WERDENBERG
I./II.
W., abgeleitet von mhd. werde = Insel, erhöhtes Gelände zwischen Sümpfen. Die Burg (als Name des Geschlechts) wird 1259 und das Städtchen 1390 erstmals erwähnt, liegt im Alpenrheintal auf der linken Seite des Flusses auf halbem Wege zwischen Chur und dem Bodensee. W., gewöhnlich als die kleinste Stadt der Schweiz bezeichnet, gehört zur Gmd. Grabs (Kanton St. Gallen) sowie zum Pfarrsprengel von Grabs, Diöz. Chur, Kapitel Unterlandquart.
Die Stadt liegt in vorgeschichtlichem und römischen Siedlungsgebiet. Das heute noch gut erhaltene Schloß, dessen Turm und Palas ein auffallend starkes Mauerwerk aufweisen, geht ins frühe 13. Jh. zurück, als Bauherr gilt Rudolf I. von W. (gest. 1247), doch könnten die Anfänge auch auf dessen Vater Hugo I. von → Montfort (gest. 1228) zurückgehen.
Bei der Teilung von 1265 fiel die Stammburg der Geschlechtes an Gf. Hugo I. von W. und seit 1277 von Heiligenberg (gest. 1280). W. ist daher nur als Res. der Gf.en von W.-Heiligenberg, nicht aber der Gf.en von W.- → Sargans in Betracht zu ziehen. 1395 machte Heinrich V. von → Vaduz im Namen seiner Ehefrau Katharina von W.-Heiligenberg-Bludenz vergeblich Ansprüche auf W. 1401 bis 1483 waren Burg und Gft. im Besitz der Gf.en von → Montfort-Tettnang. 1483 bis 1517 wechselte die Gft. W. fünfmal den Besitzer und gehörte seit dem zum Stand Glarus.
Die Amtleute der Stadt W. wurden von den Bürgern gewählt. An ihrer Spitze stand kein Bürgermeister, sondern ein Baumeister, dem ursprgl. die Überwachung der öffentlichen Bauten oblag; Vorbild dafür dürfte die werdenbergische Stadt Bludenz gewesen sein. Ein Rathaus wird 1487 gen.