Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich

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CRIECHINGEN

C. Criechingen

I.

C. wird erstmals 1121 erwähnt. (Krichinga; Cruanges 1120/1163; Creanges 1369; Kriechingen 1450). Die übliche dt. Schreibweise im SpätMA ist Crichingen. Die Niederungsburg war seit dem frühen 14. Jh. Hauptres. der Herren von C.

II.

C. liegt am Oberlauf der Nied südwestlich von St. Avold und in unmittelbarer Nachbarschaft zu Falkenberg (Faulquemont, dép. Moselle). Die Burg muß bereits im 15. Jh. stark befestigt gewesen sein und wurde 1415 von den Metzern belagert. Die Siedlung, die an der Burg entstand, wurde zu einem unbekannten Zeitpunkt in die Befestigungen einbezogen, behielt aber ihren dörflichen Charakter (Schöffenweistum von 1580). Ausweislich der Rechnungen deckte die Herrschaft ihren Bedarf überwiegend in der etwa 16 km entfernten Stadt St. Avold, wo sie 1555 auch ein Haus besaß.

III.

Die Burg befand sich im unteren Teil der Siedlung westlich der Kirche. Die Festungsanlage bildete ein von vier Rundtürmen umstelltes Viereck mit einem rechteckigen Torbau an der Südseite (ehem. Donjon?). Sie war von einem Wassergraben umgeben, der über eine unterirdische Zuleitung von einer Quelle gefüllt wurde. Zugänglich war die Burg über einen zwischen zwei Stützmauern verlaufenden Straßendamm. Reste des nordwestlichen Rundturms sind heute noch sichtbar. 1471 arbeiteten Steinmetzen aus St. Avold und Falkenberg an der »Neuen Stube« des »Schlosses«. Auch 1547 wurde dort wieder gearbeitet. 1633 ist die Burg durch die Schweden zerstört, 1677 erneut eingenommen worden. 1688 wird sie als zerfallen bezeichnet.

siehe A. Criechingen