Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich

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GÖRITZ C.3.

I.

Goriza (1252), Goricz, lat. Goricia - Bm. → Lebus; Bf.e von Lebus - Bischofssitz, Dom und Stadt auf einer Anhöhe, rechts der Oder. - D, Brandenburg, Kr. Oberspreewald-Lausitz.

II.

Der die Nordwestecke des Landes Sternberg ausfüllende bfl. Grundbesitz um G. schloß sich unmittelbar an die links der Oder gelegenen Besitzungen um → Lebus an.

Der Bf. von Lebus scheint Mitte des 13. Jh.s, als die Mgf.en von → Brandenburg und der Ebf. von → Magdeburg die Landesherrschaft im Lande → Lebus antraten, dort wohl über den Besitz der Städte bzw. Markflecken Seelow, Drossen und G., aber über keinen Burgenbesitz verfügt zu haben. Bf. und Kapitel von → Lebus verlegten 1276 die Kathedrale nach G., die 1326 als Vergeltung für den Einfall der Litauer und Polen zerstört wurde. Der Bf. war 1325 nach → Lebus zurückgekehrt. Mitte des 14. Jh.s kamen neben den Städten und Schlössern→ Fürstenwalde und → Lebus auch die Städte Seelow und G. in landesherrl. Besitz. Seit der Säkularisation gehörte Göritz zum kfsl. Amt → Lebus.

Der Ort G. lag 10 km südl. von Küstrin, am nordwestl. Vorsprung der Sternberger Hochfläche, knapp 1 km östl. der Oder. Der Boden war namentl. in der Niederung recht ergiebig, so daß Ackerbau und Viehzucht gediehen, jedoch wiederholt beeinträchtigt durch Überschwemmungen.

Auf der Anhöhe ist eine slaw. Siedlung nachweisbar. Ein Kietz wird 1405 erwähnt; G. 1258 als Flecken, 1317 oppidum, 1346 villa, 1375/um 1550/1608 oppidum.

III.

Bischofssitz und zweitürmige Domkirche seit 1325/26 zerstört; wundertätiges Marienbild in einer Kapelle prope Goriciam (1342), für die Anfang des 15. Jh.s vom Bf. ein Kollegiatstift errichtet wurde; 1551 Marienbild entfernt, Kapelle zerstört.