Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich

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CORVEY C.4.1.

I.

Corbei(y)a nova (823), Corp(h)eia nova (889), Corbia (1252), Corveg(h)e (1321), Corveyge (14. Jh.), Korvei(y) (18. Jh.). - D, Nordrhein-Westfalen, Reg.bez. Detmold, Kr. Höxter.

II.

Die Siedlung C., die sich im Laufe des 12./13. Jh.s zu einer Stadt entwickelte (Ratsverfassung 1255), wurde schon 1265 durch Einnahme und Plünderung endgültig zerstört. Opponenten des Kl.s bzw. der Stadt waren dabei der Bf. von → Paderborn, einige C.er Ministeriale sowie die Bürger des nahegelegenen Höxter, deren Stadt selber 1178-80 zerstört worden war. Auch das Kl. war von diesen Ereignissen betroffen, die ihre Ursache wahrscheinl. in der Konkurrenz mit der benachbarten Stadt Höxter hatten (Stephan 2000,S. 277-287).

III.

Ein erster Kirchenbau war 844 fertiggestellt. Noch vor 873, als mit dem (885 geweihten) Westwerk begonnen wurde, war es zu einer Chorerweiterung und Umgangskrypta gekommen. Unter Abt Wibald kam es Mitte des 12. Jh.s zum Ausbau des Querhauses und der Umgestaltung des Westwerks, das erneut ab 1595 umgestaltet wurde, als verändernde Restaurierungsarbeiten in der baufälligen Kirche vorgenommen wurden. Von 1667 bis 1674 kam es zu einem Neubau der Kirche in gotisierendem Stil wobei das Westwerk und der Johannischor erhalten blieben.

Ausdruck des Niedergangs der Abtei, Ausdruck aber auch dafür, wie sehr Abt und Konvent sich auseinandergelebt hatten, ist die Anlage einer Burg innerhalb des Klosterbezirks im späten 13. Jh. Diese Burg übernahm die Funktion der Abtres., die bisher das nahegelegene, zw. 1286 und 1294 verloren gegangene Brunsberg innegehabt hatte. Die Existenz dieser Burg in C. ist noch 1507 nachgewiesen, aber i. J. 1590 war sie offenbar nicht mehr vorhanden, als sie von dem Chronisten Johannes Letzner als ehem. bestehend erwähnt wird.