Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich

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FRAUENMÜNSTER (ZÜRICH) C.4.2.

I.

Die Äbtissin residierte im Kl. Eine karoling. Abteikirche wurde 874 durch Bf. Gebhard von Konstanz geweiht, eine dreischiffige Pfeilerbasilika mit Querhaus und drei Apsiden. Die Wohngebäude jener Zeit sind nicht dokumentiert, man kann von Holzkonstruktionen ausgehen. Das steinerne Konventhaus in roman. Stil erstand im 10. bis 12. Jh. Überreste waren noch bis ins 19. Jh. vorhanden. In der roman. Epoche wurde auch eine Prozessionskrypta eingebaut sowie der heute noch erhaltene Südturm. - CH, Kanton Zürich.

II.

Weihe: 10. Sept. 1117 durch Bf. Otto von Konstanz. Im Laufe der Jh.e wurden verschiedene Umbauten und Erneuerungen vorgenommen, so um 1470 der Einbau eines spätgot. Lettners. Außerdem erhielten die Bauten in vielem got. Charakter. Bereits seit dem Ende des 15. Jh.s ist eine Orgel nachweisbar. Während des Bildersturms der Reformation 1524-26 wurden Statuen, Reliquien und Altäre vernichtet. Von letzteren gab es verschiedene.

III.

1246 ist erstmals das Haus der Äbtissin erwähnt, das in der Südostecke der Konventbauten als Rechteck erbaut wurde und eine große Halle im Erdgeschoß umfaßte. 1272 wurden die Gebeine der Äbtissin Hildegard und von Bertha, beide Töchter Ludwigs des Deutschen, in einem neuen Sarkophag beigesetzt, und zwar im ersten got. Bauwerk Z.s, im Querschiff. Einen neuen Bauschub erfuhr die Abtei, was die Abteigebäude betrifft, im 15. Jh.: 1420 Früchtehaus vor der Südseite des Klosterareals. Zw. 1484 und 1496 Neubau des letzten Flügels des Konventsgebäudes unddes Flügels des Kreuzgangs. Die Qualität der spätma. Ausstattung kann in zweizimmrigen Täfern und Decken, die im Schweizer. Landesmuseum in Zürich erhalten sind, abgeschätzt werden. Die letzte Äbtissin, Katharina von Simmen, erbaute 1497-1501 das »neue« Haus. Das Stift selbst wurde am 30. Nov. 1524 im Gefolge der zürcher. Reformation aufgehoben. Das Eigentum ging an den Rat von Z. Knapp zwei Jahre später, 1526, wurde der Hochaltar entfernt, 1527 die Orgel beseitigt, 1537-39 der Neubau der Äbtissin Katharina zum Fraumünsteramt umfunktioniert.