AUERSPERG
I.
Die Burg A. wird i.J. 1220 in den Quellen zum ersten Mal explizit erwähnt, als Engelbert von A. in castro nostro apud Owersperg eine Urk. ausstellte. Die slowenische Form des Namens tauchte i.J. 1455 als castel dicto Turiach auf. 1318 wird in einer von Kg. Friedrich dem Schönen ausgestellten Urk. daz ober hus ze Vrsperg vnd daz nider erwähnt. Die beiden Burgen dienten wahrscheinlich als Wohnsitz der nahe verwandten Familien. Es scheint, daß die untere Burg im vierten Jahrzehnt des 15. Jh.s aufgegeben wurde. Schon bei der Aufteilung des Vermögens i.J. 1467 ist nur die obere Burg erwähnt. Die Ruinen der unteren Burg werden auch in der von Johann Weikhard Valvasor i.J. 1689 verfaßten Schrift zur Ehre des Hzm.s Krain erwähnt. Nach seinen Angaben wurden die Reste des Gebäudes als Baumaterial für die umliegenden Bauten verwendet.
Die Burg wurde durch das Erdbeben i.J. 1511 stark beschädigt und war zumindest teilw. zusammengebrochen. Der damalige Besitzer Trojan von A. war daher gezwungen, Teile der Burg niederzureißen und neu aufzubauen. Über seine Bautätigkeit zeugt eine Inschrift an einer Steinplatte aus dem Jahre 1520, die noch heute im dem sog. Ochsenturm im östlichen Teil der Burg eingemauert ist.
Die auerspergische Linie der Familie besaß seit 1575 ein Haus in Ljubljana, das durch den Erwerb von angrenzenden Gebäuden vergrößert und in ein Palais umgebaut wurde. Im 17. Jh. diente das Palais zunehmend auch als Wohnsitz der A.er, während die Burg A. nur noch als ein von einem Meier verwaltetes Verwaltungszentrum der Herrschaft fungierte.
Quellen
Preinfalk, Miha/Bizjak Matjaž: Turjaška knjiga listin, Bd. 1: Listine zasebnih arhivov kranjske grofovske in knežje linije Turjaških (Auerspergov) (1218-1400), Ljubljana 2008 (Thesaurus memoriae. Fontes, 6). – Preinfalk Miha/Bizjak Matjaž: Turjaška knjiga listin, Bd. 2: Dokumenti 15. stoletja, Ljubljana 2009 (Thesaurus memoriae. Fontes, 8).
Literatur
Otorepec, Božo: Iz zgodovine turjaškega gradu, in: Kronika. Časopis za slovensko krajevno zgodovino 21 (1973) S. 147-152. – Preinfalk, Miha: Auerspergi. Po sledeh mogočnega tura, Ljubljana 2005 (mit weiterer Literatur; dt.: Auersperger. Geschichte einer europäischen Familie, Graz 2006).