OBERMÜNSTER (REGENSBURG) C.4.2.
I.
Monasterium superius, O., die nicht eindeutig erklärbare Bezeichnung wurde analog zu → Niedermünster gebildet. - Stadt Regensburg - D, Bayern, Reg.bez. Oberpfalz, Kr. Regensburg.
II.
O. liegt in der südwestl. Ecke des ehemaligen röm. Legionslagers, benachbart zum Benediktinerkl. → St. Emmeram und nicht weit entfernt von der großen Straße, die bereits in röm. Zeit nach → Augsburg führte.
III.
Anzeichen, die für eine von der stift. Architektur abzusetzende Res. sprächen, lassen sich kaum finden. Die Gebäude O.s wurden im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt, neben einigen Wirtschaftsgebäuden sind heute allein der viell. noch aus dem 11. Jh. stammende Turm der ehemaligen Stiftskirche sowie Mauerreste der Kirche selbst erhalten. Die Baumaßnahmen, die zwei dem Renaissance-Geschmack zuneigende Äbtissinnen in der ersten Hälfte des 16. Jh.s einleiteten, lassen sich daher ebenso wie spätere Umgestaltungen nicht mehr im Zusammenhang würdigen.Dazu gehörte auch ein repräsentativer Brunnen. Ein Plan des Stiftsgeländes aus dem 18. Jh. läßt desweiteren Gartenanlagen im frz. Stil erkennen. Der Baukomplex wurde im 19. Jh. nacheinander für ein Klerikalseminar und für ein bfl. Knabenseminar genutzt, seit dem letzten Viertel des 20. Jh.s sind hier das bfl. Zentralarchiv, die Zentralbibliothek und Teile der Kunstsammlungen der Diöz. → Regensburg untergebracht.
Literatur
Stadt Regensburg, 1933, S. 247-286. - Märtl 2000 [mit reicher Literatur].