Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich

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DIEßEN

C. Dießen

Der in Süddtl. öfter vorkommende Ortsname D. leitet sich von ahd. diezun, diezen, i.e. »rauschendes Wasser«, ab und könnte mit dem Weinbach, der durch D. fließt, im Zusammenhang stehen. Die Burg selbst lag vermutlich ca. 1 km südwestlich des Kl.s an der Nordflanke der heute Schatzberg gen. Anhöhe, auf der die Mechtildiskapelle steht – die baulich aber nichts mit der Burg zu tun hat und wesentlich jüngeren Datums ist – und von dem relativ steil ein Wasserablauf abfällt. Bei jüngsten Untersuchungen durch die Hochschule der Bundeswehr in München-Neubiberg und das Landesamt für Denkmalpflege konnten dort auch tatsächlich Graben- und Mauerreste festgestellt werden, auf weitere Erkenntnisse ist jedoch nicht zu hoffen, da am Abhang des Schatzberges lange Zeit kies abgebaut wurde. Man hat aufgrund des frühen Zeitraums allerdings wohl auch nur mit einem relativ einfachen Bauwerk, allerdings immerhin mit Steinbauten, zu rechnen.

Nach 1120 scheint die Burg sehr rasch jede Bedeutung verloren zu haben; sie verliert ihre namengebende Bedeutung für die Familie und als zentraler Ort der Gft. In letzterer Hinsicht tritt die Ansiedlung am Seeufer unterhalb des Kl.s ihre Nachfolge an, die bis 1231 zum Markt aufsteigen kann und Sitz des Gerichts ist.