Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich

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EVERSTEIN

B. Everstein

I.

Nachrichten über Ausbildung und Organisation eines Hofes liegen nicht vor. Lediglich der Bericht Helmolds von Bosau über den Aufenthalt des aus Hameln stammenden jungen Vicelin auf der Burg → E. um 1122/23 (Helmold von Bosau, c. 42, S. 84 f.) läßt erkennen, daß dort eine Art Hofhaltung der Gf.in von → E., der Gemahlin Konrads I., bestand, die den verwaisten Vicelin aufgenommen hatte. Hier ist von Geistlichen und deren Gesprächen in ihrer Umgebung die Rede. Kleriker sind auch später gelegentlich in der Umgebung der Gf.en bezeugt (zuerst 1259, Spilcker, Nr. 118: frater Wolfardus et Godefridus notarius, clerici nostri). An Hofämtern findet sich lediglich der Truchseß seit 1207: Heinricus dapifer et Florentius frater eius (Spilcker, Nr. 29). Das Amt ist offenbar in dieser Familie erblich geworden und seine Träger nennen sich gelegentlich nach der Burg → E.: Heinemannus dapifer de Euerstene et frater suus dominus Cono (1277, Spilcker, Nr. 171). Nach dem Verlust der Burg → E. verschwinden sie aus den Urk.n der Gf.en. Auch Zeugennennungen sind in den eversteinischen Urk.n selten, so daß keine Aufschlüsse über die personelle Umgebung der Gf.en von → E. zu gewinnen sind.