Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich

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MÜNSTERBERG C.7. (Ziębice)

I.

Seit 1335 als böhm. Lehen schles. Mediatfsm. Das um 1248 verkleinerte Hzm. → Breslau wurde 1291 von Bolko I. von SchweidnitzJauer geteilt und 1321 zum Hzm. M. Bolko II. von Jauer-Löwenberg huldigte 1335 den → Luxemburgern. Als die M.er Piasten 1428 ausgestorben waren, regierte seit 1454/56 die Familie Podiebrad das Fsm. Von 1542 bis 1560 wurde das Land an Friedrich II. von Liegnitz verpfändet. Die M.-Oelser nahmen 1543 in Bernstadt ihren ständigen Sitz, mitunter weilten sie im Stadtschloß Mittelwalde. Das Fsm. fiel 1569 alserledigtes Lehen an die → Habsburger zurück.

II.

Nahe der slaw. Siedlung Saubice entstand 1253 im Sudetenvorland vor dem Paß von Wartha am linken Ohleufer die dt. Stadt Munsterbergh. Der 1282 als deutschrechtl. Gründung beurkundete Herrschersitz eines Nebenstranges der Piastenhzg.e bekam durch Hzg. Bolko I. Niederlagsrecht, Obergerichtsbarkeit und Erbvogtei. Sein Sohn Bolko II. erhielt bei der Teilung das väterl. Hzm. M. und machte den Ort zur Res. Das Wappen zeigt das Münster auf dem Berge: eine silberne Burg mit drei Türmen, sieben grünen Sternen und Hügeln,wobei der mittlere Turm im roten Feld den weißen böhm. Löwen führt. Zw. 1417 und 1532 saß ein Landeshauptmann der Kg.e von → Böhmen im Schloß.

III.

Hzg. Johannes fiel im Kampf gegen Hussiten, die 1428/29 die Stadt besetzten und verwüsteten; die alte hzgl. Burg wurde abermals 1468 von → Breslau erobert. Für die 1488 völlig zerstörte Burg erbauten die Podiebrade an anderer Stelle ein Herzogsschloß: Hzg. Karl I. verlegte 1550 seine Res. nach Frankenstein, eine regelmäßige Geviertanlage mit Binnenhof. Unter Karl I. baute der kgl. Baumeister Benedikt Ried die Herzogsburg in ein Renaissanceschloß um. Das von 1524 bis 1530 errichtete Gebäude aus symmetr. angeordneten Elementen mit Arkadenhof undgesenktem Innern wurde im Dreißigjährigen Krieg gesprengt.

Quellen

Liber fundationis claustri Sanctae Mariae Virginis in Heinrichau. Ksiąga henrykowska, hg. von Roman Grodecki, Posen 1949.

Burgen, Schlösser und Gutshäuser in Schlesien, 1, 1982, S. 43-46; 2, 1987, S. 18-20, 22f. - Frankenstein, in: Deutscher Städteatlas, 3,3, 1984. - Köbler 1988, S. 350. - Menzel, Josef Joachim: Art. »Münsterberg«, in: Lex- MA VI, 1993, Sp. 917. - Reisebilder Pfalzgraf Ottheinrichs, 2001, S. 195-200, 201-207. - Schlesisches Städtebuch, 1995, S. 263-266, 78-83. - Webersinn, Gerhard: Münsterberg, in: Handbuch der historischen Stätten Deutschlands, 15, 1977, S. 320-324. -Ziębice, in: Drabina, Historia, 2000, S. 256-262.