen der Quader die Verbindung zur spätgot. Schloßkirche und den Ziegelbauten der Kanzlei und Hofloge leistete. Der große Innenhof ist auf allen vier Seiten von mehreren nebeneinanderliegenden Gängen beschlossen. Der 11 m starke Rundturm mit steiler Haube steht oben im Achteck über und besitzt eine steinerne Ballustrade, auf der zwei Löwen wachen und Wappen herausgearbeitet sind.
Quellen
Urkundensammlungen zur Geschichte des Fürstenthums Oels bis zum Aussterben der piastischen Herzogslinie, hg. von Wilhelm Haeusler, Breslau 1883.
Literatur
Burgen, Schlösser und Gutshäuser in Schlesien, 1, 1982, S. 52-54, 133f.; 2, 1987, S. 36-45. - Köbler 1988, S. 385. - Menzel, Josef Joachim: Art. »Öls«, in: LexMA VI, 1993, Sp. 1401f. - Oleśnica, in: Drabina, Historia, 2000, S. 130-140. - Schlesisches Städtebuch, 1995, S. 308-312. - Webersinn, Gerhard: Oels, in: Handbuch der historischen Stätten Deutschlands, 15, 1977, S. 368-373.