ASCHACH C.7.
I.
Ascaha 1132; Ascha, 1162, 1353 (MB 42 S. 41); A. 1326 (MB 46 S. 76). Nördl. von Bad Kissingen. Die Burg war in der zweiten Hälfte des 15. Jh.s für kurze Zeit Res. eines Gf.en von Henneberg-Römhild. - D, Bayern, Reg.bez. Unterfranken, Landkr. Bad Kissingen.
II.
Die Burg A. und die gleichnamige Siedlung liegen auf einem bis unmittelbar an das rechte Ufer der fränk. Saale reichenden Felsvorsprung - Diöz. → Würzburg, Archidiakonat Münnerstadt (Wendehorst 1961, S. 15).
Nach A. nannten sich 1132 und 1162 Ministerialen der Würzburger Kirche (RDHT I, 1896, Nr. 1268, II, 1900, Nr. 241). Die Burg A. war vermutl. bereits im 12. Jh. Besitz der Gf.en von Henneberg; als Erbauer kommt daher wohl Gf. Poppo († 1190) in Frage (Muth 1996, S. 193). Aus den Zeugnissen der Folgezeit ist zu erschließen, daß zwei seiner Söhne, Gf. Poppo von Henneberg († 1242/44) und Gf. Otto von Botenlauben († 1244), in A. begütert waren. Otto stattete das von ihm gegründete Kl. Frauenroth u. a. mit der - unmittelbar unter der Burgliegenden - Mühle und fünf Lehen in A. aus (Otto von Botenlauben, 1994, S. 493f., Nr. 40). Bei der zw. Poppos Enkeln i. J. 1274 vorgenommenen Teilung fiel A. an den Gf.en Hermann, Gründer der nach A. benannten Linie. Dessen gleichnamiger Enkel erwarb 1371 den verbliebenen Besitz der Linie Hartenburg, den er nach dem Tod des Vetters Berthold (1378) gegen dessen Schwester und Schwager verteidigen mußte. Die in diesem Zusammenhang übernommenen Belastungen zwangen ihn allerdings, Burg und Amt A. 1391 an Dietrich von Bibra zu verpfänden (Schultes 1788, S. 496, Nr. 38)und i. J. 1401 an den Bf. von Würzburg zu verkaufen (Germania Sacra. NF, 4, 1969, S. 134). Hermanns Enkel Georg, der das in der Pfalz gelegene Erbe seiner Ehefrau verkauft hatte, legte den Erlös zur Arrondierung seines Territoriums an; u. a. erwarb er 1434 vom Hochstift → Würzburg als Pfand Schloß und Amt A. (Schultes 1788, S. 564, Nr. 80).
Bei der 1468 vorgenommenen Erbteilung unter Georgs Söhnen fiel dem Gf.en Otto der Anteil mit Münnerstadt und A. zu (Schultes 1788, S. 606, Nr. 102). 1483 versuchte der Bf. von → Würzburg, A. und die würzburg. Hälfte von Münnerstadt auszulösen; es kam zu einem Vergleich, der die Auslösung auf das Jahr 1490 verschob. Der Bf. machte den Gf.en Otto, der sich bevorzugt auf der Burg A. aufgehalten hatte, auf Lebenszeit zum Amtmann von A. und Münnerstadt (Schultes 1788, S. 623, Nr. 109, S. 633, Nr. 112b). Mit dem Tod des Gf.enOtto (1502) fiel A., das demnach nur zw. 1468 und 1502 eine gewisse Residenzfunktion gehabt hatte, an das Hochstift → Würzburg zurück.
III.
Aus einem nach dem Tod eines Gf.en von Henneberg aufgenommenen Inventar (ThStAM Henneberg-Schwarza, Akte Nr. 230) läßt zwar nicht das Äußere der Burg, wohl aber die Zahl der genutzten Räume rekonstruieren. Folgende Räume und Einrichtungsgegenstände gen.: des seligen Herrn Gemach, darin u. a. ein Schreibtisch, zwei Truhen, eine Lade mit Registern; Herren-, Junkern-, Frauen-, Helm-, Vogts- und Knechtskammer (letztere unten in der Kemenate), jeweils mit Betten; Saal, darin Panzer, Harnische und Hirschgeweihe; große Stube, darin Schweinsspieße; Turm mitStorchennest (darauf eine Hakenbüchse), schiefer Turm, Torturm und Freibotenturm (auf einem davon Uhr und Glocken); Küche; Kornhaus; vorderer und hinterer Stall; Büchsen im Büttenhaus sowie in der Herren-, Vogts- und Büchsenkammer; Kapelle, darin Kelch und Meßgewand; Wollenkammer; Kanzlei. Die Erwähnung des seligen Herrn und der gnädigen Frau macht wahrscheinl., daß das Inventar um 1465 aufgenommen wurde; der folgende Regent, Gf. Otto († 1502), war unverheiratet.
A. wurde im Frühjahr 1525 von den aufständ. Bauern geplündert und verwüstet; 1553 gingen die Bauten erneut in Flammen auf (Muth 1996, S. 195). Zw. 1559 und 1579 wurde die Burg wiederhergestellt (Dehio, Kunstdenkmäler, Bayern, I, 1979, S. 37). Die Anlage der ma. Burg ist seitdem nur noch im Grundriß erkennbar.
Quellen
Siehe die entspr. Angaben im Text. - MB. - RDHT. - ThStAM Henneberg-Schwarza, Akten Nr. 230: Inventar Aschach.
Literatur
Dehio, Kunstdenkmäler, Bayern, 1, 1979. - Germania Sacra. NF, 1, 1962; 4, 1969. - Muth, Hanswernfried: Schloß Aschach an der Fränkischen Saale. Von den Schicksalen einer hennebergischen Burg, in: Jahrbuch des Hennebergisch-Fränkischen Geschichtsvereins 11 (1996) S. 193-200. - Otto von Botenlauben, 1994. - Schultes 1788/91. - Schultes 1-2, 1794/1804. - Wendehorst, Alfred: Der Archidiakonat Münnerstadt am Ende des Mittelalters,in: Würzburger Diözesangeschichtsblätter 23 (1961) S. 5-52.