Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich

Zurück zur Liste

DUINO

C. Duino

I.

D.-Aurisina (slowenisch Devin-Nabrežina, deutsch Thübein-Nabreschin oder auch Tybein) liegt an der Adriaküste im NO Italiens in der Region Friaul-Julisch Venetien und der Prov. Triest. Im MA, bis zum Aussterben der Herren von → D./Tybein i.J. 1399 war die Burg Stammsitz dieses Herrengeschlechts. Anschließend übernahmen die Herren von Walsee die Anlage und bauten sie weiter aus. Bis 1389 wohnte die Familie → D. in der sog. alten Burg, die aus hochma. Zeit stammt und deren Reste heute noch gut sichtbar auf einem kleineren Felsenvorsprung liegen. Das sog. neue Schloß wird heute von einem Turm aus dem 16. Jh. dominiert, geht aber auf Planungen der Herrn von → D. aus der Mitte des 14. Jh.s zurück (erste Erwähnung der neuen Burg um 1340 unter Hugo IV.). Die Besiedlung des Platzes selber läßt sich bis in die römische Zeit zurückverfolgen. Aufgrund der natürlichen Gegebenheiten direkt an der Steilküste war die Burg gegen Angriffe gut geschützt und jahrhundertelang ein wichtiger Stützpunkt an der istrischen Küste.

III.

Die bescheidene Struktur der sog. alten Burg läßt sich aus den vorhandenen Ruinen nur lückenhaft rekonstruieren. Im noch erhaltenen Rest eines Turms findet sich eine Kapelle. Der Grdr. orientierte sich an den naturräumlichen Vorgaben des Felsens, der nur über einen schmalen, gut zu verteidigenden Grat mit dem Festland verbunden ist. Außer dem Turm ist noch eine Schildmauer der Anlage erhalten.

Die neue Burg liegt oberhalb der alten Anlage und bietet zur Landseite hin mehr Angriffsfläche. Sie wurde im 15. Jh. durch die Türken zerstört, aber kurz darauf wieder aufgebaut und ging 1483 an die Habsburger über, nachdem die Herren von Walsee ausgestorben waren. Von diesen erhielt es im 17. Jh. die Familie Thurn und Taxis, in deren Besitz die Anlage noch heute ist.

Bravar, Grazia: Il castello di Duino, in: Studi monfalconesi e duinati. Atti della giornata di studio di Monfalcone, 3, aprile 1976, Udine 1976, S. 97-110. – Pichler, Rodolfo: Il castello di Duino, Trento 1882.