CIMBURK
I.
Wie es sich mit dem Hof der Herren von → C. verhält, ist im Hinblick auf den erhaltenen Quellenstand unklar. Im Fall der meisten Familienlinien können wir konstatieren, daß es zur Bildung eines Hofs im eigtl. Sinn des Wortes nicht kam. In den Quellen werden nur vereinzelt unterschiedliche Bedienstete oder Burgvögte erwähnt. Einen Hof im eigtl. Sinn des Wortes hatten offenbar Johann (III.) und Ctibor (VII.) von C. und Tovačov um sich gebildet, die auch das bedeutendste Amt in Mähren ausübten – das des Landeshauptmanns. Ctibor (VII.) und offenbar auch sein Vater Johann (III.) verfügten über eine eigene Kanzlei, derer Struktur und personelle Besetzung in Frage bleibt. Bes. im Fall Ctibors (VII.) und seines Bruders Johann (V.), der in Böhmen residierte, kann man zumindest die Bildung der Grundstruktur ihres Hofes annehmen. In den erhaltenen Quellen finden wir jedoch nicht die Besitzer der Hofämter.
Besser belegen die Quellen die Absicherung der einzelnen Güter und Res.en auf wirtschaftlicher Ebene, wo die einzelnen Bgf.en erwähnt werden. Sie stammten meist aus den Reihen des niederen Adels. Die Namen einiger Bgf.en kennen wir von den Res.en Mladá Boleslav/Jung-Bunzlau (Václav von Tubozy, Johann Pancíř von Kosořice, Zachař von Stránka, Hynek von Kyce, Wilhelm von Smolotely, Johann Tista von Libštejn) und Brandýs nad Labem (Aleš von Zapy, Johann Morava von Kralice) und einigen weiteren Burgen (Hranice/Mährisch Weißkirchen – Štěpán von Popelov, Drahotuše – Johann Obešlík von Lipultovice).
1487 richtete Ctibor (VII.) als Treuhänder der Besitzungen seines Neffen Adam das Amt des Hauptmanns ein, das für die Güter Mladá Boleslav/Jung-Bunzlau – Michalovice und Bezděz/Bösig gemeinsam war (der erste bekannte Hauptmann war Johann Císař von Hliník (1487-1491)). Eine ähnliche Stellung hatte offenbar auch der Hauptmann in Tovačov/Tobitschau, der zugl. die Rolle des Hofmeisters erfüllen und den Ablauf dieser Hauptres. Ctibors organisieren konnte (im Amt des Hauptmanns in Tova- čov/Tobitschau wird 1464 Václav von Převor vermerkt). Im Umfeld Ctibors (VII.) bewegte sich eine Reihe von Personen aus dem niederen Adel, aus dem auch der Kreis möglicher Höflinge, Bediensteter und Klienten stammte.
Quellen
Archiv český, hg. von Josef Kalousek, Bd. 16, Praha 1897.
Literatur
Hrady, zámky a tvrze v Čechách, na Moravě a ve Slezsku, Bd. 2: Severní Morava, hg. von František Spurný, Praha 1983, Bd. 3: Severní Čechy, hg. von Rudolf Anděl, Praha 1984. – Sedláček, August: Hrady, zámky a tvrze Království českého, Bd. 1-15, Praha 1882-1927.