ZWEIBRÜCKEN-BITSCH
I.
Die Gft. Z.-B. entstand aus einer Erbteilung im Haus Z. und aus einem Gebietstausch mit dem Hzg. von Lothringen. Die beiden Söhne des Gf.en Heinrich II. von → Z., Eberhard und Walram, verwalteten zunächst gemeinschaftlich das väterliche Erbe. Eberhard wurde der Begründer der Seitenlinie → Z.-B. Bei der Erbteilung erhielt er die großen lothringischen Lehen Moersberg, Linder und Saargemünd, das allodiale Amt Lemberg mit der gleichnamigen Burg und Anteile an den Burgen Landeck und Lindelbronn (auch Lindelbol gen.) im südlichen Pfälzer Wald bei Klingenmünster. Die Herrschaft Stauf am Donnersberg, Bergzabern und die Vogtei über Hornbach wurden zunächst von den Brüdern gemeinsam verwaltet und bis 1333 in verschiedenen aufeinanderfolgenden Verträgen geteilt. Diese Gebietsteile bildeten kein zusammenhängendes Territorium: Landeck und Lindelbronn lagen zwar dicht beieinander, waren aber durch leiningische und weißenburgische Besitzungen vom Amt Lemberg getrennt. Den wenig ertragreichen Teilen im Pfälzer Wald standen die in Lothringen gelegenen Besitzungen mit fruchtbaren Ackerböden gegenüber. Durch einen Gebietstausch mit Hzg. Friedrich II. von Lothringen ergab sich für Gf. Eberhard die Möglichkeit zu einer Konzentrierung seines Besitzes. Eberhard trat am 13. Mai 1297 an Hzg. Friedrich III. seinen gesamten Besitz in Moersberg, Linder und Saargemünd ab (mit Ausnahme des Patronatsrechtes in zwei Orten) und erhielt dafür die Burg → B. mit Zubehör, ein Gebiet, das unmittelbar westlich an sein Amt Lemberg grenzte.
Wenige Wochen später nahm Eberhard den Titel »Herr zu B.« an. Er wählte → B. zu seiner Res. Sie blieb es bis zum Aussterben der Gf.en von B. 1570. Doch bildete B. innerhalb des Territoriums nur eine Herrschaft, deren Reichsunmittelbarkeit von Lothringen bestritten wurde.
Bedeutsam für die territoriale Entwicklung war der Erwerb der Hälfte der Herrschaft Lichtenberg sowie der Anfall des Besitzes der Seitenlinie Z.-B.-Ochsenstein (siehe oben Art. A.).
II.
Zum Hof sind nur wenige Nachrichten erhalten, die keine Beschreibung einer Entwicklung zulassen.
Wichtigste Stadt war → B. Bei der Burg entstand eine kleine Siedlung.
Quellen
Pöhlmann, Carl/Doll, Anton: Regesten der Grafen von Zweibrücken, Speyer 1962. Quellenwerke zur Grafschaft Zweibrücken-Bitsch fehlen.
Literatur
Herrmann, Hans-Walter: Die Grafschaft Zweibrücken-Bitsch, in: Geschichtliche Landeskunde des Saarlandes, Bd. 2, hg. von Kurt Hoppstädter und Hans-Walter Herrmann, Saarbrücken 1977, S. 323-331. – Pöhlmann, Carl: Abriß der Geschichte der Herrschaft Bitsch, Zweibrücken 1911 (auch in: Westpfälzische Geschichtsblätter 14, 1910). – Pöhlmann, Carl: Die Herren von Bitsch genannt Gentersberg, Neustadt 1933. – Pöhlmann, Carl: Die älteste Geschichte des Bliesgaues, 2 Tle., Saarbrücken 1925 und Speyer 1953.