KUTTENBERG C.1. (Kutná Hora)
I.
CZ, Region Mittelböhmen.
II.
Im Zentrum der ehemaligen Slawnikingerdomäne im östl. Mittelböhmen (wo im benachbarten Malin schon vor dem Jahr 1000 Münzen geprägt wurden) entdeckte man am Boden des Zisterzienserstiftes Sedletz kurz nach der Mitte des 13. Jh.s reiche Silberadern, die bald K. (nach dem Iglauer Bergbau) zum wirtschaftl. Herz des Landes werden ließen.
Das bedeutete auch den schnellen Aufschwung des Ortes, der sich im Laufe der Zeit, jedoch spätestens im zweiten Dezennium des 14. Jh.s, zur förml. Stadt konstituierte, um jedoch schon vorher große Anziehungskraft für fremde Machthaber zu besitzen, die die Stadt erobern wollten. Zuvor schon hat Wenzel II. für K. sein berühmtes Ius regale montanorum im J. 1300 durch Gozzo von Orvieto konzipieren lassen. Das erste kgl. Privileg von 1327 gilt noch den Köhlern (carbonariis), doch wird schon 1310 K. als civitas bezeichnet. Umdieselbe Zeit wird das Stadtsiegel bezeugt. Irgendwann wurden damals auch die zerstreuten Münzstätten im Lande im K. sog. Welschen Hof zentralisiert, der zur wirtschaftl. Zentrale des Landes wurde. Während sich → Karl IV. in K. nur fünfmal kurzfristig aufgehalten hat, ist es bei seinem Sohn → Wenzel, jedoch erst nach dem Jahren 1400, bedeutend anders der Fall gewesen: um diese Zeit ist er dort mind. siebenmal bezeugt, insg. also knapp ein halbes Jahr, und er hat dort auch mehrere staatl. Verhandlungen geführt. Als seine Res. wählte er sich eben den Welschen Hof, den erschon ab dem letzten Jahrzehnt des 14. Jh.s prächtig umbauen und vergrößern ließ. Am Anfang der hussit. Revolution stand K. unter den Gegnern des Hussitismus und wurde in der zweiten Jahreshälfte 1420 und dann Ende 1421 etliche Male Kurzres. von → Sigismund, um den sich dort mehrere wichtige Reichs- und Kirchenfs.en sammelten. Bei → Sigismunds Flucht unterlag die Stadt und der Welsche Hof ging in Flammen auf. K. und der renovierte Welsche Hof wurden ab dieser Zeit Zeugen wichtiger innenpolit. Ereignisse, u. a. der Wahl des Landesverwesers Georg von Podiebrad 1448 und 23 Jahre späterder Wahl des Nachfolgers Kg. Georgs, Wladislaw II. Jagiello, der hier auch in seinen Anfangsjahren wiederholt residierte und Landtage hielt.
Quellen
Zerstreute Urk.n in mehreren Editionsvorhaben, die Chroniken in den FRB III-V, 1882-93.
Literatur
Kutná Hora, hg. von Helena Štroblová und Blanka Altová, Prag 2000 [mit ausführl. Verzeichnis von Literatur, die jedoch fast ausschl. der Stadt und ihrer wirtschaftl. Kraft gewidmet ist].