WOLKENSTEIN
I.
Stadtres. der Frh.en (ab 1630 Gf.en) von → Wolkenstein-Rodenegg am Hauptplatz von Lienz von der Errichtung bis zum Konkurs der Familie 1642.
II./III.
Errichtet 1605-1608 auf dem Platz von zwei eigens für diesen Zweck gekauften Häusern und vom Tiroler Landesfs.en Ehzg. Maximilian III. mit Adelsfreiheiten ausgestattet. Beim großen Stadtbrand 1609 beschädigt, in den folgenden beiden Jahrzehnten wiedererrichtet, dabei um die beiden die Fassade flankierenden Rundtürme erweitert. Nach dem wolkensteinischen Konkurs zunächst unter landesfsl. Aufsicht (ein Inventar aus dieser Zeit – von 1645 – beschreibt und benennt die einzelnen Räume), 1653 mit der Herrschaft Lienz an das Haller Damenstift verkauft und in der Folge Sitz von dessen Herrschaftsverwaltung. Nach Aufhebung des Stifts 1783 als Militärlager, Armenspital und bis ins 20. Jh. als Bezirkshauptmannschaft in Verwendung. 1980 von der Stadt zwecks Verwendung als Rathaus gekauft, in der Folge fast zur Gänze entkernt und im Inneren völlig neu gestaltet. Westlich angebaut ist die sog. Fronfeste, in der sich ehem. die zur L. gehörige Kapelle befand. Zur Geschichte und Lage der Stadt und Herrschaft Lienz siehe → Bruck bei Lienz in der Art.gruppe → Görz.
Literatur
Die Kunstdenkmäler des politischen Bezirkes Lienz, Tl. 1: Bezirkshauptstadt Lienz und Lienzer Talboden, bearb. von Martha Fingernagel-Grüll u. a., Horn 2007 (Österreichische Kunsttopographie, 57,1), S. 303-307. – Pizzinini, Meinrad: Lienz. Das große Stadtbuch. Lienz 1982.