BORKHOLM C.3. (Porkuni)
I.
Borcholm (1482), benannt nach Bf. Simon von der Borch. - Hof und Burg, 20 km SSW Wesenberg (Estland). - Bm. Reval, Bf.e von Reval. - Nebenres. - EST, Kr. Lääne-Virumaa.
II.
Aus mehreren Gütererwerbungen, die den Bf.en von Reval im späten 13. und in der ersten Hälfte des 14. Jh.s gelangen, entstand das bfl. Tafelgut Borkholm. Bf. Simon von der Borch ließ hier im Hinblick auf die innerlivländ. Auseinandersetzungen i. J. 1479 wohl mit Unterstützung des → Deutschen Ordens eine Burg errichten, auf der er selbst ebenso wie seine Nachfolger sich häufig aufhielten. Das Schloß wurde 1558 von den Russen erobert und später verbrannt.
III.
B. wurde auf einer verhältnismäßig hohen Landzunge am B.schen See erbaut, eine Estenburg und eine Holzburg des 14. Jh.s sind viell. vorausgegangen. Die Burg wurde in der für den → Deutschen Orden typ. Weise als Lagerkastell gestaltet. An den Mauerseiten und Ecken stehen starke, für Feuerwaffen bestimmte hufeisenförmige Türme, die ebenso wie der Turm des Haupttors, der unten viereckig und oben achtkantig ist, entspr. Gebilde in der Stadtmauer von → Reval nachahmt. Mitten auf dem Hof steht eine kleine Kirche mit einem weiten polygonalenChor und einem starken turmartigen Vorbau im W. Die der Hauptburg an der Südseite angeschlossene Vorburg war nicht mit Steinmauern befestigt, und die dortigen Holzgebäude schützte nur eine Palisade.
Literatur
Baltisches historisches Ortslexikon, 1, 1985. - Tuulse 1942.