KÖNIGSFELDEN C.7.
I.
Künigesvelt (1318), Küngsvelden (1329), Küngesvelt (1330), Chungsvelt (ca. 1331), Camporegis (1332), Küngsvelt (1334), Chüngesvelt (1335), Chüngsfelt (1357), Künigsvelt (1363). Kl. und zeitw. zentrale, vorländ. Grablege der Habsburger. - CH, Stadt Baden i. A., Kanton Aargau.
II.
Zw. → Baden und → Brugg im Aargau (Schweiz), an der Stelle, an der der habsburg. Kg. → Albrecht am 1. Mai 1308 ermordet wurde, entstand zunächst eine Kapelle mit zwei Klausnern. 1310 wurde an dieser Stelle von der Wwe. mit ihren fünf Kindern der Grundstein für ein Doppelkl. aus Franziskanern und Klarissen gelegt, für das am 29. Sept. 1311 der Stiftungsbrief ausgestellt wurde und das bald eines der reichsten Kl. war. 1312 siedelten Nonnen aus Söflingen bei Ulm über, 1316 wurde die 1313 verstorbene Wwe. Elisabeth in K. bestattet, 1318Statuten für den Doppelkonvent erlassen. Nach dem Tod Elisabeths führte ihre Tochter, die verwitwete Agnes, Kg.in von Ungarn, die Stiftung bis zur ihrem Tode 1364. 1415 fiel K. mit der Eroberung des Aargaus an Bern und 1523/28 erfolgte infolge der Reformation die Selbstauflösung.
III.
Die Klosterkirche wurde 1310-30 als dreischiffige, flach gedeckte Basilika errichtet, die Weihe des Langhauses erfolgte 1320, die des Chores 1330. Nach der Eroberung des Aargaues setzte der Niedergang ein, 1528 folgte das Ende des Kl.s, der Klosterschatz wurde nach Bern überführt und ist heute weitgehend verloren. Die Klostergebäude wurden anderen Nutzungen, u. a. der kantonalen Heil- und Pflegeanstalt, zugeführt. Der Wohnsitz der Stifterin, der sich östl. der Kirche und zw. den beiden Kl.n befand, wurde auf die testamentar. Verfügungen der Stifterinabgebrochen. Allein das Archiv und Schatzgewölbe aus der Gründerzeit ist heute noch als Torso eines größeren Gebäudekomplexes erhalten. Die Fresken in diesem zweijöchigen Raum stammen aus dem frühen 16. Jh. und sind dem Gedächtnis der Schlacht von Sempach gewidmet.
In der Mitte des Langhauses der Klosterkirche wurde ein Erbbegräbnis (heute Kenotaph) mit elf Angehörigen der Stifterfamilie eingerichtet, die zunächst 1770 nach St. Blasien und dann 1807 nach St. Paul im Lavanttal überführt wurden: Elisabeth von Görz-Tirol († 1310), ihr Sohn Leopold I. und dessen Gemahlin Katharina (Elisabeth) von Savoyen, Kg.in Agnes von Ungarn und deren Schwestern Elisabeth (Gemahlin Hzg. Friedrichs IV. von Lothringen) und Gutta (Jutta/Juditha), Gemahlin des Gf.en Ludwig VI. von Öttingen), Friedrich (Sohn → Friedrichs des Schönen), Katharina(Tochter Leopolds I. und Gemahlin des Gf.en Enguerrand von Coucy) und Leopold III. († 1386). Zusammen mit Hzg. Leopold III. wurde eine größere Zahl mit ihm in der Schlacht bei Sempach gegen die Eidgenossen gefallener Adeliger in K. bestattet, so daß der Memorialgedanke der Dynastie mit noch größerem Symbolgehalt untermauert wurde.
Von besonderer Bedeutung ist die Ausstattung des Chores mit Glasfenstern der Stifterfamilie unter Leitung von Kg.in Agnes. Sie sind zw. 1325 und 1330 als einheitl. Zyklus entstanden.
Quellen
Liebenau, Hermann von/Liebenau, Theodor: Urkundliche Nachweise zu der Lebensgeschichte der verwitweten Königin Agnes von Ungarn (1280-1364), in: Argovia. Jahresschrift der Historischen Gesellschaft des Kantons Aargau 5 (1866) S. 1-193. - Feyerliche Uebersetzung der kayserlich-königlich- auch herzoglich-oesterreichischen höchsten Leichen aus ihren Grabstädten Basel und Königsfelden in der Schweiz nach dem fürstlichen Stift St. Blasien auf dem Schwarzwald den 14ten Wintermonats 1770, St. Blasien 1770.
Literatur
Liebenau, Hermann von: Lebensgeschichte der Königin Agnes von Ungarn, der letzten Habsburgerin des erlauchten Stammhauses aus dem Aargaue, Regensburg 1868. - Maurer, Emil: Die Kunstdenkmäler des Kantons Aargau, Bd. 3: Das Kloster Königsfelden, Basel 1954 (Die Kunstdenkmäler der Schweiz, 32). - Meyer 1933. - Quarthal 1991. - Vorderösterreich, 2000. - Vorderösterreich, 1995.