WÖLTINGERODE-WOHLDENBERG
I.
(Lkr. Goslar, Bad H., Niedersachsen). Historische Namensformen: Hartesburgh (nach 1200), Hartisborch (nach 1244, 1258), Hartesburg (1269);
II.
Über Bad H. auf dem Großen (483 m) und Kleinen (390 m) Burgberg gelegene salische Burganlage, die Heinrich IV. um 1065 als kgl. Schutzburg, Res. und Kollegiatsstift St. Valerius errichten ließ. Sie war die wichtigste Burg unter den Harzburgen, die der Festigung der ksl. Macht im sächsischen Gebiet dienten. In den Sachsenkriegen wurde die Burg 1074 zerstört, danach unter Friedrich I. Barbarossa wieder aufgebaut. Otto IV., der hier 1218 starb, nutzte die Reichsburg auch als Aufbewahrungsort der Reichkleinodien. Nach mehrfachem Besitzerwechsel gelangte die Burg wieder in welfischen Besitz.
Nach dem Sturz Heinrichs des Löwen wurden Burchard I. (1142-1189) und seine Söhne Hermann I. (1194-1243), Heinrich I. (um 1197-1251) und Ludolf IV. (1182-1217/18) Burgmannen auf der wiedererrichteten H. 1258 folgten die Söhne Heinrichs I. – Hermann III. (1234-1271), Hoier II. (1237-1268) und Heinrich III. (1237-1260) – in der Belehnung, obwohl nur Hoier II. hier wirklich residierte. Er benannte sie in seinem Namen und dem Siegel. Nach seinem Tod 1268 vermochten es sein Bruder Hermann III. und dessen Sohn nicht, die H. als Herrschaftsmittelpunkt zu erhalten. Sie verpfändeten 1269 die H. mit den Pertinenzien und dem Bergwerk Horbeke bei Clausthal an Konrad von → Wernigerode (Petke 1971, S. 420 f., Register Nr. 134, S. 508 f.; Spier 1975, S. 11). Die Burg verblieb bis zum Ende des 14. Jh.s in der Hand der Gf.en von → Wernigerode. Die Hzg.e von Braunschweig-Lüneburg errichteten auf der H. einen Amtssitz, der 1572 jedoch nach Bündheim ins Tal verlegt wurde. Hzg. August d.J. von Braunschweig legte die Burg 1651 nieder.
Die Burg liegt oberhalb der Stadt Bad H. auf dem Großen Burgberg (483 m), der nach drei Seiten steil abfällt. Die Burganlage ist durch einen Graben quergeteilt in Ostburg und Westburg. Eine alles umfassende Ringmauer (1,45 m stark und 10 m hoch) wurde unter Heinrich IV. 1065-1069 erbaut. Das Stift St. Valerius befand sich vermutlich auf der Westburg. In den Sachsenkriegen wurde die Burg 1074 total zerstört, fast 100 Jahre später erfolgte unter Friedrich I. der Wiederaufbau. Die überlieferte Befestigung besteht aus einer vorwiegend spätma. Ringmauer sowie stellenweise aus Wall und Graben. Auf der Ostburg, zur Zeit Heinrich IV. die Hofhaltung, sind noch Teile einer salischen Toranlage, ein zweiflügliger Wehrbau, ein Flankierungsturm, der Palas sowie ein Rundturm (Ostbergfried: 10 m Durchmesser, 2 m Mauerstärke) sichtbar, auf der Westburg ein quadratischer Turm (wahrscheinlich aus der Zeit Ottos IV., W-Bergfried: 9,4 m im Quadrat, Mauerstärke 3,7 m) und in der Nordostecke ein Burgbrunnen mit einer Tiefe von 42 m. Im Krodotal wurden bis 1949 Reste einer romanischen Kirche ergraben, die in einem Zusammenhang mit der H. stehen soll.
Die im NW unterhalb der H. gelegene Kleine H. auf dem Kleinen Burgberg (390 m) war Teil der Verteidigungsanlage, die wahrscheinlich im 12. Jh. (1180) erbaut wurde. Hier sind nur noch wenige Mauerreste erhalten. Die »Neustadt unter der H.« wurde 1338 erstmalig erwähnt. Eine Vorläuferin könnte die Wüstung Schulenrode gewesen sein. Der neue Ort wurde »H.« gen.
III.
Wahrscheinlich war der als Baumeister bekannte Osnabrücker Bf. Benno II. beteiligt.