WÖLTINGERODE-WOHLDENBERG
I.
(Stadt Vienenburg, Lkr. Goslar, Niedersachsen). Historische Namensform: de Waltingerothe (1123/25, 1174), Waltingeroth (1174), Waltiggerothe (um 1197), Waletingerode (um 1220), Waltingerod (1244); Stammburg des Geschlechts von 1123/25-1174.
II.
W. ist der namengebende Stammsitz des Geschlechts und Sitz Gf. Ludolfs I. (um 1108-1153) seit 1123/25 (dat. nach Dobenecker 1, 1896, Nr. 1199). Dolle datierte die entspr. Urk. im UB von Walkenried neu auf das Jahr 1129 (Dolle 2002, Nr. 2, S. 50 f.). W. liegt 10 km nordöstlich von Goslar entfernt am Fuß des Harliberges in der Okerniederung und war wahrscheinlich von Wassergräben geschützt (Petke 1971, S. 418). Die Gf.en stifteten hier 1174 ihr Hauskl., das Benediktinerkl. St. Maria, das sie mit ihrem Besitz ausstatteten und dessen Senioratsvogtei sie innehatten. Damit gaben sie ihre Res. W. auf. Andererseits erreichten sie eine Besitzsicherung im Spannungsfeld sich überschneidender hzgl. und kgl. Interessen, die Bestätigung durch den Bf. von Hildesheim erfolgte im gleichen Jahr. Noch vor 1188 wurde das Kl. in ein Zisterzienserinnenkl. umgewandelt. Im 14./15. Jh. entwickelte sich W. wg. eines wundertätigen Marienbildes und einer Heilig-Blut-Reliquie zu einem Wallfahrtsort. 1568-1643 befand sich hier ein protestantisches Damenstift. Danach wurde mit der Restitution des Bm.s Hildesheim bis 1807 das Kl. erneut mit Zisterzienserinnen besetzt. Ein Brand zerstörte 1667 die ma. Kl.gebäude und die Kirche.
III.
Bald nach 1174 entstanden die Kl.gebäude wie die Kirche. Konventsgebäude wie Kreuzgang und Klausur wurden erst nach dem Brand 1676 im Innenhof (1679 und 1694) erbaut. W. war die Grablege der Gf.en schon vor 1174.