FREIBURG I. BR. C.7.
I.
Friburg (1091), forum Friburg (1120), vicus Friburg (1146). Stadt in der Lgft. Breisgau - Teil der vorderösterr. Lande. - D, Baden-Württemberg, Reg.bez F., kreisfr. Stadt.
II.
Am Austritt des Dreisamtales in die Freiburger Bucht am Oberrhein gelegen, erste Ansiedelung um 1090 und als Marktgründung 1120 erwähnt. Nach Aussterben der Zähringer 1218 an die Gf.en von F. gefallen, von denen sich F. 1368 loskauft und den Habsburgern unterstellt. 1415-27 kurzzeitig Reichsstadt wird in F. 1457 die zweite habsburg. Universität nach → Wien durch Albrecht VI. gegr. Im 15. Jh. konnte F. ein eigenes Territorium im Dreisamtal aufbauen, war 1498 Schauplatz eines Reichstages und vielfach Tagungsort der vorderösterr. Landstände. 1520kodifizierte Ulrich Zasius das F.er Stadtrecht. Im Dreißigjährigen Krieg wurde F. mehrfach erobert und war seit 1651 Sitz der vorderösterr. Regierung. 1677-98 infolge des Holländischen Krieges an die frz. Krone gefallen und von Vauban zur Festung ausgebaut, die 1713 und 1744 erneut zeitw. frz. erobert und zerstört wurde.
Die Stadt wurde häufig als Aufenthaltsort der vorderösterr. Landesfs.en genutzt, wie z. B. durch Leopold III. (1369, 1375, 1383, 1385), Albrecht IV. (1387), Leopold IV. (1392, 1399/1400), Friedrich IV. (1408/09, 1412, 1415, 1418), Katharina (1412), Kg. → Friedrich III. (1442), sehr häufig und über lange Zeit durch Albrecht VI. zw. 1444 und 1456, Sigismund (1458/59, 1467/68, 1474, 1478), Maximilian I. (1473, 1493, 1498, 1499, 1510/11, 1516), Philipp den Schönen (1496), Ferdinand I. (1524, 1563), Ehzg. Ferdinand II. (1567, 1573), Matthias (1595). 1565 wurde F. nicht zuletzt wg.seiner Universität als geeignete Res. angesehen, obwohl in der Stadt dazu kein geeignetes Gebäude vorhanden war.
III.
Burg: Die Burg stammte wohl aus dem 11. Jh. und wurde schon 1146 erwähnt. Sie wurde 1367 zerstört, anschl. wieder aufgebaut, war aber bereits im 15. Jh. nur noch bedingt nutzbar und als Res. ungeeignet. Im 17. Jh. in das Festungsbauwerk Vaubans einbezogen, weiter ausgebaut, und schließl. 1744 gesprengt. Ihr hochma. Aussehen ist weitgehend unbekannt, sie scheint aber aus Ober- und Niederburg bestanden zu haben.
Kaiserbau bei den Dominikanern: Bis ins frühe 16. Jh. nahmen die Habsburger im sog. Kaiserbau beim Predigerkl. Res. Der Monumentalbau mit Arkaden erstreckte sich als ein Gebäude zw. West- und Nordtrakt des Dominikanerkl.s in unmittelbarer Nähe der Stadtmauer mit Mauerpforte und Brücke über den Stadtgraben. Im Klostergarten befand sich ein bes. großer Maulbeerbaum mit eingebauter Holzbühne, auf der Trompeter und Pfeiffer über der darunter stehenden Tafel für etwa 20-30 Personen Platz finden konnten. Während im Kaiserbau der landesfsl. Stadtsitz war, scheint das Franziskanerkl. eher derzeitw. Standort der hzgl. Kanzlei während der F.er Aufenthalte gewesen zu sein, was zu vielen Verwechslungen zw. Prediger- und Minoritenkl. führte. Der Kaiserbau war im frühen 16. Jh. bereits als Res. ungeeignet, weshalb → Maximilian bei einem seiner letzten Besuche im Palais seines Kanzlers Conrad Stürtzel (1510/11) wohnte. Während der Regentschaft Albrechts VI. fand hier ein Zusammentreffen mit dem Burgunderherzog Philipp im Juli 1454 mit großen Turnieren statt, wofür Teile der Innenstadt umgestaltet wurden.
Haus zum Walfisch: Ferdinand I. (1562) und sein Sohn Ferdinand II. bewohnten (1567, 1573) während ihrer Aufenthalte das Haus zum Walfisch, das Maximilians Pfennigmeister Jakob Villinger errichtet hatte und zeitw. von Erasmus von Rotterdam bewohnt worden war. Vom Haus zum Walfisch waren für die Habsburger über die Straße hinweg Holzgänge zur gegenüberliegenden Franziskanerkirche St. Martin errichtet worden, um ihnen einen ungestörten Zutritt zur Kirche zu ermöglichen.
Quellen
Basler Chroniken, 3-5, 1887/90/95. - RTA ÄR XIX. - Seemüller, Joseph: Friedrichs III. Aachener Krönungsreise, in: MIÖG 17 (1896) S. 584-665.
Literatur
Baum, Wilhelm: Albrecht VI. († 1463), Erzherzog von Österreich, in: Der Sülchgau 31 (1987) S. 1-63 und 32 (1988) S. 25-60. - Hensle, Dieter/Sigmund, Hans: Das Haus »Zum Walfisch«, in: Schau-ins-Land 104 (1985) S. 231-240. - Quarthal 1991. - Schadek, Hans: Der Kaiser und seine Stadt. Maximilian I. und seine Beziehungen zu Freiburg, in: Der Kaiser in seiner Stadt. Maximilian I. und der Reichstag zu Freiburg 1498, in:Schau-ins-Land 117 (1998) S. 216-273. - Schwineköper 1974. - Speck 1994. - Speck 1999. - Stolz 1943 - Vorderösterreich, 1995. - Vorderösterreich, 2000.