Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich

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UNGNAD VON WEIßENWOLFF

A. Ungnad von Weißenwolff

I.

Die U. von W. sind seit dem späten 12. Jh. als Ministerialen der Bf.e von Bamberg in Kärnten nachweisbar. Der 1192 als erster urkundlich gen. U., Otto, kämpfte auf der Seite Rudolfs von Habsburg. Die Stammbesitzungen der U. lagen im östlichen Kärnten im Tal der Lavant und zur Drau hin. Die oft angegebene Herkunft aus Franken läßt sich urkundlich nicht bestätigen und mag ebenso legendär sein wie die in der Chronistik gegebene Erklärung des Namens U. Nach dieser rief die Frau eines entkommenen Raubritters, während der Erwerber dieses Namens ohne Gehör für ihr Flehen um Gnade dessen Burg brach, wiederholt »U.«. Das ebenfalls legendenumwobene Namenselement W. (ein weißer/silberner Wolf war das früheste Wappentier der U.) trat erst 1646 mit der Erhebung in den Reichsgf.enstand mit dem Prädikat »von W.« in den Vordergrund der Benennung des Geschlechts. Bis dahin wurden die U. oft nach der 1442/44 erworbenen Herrschaft als Frh.en von Sonnegg (Sunnegk) bezeichnet.

II.

Die zunächst in Kärnten und seit dem 15. Jh. auch in der Steiermark landsässigen U. leiteten ihren frühen Lehensbesitz von den Ebf.en von Salzburg, vom Kl. St. Paul und seit dem 15. Jh. verstärkt vom Landesfs.en her. 1552 erwarb Andrä U. (gest. 1557) die Krainer Landstandschaft. 1566 wurde David I. in den Herrenstand von Österreich ob der Enns und 1586 in den Alten Herrenstand von Niederösterreich aufgenommen und er erhielt 1593 das ungarische Indigenat. 1674 wurde Helmhard Christoph (gest. 1702) in den böhm. Herrenstand und 1716 sein Sohn Ferdinand Bonaventura (gest. 1781) in den mähr. Herrenstand aufgenommen.

Ks. Friedrich III. erhob Hans I. (gest. 1481) 1462/63 als »Herr von Sonnegg« in den nicht erblichen Reichspanierherrenstand und in den erblichen erbländischen Frh.enstand. In den erblichen Reichsfrh.enstand mit dem Prädikat »von Sonnegg« erhob die drei Brüder Hans III. (gest. 1564), Christoph (gest. vor 1526) und Andrä (gest. 1557) Karl V. 1522 in Brüssel. Ks. Ferdinand III. schließlich erhob David II. U. (gest. 1672) 1646 als »Gf. und Herr von W., Fhr. von Sonn- und Ennsegg« mit »Hoch- und Wohlgeboren« unter gleichzeitiger Verleihung des Großen Palatinats in den erblichen Reichsgf.enstand. Er verlieh ihm zudem das Erblandhofmeisteramt in Österreich ob der Enns. Als Personalist war David II. U. Gf. von W. Mitglied des Schwäbischen Reichsgf.enkollegiums. Möglicherw. war dafür neben den ksl.-schwäbischen Klientelbeziehungen von Bedeutung, daß die Brüder Georg, Wolfgang und Christoph U. 1448 gemeinsam mit Hans von Rechberg mit dem Lehen Sulmatingen in Schwaben belehnt worden waren.

David I. U. (gest. 1600) war 1574-1578 ksl. Botschafter an der Hohen Pforte. David II. U. Gf. von W. war von 1668-1669 ksl. Prinzipalkommissar beim Immerwährenden Reichstag in Regensburg. Drei Gf.en von W. übten das Amt des Landeshauptmanns von Österreich ob der Enns aus: David II. (1656-1671), Helmhard Christoph (1675-1686) und Ferdinand Bonaventura (1738-1748). In der Reichskirche engagierte sich kein Mitglied der Familie, viele hingegen in der Reformation, sehr viele seit dem MA bei der Verteidigung gegen die islamische Eroberung.

Hans I. (gest. 1461) war einer der einflußreichsten Höflinge Ks. Friedrichs III. Der älteste Sohn von Wulfing U. und Margarethe von Dümmersdorf bewährte sich im Kriegsdienst und erlangte durch Einheirat in die Familie des Hofmeisters Wilhelm von Pernegg (gest. 1439) Zugang zum landesfsl. Hof. Mit Hzg. Friedrich war er 1436 in Palästina und 1436-1441 sein Hofmarschall.

Nach seiner Kg.swahl 1441 machte Friedrich ihn zum Kammermeister, welches Amt Hans I. bis zu seinem Tod behielt. Er war zudem Rat und Beisitzer bei Kammergerichtsprozessen. Als Kammermeister (Kammermeister von Hzg. Ernst dem Eisernen war seit spätestens 1412 der Ehemann der Lucia U. [gest. 1444], Ulrich von Weispriach, Landeshauptmann in Kärten um 1400) stand Hans I. nicht nur der Finanzverwaltung vor, sondern gehörte zur engsten Umgebung Friedrichs, dessen absolutes Vertrauen er genoß. U. bildete mit Johann von Neitperg und Walter von Zöbing das mächtige »Triumvirat der ›steirischen Weisheit‹« (Heinig) an Friedrichs Hof. Hans I. entwickelte »erstaunliche reichspolitische Aktivitäten nicht nur auf dem Feld seines engeren Amtes, sondern auch als kgl. Diplomat« (Heinig). 1442 ist er auf dem Krönungszug nach Aachen in Augsburg und Nürnberg nachgewiesen, 1444 war er in Passau und in Nürnberg beim Reichstag, 1446 zur Vorbereitung der Heirat der Kg.sschwester Katharina mit Mgf. Karl von Baden in Konstanz, 1447 in diplomatischer Mission in Italien, 1452 in Pisa und Rom. 1458/59 war er Teil der Ratsdeputation Ks. Friedrichs III., welche in Niederösterreich über dessen Herrschaftsübernahme verhandelte und schließlich den Huldigungseid von Niederösterreich und Wien entgegennahm. Beteiligt war er auch an der Beilegung der Konflikte um das Hzm. Bayern-Ingolstadt. In den Jahren nach der Ks.krönung minderte sich der Einfluß der drei betagten Innerösterreicher.

Als führender ksl. Höfling war Hans I. im Reich bekannt und umworben, was ihm neben reichen Geschenken erbitterte Feindschaften eintrug (v.a. Ulrich von Eizing, gest. 1460). Die Tiroler Stände ließen ihn wg. des Konflikts um die Vormundschaft über Sigmund von Tirol auf einer Reise in der Nähe von Bozen gefangennehmen. Seine Mitwirkung an der Heirat Hzg. Friedrichs von Sachsen mit Anna, der Tochter Kg. Albrechts II., lohnte ihm der Bräutigam mit 2000 fl. und bescheinigte Hans I. schriftlich, daß er sich nicht nur ihm, sondern auch Land und Leuten förderlich erwiesen habe. Hans I. tätigte für und mit Friedrich III. zahlr. Geldgeschäfte und war dessen Gläubiger und Schuldner. Sein Vermögen wuchs erheblich. Ks. Friedrich mehrte den Besitz U.s insbes. in Kärnten, der Steiermark und in der Gft. Cilli und erhob Hans I. zum Frh.n von Sonnegg.

Seine jüngeren Brüder unterstützten Hans I. bei Hof. Wolfgang (gest. um 1453, ksl. Kämmerer) und Georg (gest. 1468) waren bei der Ks.krönung Friedrichs in Rom zugegen. Georg war spätestens seit 1555 Rat Friedrichs III., 1457 Urk.nreferent, 1463 ksl. Steuereinnehmer und erhielt wie Hans I. das Privileg persönlichen Gerichtsstands vor dem Ks. Christoph (gest. 1481) und Georg pflegten zudem »die bisher völlig übersehenen« Besitz- und Verwandtschaftsverhältnisse nach Bayern (Heinig, S. 179). Christoph war ebenfalls Rat Friedrichs III. und Bgf. von Ober-Cilli. Er bewährte sich bei mehreren Türkeneinfällen und war während Friedrichs zweitem Romzug Mitglied des steirischen Verweserregiments. 1451/52 brachte er Eleonora, die Gemahlin Friedrichs III., von Portugal über Pisa (dort stieß Hans I. dazu) und Siena (dort Friedrich III.) nach Rom, wo Vermählung und Ks.krönung stattfanden und er begleitete den Ks. weiter nach Neapel, wo er als Turrnierteilnehmer bezeugt ist. Hans' I. Tochter Anna war Hoffräulein bei Ks.in Eleonora.

Hans III. (1493/96-1564) hatte als Landeshauptmann der Steiermark (1530-1554) eine führende Rolle in der Habsburgermonarchie, wirkte später als hzgl.-württ. Rat für die Reformation im Reich und als Betreiber der Uracher Druckanstalt für Reformationsschriften in slaw. Sprachen (1561-1565) als Wegbereiter der Reformation in Südosteuropa. Am Beginn seiner Laufbahn war Hans III. für Kärnten Mitglied der Gesandtschaft, die bei Barcelona 1519 von Karl V. die Bestätigung der Rechte und Freiheiten der österr. Länder erwirken sollte. 1520 zurückgekehrt, wandte er sich bald nach Brüssel, wo er am Hof von Eh. Ferdinand (später Ks. Ferdinand I.) diente. Der Kontakt zu den Habsburgerbrüdern lohnte sich: Ks. Karl V. erhob am 29. Febr. 1522 Hans III. mit seinen Brüdern Christoph und David als Frh.en zu Sonnegg in den erblichen Reichsreiherrenstand. 1523 begleitete Hans III. Eh. Ferdinand zum Treffen mit Kg. Ludwig II. von Ungarn, gegen den er in Wiener Neustadt im Turnier unterlag, der ihn aber daraufhin in Preßburg zu seinem Kämmerer und Diener bestellte. Anfang 1524 war er am Hof Marias von Ungarn. Drei seiner Schwestern waren bei ihr Kammerjungfrauen, seine Mutter Obersthofmeisterin (bis 1531). 1524 kämpfte er vor Krupa unter Niklas Gf. → Salm, 1525 rief Kg. Ludwig Hans III. zum Feldzug in die windische Mark. Durch die Eheschließung (1525) mit Anna, Tochter von Georg Gf. Thurn und Helena Gf.in Frangepan, knüpfte Hans III. Verbindungen in den kroatischen Adel.

Um 1525/26 wurde Hans III. Hauptmann und Vizedom von Cilli und war fortan hauptsächlich mit der Verteidigung gegen die Türken befaßt. 1528 von den Ständen vorgeschlagen, war er 1529 Kriegsrat Kg. Ferdinands I. und kämpfte erfolgreich gegen die Anhänger des ungarischen Gegenkg.s Johann Zápolya. Im Juni 1530 wurde er Landeshauptmann in der Steiermark. Beim Einfall Sultan Suleimans nach Österreich i.J. 1532 sicherte er mit 1000 Reitern Steyr und Linz und war am Sieg über die türkischen Invasionstruppen in der Schlacht von Leobersdorf-Enzesfeld beteiligt. 1536 nahm er am Feldzug nach Piemont teil. Erfolglos blieb 1537 der Feldzug nach Slawonien und Versuch der Befreiung von Esseg. Beim Rückzug war Hans III. unter dem Oberbefehl Katzianers an einer schweren Niederlage gegen die türkische Invasionsarmee beteiligt, wurde aber rehabilitiert. 1540 wurde er Generalkapitän der fünf niederösterr., windischen und kroatischen Lande und leitete im ununterbrochenen Grenzkrieg die Verteidigung längs der Mur. 1541/42 scheiterten die Bemühungen um die Befreiung des 1541 von den Türken eroberten Ofen (Budapest). Gleichwohl wurde Hans III. zum Oberbefehlshaber der kgl. Truppen in Ungarn ernannt, konnte aber 1543 auch die Eroberung der Städte Fünfkirchen (Pécs), Gran (Esztergom) und der ungarischen Krönungsstadt Stuhlweißenburg (Székesfehérvár) nicht verhindern.

Das Verhältnis zu Kg. Ferdinand I. verschlechterte sich in den 1540er Jahren. Hans III. hatte zwar am 31. Juli 1541 erfolgreich um die Einberufung des im Nov. 1541 in Prag abgehaltenen Generallandtags geworben und dabei das Programm einer vereinheitlichten Verwaltung der habsburgischen Länder entworfen, war beim Landtag dann aber nachdrücklich für die Reformation eingetreten. Er forderte auch später von Ferdinand I. wiederholt, die raine gottliche leer in den Erbländern zuzulassen. Bei Aufenthalten in Graz 1551 und 1553 nahm Kg. Ferdinand I. zur Kenntnis, daß seine konfessionsrechtlichen Verordnungen in der Steiermark kaum befolgt wurden und machte Hans III. als verantwortlichem Landeshauptmann Vorhaltungen. Nachdem der Kg. im Aug. 1553 eine Abmachung U.s mit dem Abt des von U. lange Jahre mißbräuchlich beherrschten Zisterzienserstiftes Rein in der Steiermark für ungültig erklären ließ, bat Hans III. Ende 1553 um seine (trotz der Gegensätze nicht leichthin) 1554 erteilte Entlassung. Hintergrund des Streits um Rein waren konfessionelle und ökonomische Interessen. Hans III. U. hatte seinen Sohn Ludwig (geb. um 1525) noch als Kind 1533 zum Koadjutor mit Nachfolgerecht des Stiftes Rein bestimmen lassen und konnte nach dem Tod des Abtes Hippolyth Huetensteiner (1534) so selbst als Administrator über das Stift verfügen. Während die Steuerschulden des von U. in den wirtschaftlichen Abgrund geführten Stifts anschwollen, bereicherte sich der Landeshauptmann an Rein. Er pachtete 1535 vom Stift weit unter Wert das zu seinen eigenen Eisenwerken günstig gelegene Amt Hirschegg. Massiv schädigte er das Stift 1543 im Bund mit Georg Gf. von → Montfort durch einen Güterdreieckstausch, dessen landesfsl. Bedingung für die Genehmigung, die Schadloshaltung des Stifts durch Zuführung gleichwertiger Güter, er immer wieder verzögerte. Hans III. verschaffte sich so die Ämter Hirschegg, Pack (dessen katholischer Pfarrer wurde zeitw. im u.'schen Schloß Waldenstein gefangengehalten) und Modriach. Diese lieferten Holz für die Förderung und Verarbeitung von Eisen. U. war einer der größten Eisenerzgruben- und Eisenverarbeitungsunternehmer Unterkärtens, besaß Hämmer v.a. in Waldenstein, Pack und in Rechberg bei Sonnegg und ließ mehrere Dutzend Arbeiter Nägel, Draht und korrosionsfestes Weißblech sowie Kanonen und Munition herstellen. 1549 mußte Ludwig U., der weder Geistlicher geworden noch in den Zisterzienserorden eigetreten war, die Abtwürde von Rein niederlegen. Hans III. wurde die Administration des Stiftes entzogen.

Vor diesem vielschichtigen, in der Literatur nicht selten auf den Konfessionskonflikt verengten Hintergrund 1555 verließ Hans III. aus eigener Initiative heraus Innerösterreich, wohin er wohl nur 1556 noch einmal zurückkam. Seit dem Tod (1552) seiner Frau Anna, geb. Gf.in Thurn, verwitwet, brachte er seine noch kleinen Kinder zur Erziehung zu seiner in Böhmen lebenden Schwester Elisabeth, verh. Gf.in → Schlick, und ging nach Wittenberg. Mit der Reformation war er in den 1520er Jahren in Berührung gekommen. Seine Mutter, Obersthofmeisterin Kg. Marias von Ungarn, konnte auf Anordnung Karls V. wg. ihrer reformatorischen Gesinnung 1531 das Amt nicht behalten, als ihre Herrin als Statthalterin in die Niederlande ging. Sein Bruder Andrä hörte und sprach 1536 Luther in Torgau. Hans III. war enttäuscht von der Zerstrittenheit reformierter Theologen und kehrte Wittenberg nach etwa zweijährigem Aufenthalt den Rücken, nachdem er dort 1555 Magdalena Gf.in von → Barby (geb. 1534, gest. 1565 in Wien) geheiratet hatte. Aufgrund seiner Präsenz bei den Reichstagen von 1527, 1530, 1541 und 1548 sowie seines Einsatzes für die Reformation verfügte er über gute Kontakte mit reformierten Fs.en. Hzg. Christoph von Württemberg bestellte Hans III. 1557/58 zu seinem Rat und befaßte ihn mit diplomatischen Aufgaben im Reich, u. a. mit der Vorbereitung des Fs.entags von 1561. Insbes. räumte er ihm in Urach ein 1516 aufgehobenes Chorherrenstift ein.

Dort betrieb U. eine Bibelanstalt. Seine wichtigsten Mitarbeiter waren Primus Truber, ein slowenischer Reformator und die Übersetzer Stephan Consul und Anton Dalmata, zwei reformierte Priester aus Istrien. Für deren Finanzierung durch Württemberg, andere reformierte Fs.en und Städte setzte er sich mit Nachruck ein – ebenso seine Einkünfte aus den innerösterr. Besitzungen. Die kroatischen Bücher, von denen 13 Ausgaben mit 12 700 Exemplaren der Kernbestandteil der Produktion waren, mußten meist verschenkt werden, während die slowenischen Drucke von den Krainer Landständen und der evangelischen Bevölkerung gekauft wurden. Getragen war U.s Werk von der Überzeugung, daß nicht nur die Reformation im Reich, sondern auch die Evangelisierung (Reformierung und Missionierung) der Völker des Balkans einschließlich der dort lebenden Türken eine religiös und politisch notwendige Bedingung der Abwehr der türkischen Eroberungspolitik seien. Die Spaltung der reformatorischen Bewegung u. a. in Lutheraner, Zwinglianer, Schwärmer erschwerte die Finanzierung der Drucke. Für Hzg. Christoph mußte Hans III. Gutachten über die Orthodoxie der Truber'schen Schriften beibringen. Technisch war die Druckerei in Urach eine Filiale der Tübringer Firma Ulrich Morhard Wwe. bzw. ihrer Söhne Georg und Oswald Gruppenbach. Die Uracher Drucke gaben auch wg. des Prestiges der Universität → Tübingen als Druckort → Tübingen an. 1561-1565 stellte U.s Uracher Drukkerei annähernd 40 Druckwerke (Übersetzungen von Bibeltexten und Reformationschriften) in einer Gesamtauflage von ca. 31 000 Exemplaren her. Von den 26 Drucken in kroatischer Sprache erschienen 13 in glagolitischer, sieben in kyrillischer und sechs in lat. Schrift, vier Drucke in slowenischer und sechs in ital. Sprache: »eine kulturelle Pioniertat« (Ehmer).

Mit Ks. Maximilian II., von dem es hieß, er sei von Hans III. in der Religion verfierdt worden und der die Druckerei finanziell unterstützte, unterhielt Hans III. eine freundliche Korrespondenz. Hans III. starb am 27. Dez. 1564 bei seiner Schwester Elisabeth während einer Reise nach Böhmen, wo er auf eine Unterredung mit Maximilian II. wartete, vermutlich über seine Aussichten im Fall einer Rückkehr. Bestattet wurde Hans III. in der Tübinger Stiftskirche, der Grabeskirche der Hzg.e von Württemberg. Grabinschriften sind erhalten (teils fehlerhafte Transkriptionen: Hönisch 1877 [zwei Inschriften], Westermayer 1912, Knöll 2007). Der Zinnsarg wurde 1891 gestohlen und eingeschmolzen. Seine Bücher schenkte Hans III. der Universität Basel, seine Druckerei produzierte 1565 das letzte Druckwerk. Die Lettern kamen nicht, wie früher angenommen wurde, auf das u.'sche Schloß Waldenstein und von dort nach Graz, Rom und schließlich nach Paris; die von der päpstlichen Kongregation de Propaganda Fide für gegenreformatorische Drucke verwendeten glagolitischen und kyrillischen Lettern sind nicht identisch mit den Lettern der Uracher Reformationsschriften. Sie wurden vermutlich eingeschmolzen, als die Druckerei 1565 den Betrieb einstellte, Konsul und Dalmata 1567 Urach verließen und die württ. Verwaltung 1567 versuchte, das noch übrige Papier zu verkaufen.

Auch Hans' III. als Abt von Rein abgesetzter Sohn Ludwig (gest. 1584) stand gut mit Ks. Maximilian II. 1544 war er sein Truchseß und nahm am Feldzug Maximilians gegen Frankreich teil, später diente er als Rittmeister im Grenzkrieg gegen die Türken, wurde 1570 Bgf. in Klagenfurt, 1574 Bgf. auf dem Grazer Schloßberg und nahm am Brucker Landtag von 1578 teil. 1551 Mundschenk, war er 1554-1574 Kämmerer Maximilians II. Seine finanziellen Verhältnisse waren so zerrüttet, daß seine Frau Anna Neumann von Wasserleonburg 1581 vor der Eheschließung eine Schadloserklärung verlangte und erhielt. Sie überlebte diesen ihren dritten Ehemann (von insgesamt sechs) und errichtete ihm in der Pfarrkirche St. Egidius in Klagenfurt ein erhaltenes Epitaph. Ludwigs Schwester Polixenia (gest. 1564) diente gleichfalls bei Hof. Verh. mit Don Pedro Lasso de Castilla (gest. 1558), der u. a. Oberstallmeister Ferdinands I. (1541) und Hofmeister Eh. Maximilians (1554) war, diente sie selbst als Hofmeisterin der Kinder Maximilians II., bestattet sind beide in der Wiener Augustinerkirche.

David I. U. (1535-1600) war der Sohn von Hans' III. Bruder Andrä. Er studierte in Wittenberg und war dort später kurze Zeit Rektor (1557). Auf ausgedehnten Europareisen erwarb er beachtliche Sprachkenntnisse. Nach mehrjährigem Kriegsdienst v.a. in Kroatien und Ungarn sandte ihn der Ks. mit diplomatischem Auftrag 1572 (nochmals kurz 1585) an die Hohe Pforte. Als ksl. Botschafter war er dort zudem 1573/74-78. Sein lutherischer Prediger aus → Tübingen, Stephan Gerlach, übergab in Konstantinopel dem orthodoxen Patriarchen Jeremias die Augsburger Konfession in griechischer Übersetzung und initiierte so den griechisch-orthodoxen-lutherischen Briefwechsel. Für die Forschung zum interkulturellen diplomatischen Zeremoniell ist David I. interessant, weil er – so wurde jedenfalls berichtet – auf den Entzug eines Gunsterweises bei der Herrscheraudienz (ihm wurde kein Sopha angeboten) reagierte, indem er seinen Mantel zu einem Sitzpolster zusammenrollte und diesen nach der Audienz zum allg. Erstaunen liegen ließ mit der Bemerkung, es sei ihm nicht bekannt, daß röm.-ksl. Botschafter sich selbst ihr Sopha nachtrügen. Mit den handfesten Erfolgen der türkischen Kriegszüge war er in Konstantinopel beim triumphalen Einzug des Ferrath Beğ am 9. Dez. 1575 konfrontiert, bei dem die Köpfe der in einem Scharmützel bei Budaški am 15. Sept. 1575 niedergemachten ksl. Offiziere Herbart VIII. von → Auersperg und Friedrich von Weichselburg auf Stangen in die Stadt getragen wurden. David I. kaufte die Köpfe (genauer: die ausgestopfte Kopfhaut, denn die enthäuteten Köpfe waren den Angehörigen bereits für die Bestattung in der Laibacher Franziskanerkirche verkauft worden) und ließ sie den → Auersperg zukommen. 1572 soll David I. dem Botaniker Clusius Kastanien mitgebracht haben, aus denen dieser die erste Wiener Roßkastanie zog. Nach seiner Rückkehr an den Hof wurde David I. Hofkriegsrat und erfolgreicher Hofkriegsratspräsident (1584-1599). Sein an der Freyung in Wien erworbenes Haus verkaufte er an Karl von Harrach. David I. wurde 1566 in den Herrenstand von Österreich ob der Enns aufgenommen (wo er kurz vor 1600 Schloß Ennsegg erwarb), 1586 in den Alten Herrenstand von Niederösterreich und erhielt 1593 das ungarische Indigenat. Er starb 1600 auf einer Kommissionsreise im ungarischen Kaschau und wurde bei seiner Ehefrau, Eva Lang von Wellenburg (gest. 1594), mit der er seit 1579 verh. gewesen war, in → Horn bestattet.

Andrä U. (1579-verm. 1643), Sohn Davids I., immatrikulierte sich 1597 und 1599 in → Tübingen, wo sein Großonkel Hans III. bestattet war. Bereits 1601 veräußerte er die 1600 ererbte Pfandherrschaft Bleiburg und war fortan mit seinem Hauptsitz Ennsegg primär in Österreich ob der Enns ansässig. Als er 1601 Margarethe/Marusch Barbara Freiin Prager von Windhag (1585-1669) heiratete, unterzeichneten bedeutende oberösterr. Adelige wie Reichard und Erasmus von Starhemberg sowie der Führer der protestantisch-ständischen Bewegung, Georg Erasmus Tschernembl, den Ehevertrag. Zwar versuchte Andrä anläßlich des Erlöschens der älteren u.'schen Linie mit Simon U. (gest. 1607), die innerösterr. Familienstammsitze Waldenstein und Sonnegg zu erwerben und schloß 1608 einen entspr. Vertrag. Dessen Durchführung aber scheiterte aus ungeklärten Gründen, evtl. wg. Liquiditätsmangels des u. a. bei der Landschaft stark verschuldeten Andrä und der räumlichen Distanz und Minderjährigkeit von Simon U.s (gest. 1607) erbender Enkelin Margarethe Elisabeth, geb. Gf.in von Leinigen-Westerburg (1604-1667). 1610 bestellten die Stände Andrä zum Hauptmann in den Wirren des Passauer Krieges.

Am 31. März 1617 wurde Andrä U. zum Ersten Herrenstandsverordneten gewählt, am 25. Juli 1617 wählten die Herren zum Zweiten Herrenstandsverordneten Georg Erasmus Tschernembl, der »mit Andrä U. der eigtl. Meister« der ständischen Bewegung war (Sturmberger, 276). U.s Rolle in den dramatischen Jahren der militanten Ständekonföderation wird bis heute kaum anders als durch die Forschung zu Tschernembl erhellt. Den Widerstand der oberösterr. Prälaten gegen die Konföderation mit den böhm. Ständen versuchte Andrä im Sommer 1619 durch massive Drohungen zu unterbinden, wirkte im Vorfeld des Nürnberger Unionstags von 1619 aber wohl mäßigend auf den Gesandten der niederösterr. Stände. Daß er am 20. Aug. 1620 bei der Interimshuldigung für Hzg. Maximilian von Bayern fehlte, der im Auftrag Ks. Ferdinands II. in Österreich ob der Enns einmarschiert war, wurde als Rebellion gewertet. Vor den bayerischen Truppen floh U. mit Tschernembl und Hans Ortolf Geymann im Schutz von Soldaten Fst. Christians II. von Anhalt-Bernburg aus Niederösterreich. In Prag war er Mitglied des neuen, v.a. aus österr. Emigranten gebildeten Kriegsrats.

Nach der Niederlage der konföderierten Ständearmee unter Führung von Kg. Friedrich V. von der Pfalz gegen die bayerisch-ksl. Armee am Weißen Berg am 8. Nov. 1620 fand Andrä mit seiner Familie Aufnahme in Hessen-Kassel. Seine Söhne Friedrich und David II. studierten in Kassel an der Ritterakademie. 1623 wurde Andräs Ausweisung und die Konfiskation seiner völlig überschuldeten Güter publiziert. 1622/23 floh Andrä weiter nach Ostfriesland und ließ sich in Emden nieder, wo er ein Haus kaufte. Als ehrbaren Rat beschenkte ihn die Stadt in den 1620er Jahren. Als einer der letzten Teilnehmer am Ständeaufstand bat Andrä Ks. Ferdinand II. um Pardon, erhielt es und ließ die Kanzleitaxe hinterlegen (1631/34). Gleichwohl kehrte Andrä nicht nach Österreich zurück. Er durfte sich als Protestant dort nicht mehr dauerhaft niederlassen, war dort besitzlos und weiterhin hoch verschuldet. Sein Todesdatum ließ sich bislang nicht sicher ermitteln; das häufig angegebene Datum 1623 aber ist gewiß unrichtig. Vermutlich starb er 1643 in Schirum bei Aurich.

David II. (1604-1672), ein Sohn Andräs, kehrte aus dem Exil zurück und legte das Fundament für die zweite Phase der Geschichte der U. in Österreich. Über seine Kindheit und Jugend ist außer dem Studium an der Kasseler Ritterakademie kaum etwas bekannt. Im Jan. 1632 heiratete er Maria Elisabeth Gf.in Jörger von Tollet (gest. 1674), eine Tochter des in Niederösterreich, nicht aber in Österreich ob der Enns rebellionshalber enteigneten Helmhard IX. (1572-1631), mit dem die Christoph'sche Linie der Jörger erlosch. Um dessen nicht enteigneten und überschuldeten Besitz (Köppach, Erlach, Steyregg (unter Sequester, vom Lehensherrn Passau als erledigt betrachtet), Schulden von etwa 255 000fl., gegen die eine Forderung gegen den Hof in Höhe von 92 000 fl. stand) wurden seit Jahren Prozesse geführt. Daß den Gütern Helmhards IX. wg. seiner Beteiligung an der Rebellion der Status als Fideikommiß aberkannt worden war, machte seine Güter in weiblicher Erbfolge vererblich, so das Maria Elisabeth den Erbschaftsprozeß gegen ihre Jörger-Vettern gewann; der Landeshauptmann Kuefstein wies die Erbansprüche der Vettern seit Sept. 1633 ab, 1640 verbot der Ks. ihnen weitere rechtliche Schritte. Das Ehepaar U.-Jörger verglich sich am 20. März 1632 mit den Jesuiten bzgl. strittiger Meßstiftungen in der Schloßkapelle von Steyregg. Um 1632/33 konvertierten David II. und Maria Elisabeth zum Katholizismus. Das tat 1633 auch Maria Elisabeths Halbschwester Anna Magdalena (geb. 1619), die als Vollwaise unter der Vormundschaft des ksl. Geheimrats Franz Christoph Gf. Khevenhüller und des Hofmarschalls des Thronfolgers, Heinrich Wilhelm Gf. von Starhemberg, aufwuchs. Als Katholik konnte David II. die Patronats- und Vogteirechte des Jörgererbes ausüben. Schon 1633 belehnte ihn Karl Eusebius von Liechtenstein mit Sitz und Gütern Harbach u. a. (zum Herrschaftskomplex Steyregg). Ks. Ferdinand II. belehnte ihn für seine Frau und deren Schwester u. a. mit Köppach, dem Landgericht Steyregg und dem Blutbann (9. März 1634). Bei der Erbteilung zwischen den Halbschwestern (18. Jan. 1638) erhielt Davids II. Frau v.a. Steyregg, Erlach, das Amt Lustenfelden (Belehnung 1639) und das Linzer Freihaus am Hofberg. Anna Magdalena, inzwischen verh. mit Franz Albrecht Gf. von Harrach und damit Mitglied einer der einflußreichsten Familien des Ks.hofs, erhielt v.a. die Herrschaft Köppach. Wesentlich für den Wiederaufstieg der U. war neben dem Erbe seiner Frau der am 7. April 1635 mit Eh. Leopold Wilhelm als Bf. von Passau geschlossene Vertrag über die Verleihung der Herrschaft Steyregg als erbliches Lehen (gegen 65 000fl.). Nicht zufällig erhielt ein Sohn des Paares den Namen Leopold Wilhelm (geb. 1. Nov., vermutlich 1639, früh verstorben). Bereits 1636-1640 übte David II. das Amt (Wahl am 22. Dez. 1635) eines Verordneten des Herrenstandes von Österreich ob der Enns aus.

Mit diesem Hintergrund konnte er eine glänzende Laufbahn am Ks.hof einschlagen. David II. erhielt von Ks. Ferdinand III. am 4. Jan. 1640 das persönliche Vorrecht des Zutritts zum inneren ksl. Vorzimmer, wurde im März 1640 ksl. Hofkammerrat, am 31. Dez. 1642 zudem ksl. Kämmerer, am 1. Sept. 1644 ksl. Hofkammervizepräsident und am 1. Sept. 1648 ksl. Hofkammerpräsident (Vereidigung 4. Sept.). Kurz vor der Erhebung Davids II. und seiner Frau Maria Elisabeth in den Gf.enstand gab letztere dem Ks. ein Darlehen über 24 000 fl. 1650/53 wurde U. ksl. Geheimrat (Titel im Febr. 1650, Vereidigung 7. Juli 1653). Mit dem Rückzug vom Hofkammerpräsidentenamt erfolgte die Ernennung zum Landeshauptmann von Österreich ob der Enns (Ernennung 13. Okt. 1656, Installation 9. Nov. 1656); das Erblandhofmeisteramt (bis 1624 bei den Jörger von Tollet, danach bei den 1644 erloschenen Meggau), übertrug Ks. Ferdinand III. viell. schon 1648, spätestens 1650 (nicht 1658) an die U. Für Ks. Leopold I. war David I. 1662-1669 als Gesandter (1668-1669 als Prinzipalgesandter) beim Immerwährenden Reichstag in Regensburg. Die Ernennung zum Ritter vom Goldenen Vlies erfolgte 1671, vor der Verleihung starb David II. als Reichsgf. von W. am 6. März 1672. Er wurde zunächst in der (abgegangenen) Dreifaltigkeitskirche in Linz beigesetzt und 1680 in die neue Familiengruft in der Linzer Jesuitenkirche übertragen.

Wie Hans I. gereichte David II. die Stelle an der Spitze der ksl. Finanzverwaltung zum beachtlichen ökonomischen Vorteil. 1649 verglich sich David II. mit den Ständen Österreichs ob der Enns wg. der großen (fast vollständig erlassenen) Schulden seines Vaters Andrä und mehrte den bis dahin im wesentlichen aus Erlach, Lustenfelden und Steyregg bestehenden Besitz. Er kaufte v.a. 1650 Herrschaft und Schloß Roith, 1651 die Herrschaft → Parz mit der Stadt Grieskirchen und dem Markt Kematen, 1654 die Herrschaft Meggenhofen, 1656/57 die Herrschaft Ennsegg (bis zur Konfiskation Besitz seines Vaters), 1656 die Pfandherrschaft Burg Enns sowie 1671 die Herrschaft → Spielberg. Die Herrschaft Walterskirchen in Niederösterreich schenkte Ks. Ferdinand III. ihm (z.T.?) 1655. Zu früh (1637-1639) für David II. dürfte der Verkauf der Stammsitze Waldenstein und Sonnegg durch die mit ihm gleichaltrige Erbin der älteren Linie U., Margarethe Elisabeth von Hessen-Homburg (1604-1667) erfolgt sein. An Waldenstein war er 1640 nachweislich interessiert.

Von den zahlr. Kindern starb Hans David (1644-1664) auf der Kavalierstour in Paris. Für den Sohn Franz Ferdinand Wenzel (1646-1648) übernahm der böhm. Kg. Ferdinand IV. das Patenamt. Davids II. überlebender Sohn Helmhard Christoph (1634-1702) wurde wie sein Vater Landeshauptmann in Österreich ob er Enns und Ritter des Ordens vom Goldenen Vlies. Die Tochter Maria Margarethe (1633-1661) war Hofdame der Ks.in Eleonora II. Sie heiratete 1652 Gf. Franz Ernst → Schlick, den Erben des ksl. Hofkriegsratspräsidenten und fand ihre letzte Ruhestätte in der → Schlick'schen Familiengrablege im Veitsdom in Prag. Durch die von diesem Paar statuierte gegenseitige U.-W.- → Schlick'sche Erbeinsetzung gelangte das → Schlick'sche Fideikommiß Kopidlno-Altenburg-Welisch durch einen komplizierten Prozeß (1901-1912) an die W.

III.

Das Wappen der U. von W. zeigt auf geviertem Schild einen springenden silbernen/weißen Wolf (1), eine silberne Mauer mit Zinnen (2 und 3) sowie zwei aufgerichtete silberne Bracken, die mit der Halsleine Rücken an Rücken gebunden sind (4). Die Mauerzinnen und Bracken rühren von den von Friedrich III. gewährten Wappenvereinigungen (1449, 1456) mit den erloschenen und beerbten Geschlechtern Dümmersdorf und Plankenwarth her. Die Erbin von Plankenwarth, Margarethe von Dümmersdorf, war mit Hans' I. Vater Wülfing U. verh. Die zinnengekrönte Mauer wurde später mit Conrad U.s Beitrag zur Eroberung von Damaskus 1247 erklärt. Auf dem Schild drei gekrönte Turnierhelme mit silbernem Wolf, silbern und rot geteilten Hörnern, Bracken.

Bes. beachtlich ist die etwa 5 km nördlich von Sonnegg gelegene Familiengrablege in der Stiftskirche der Augustinerchorherren (1604 an die Jesuiten) Maria Himmelfahrt von Eberndorf. Seit 1378 wurde die romanische Kirche durch einen gotischen Bau ersetzt (Chor mit Krypta 1378-1391). Das Langhaus wurde 1596 erneuert. Wg. der Türken- und Ungarneinfälle wurde die Anlage zu einer wehrhaften Kl.burg ausgebaut. An der Südseite des Langhauses liegt in der Länge von dreieinhalb Langhausjochen die U.-Kapelle, unter der früher eine Quelle war und über deren romanischen und gotischen Bauelementen sich ein fünfjochiges spätgotisches Sternrippengewölbe erhebt. Die Kapelle birgt insbes. die Tumba mit der lebensgroßen Skulptur Christoph U.s (gest. 1481) in voller Rüstung. Auch seine Brüder Hans I. (gest. 1461) und Georg (gest. 1468) sind in Eberndorf begr., ingesamt 37 Angehörige vor 1500. Von Georg U. (gest. 1468) rührt die Stiftung (1466) des ungewöhnlich großen sog. U.-Kelches von Maria Saal her.

Zwei gedruckte Hauschroniken des 17. Jh.s schilderten (teils imaginär) die Familiengeschichte. Die Vngnadische Chronika von Matthäus Dresser (Leipzig 1602) besteht aus mehreren Teilen. Der erste Teil gibt unverbessert den Text eines Manuskripts von etwa 1550/51 wieder. Dessen erster Abschnitt entstand um 1481, vermutlich als familiengeschichtlicher Erziehungstext für den minderjährigen Sohn Christophs (gest. 1481). Der zweite Abschnitt enthält familiengeschichtliche Nachrichten bis etwa 1530. Der zweite Teil der Chronik führt die Familiengeschichte fort (Schäffer 1978, 144-146) und widmet sich aus der protestantischen Perspektive des Konfessionskonflikts bes. Hans III. U. Fortgeführt wurde die Chronik als Manuskript bis 1639 von Valentin Preuenhueber (Familienarchiv Steyregg). Franciscus Colin schrieb die gedruckte Familiengeschichte als Heldenschau eines katholisch-erbländischen Hofadelsgeschlechtes. Das Werk, ein Ritterlicher Schau-Platz/Aller Dapfferen und Wolverdienten Helden/so auß dem vortreffelichen Geschlecht deren von W., von vil hundert Jahren her/nach und nach entsprossen seynd (Wien 1675), läßt den Rebellen und Exulanten Andrä U. aus, während Preuenhueber 1639 schrieb, daß er noch in Friesland lebe. Eine nähere vergleichende Analyse der Texte wäre reizvoll.

IV.

Basis für den Aufstieg des Ministerialengeschlechts im Dienste des Bm.s Bamberg in Kärnten waren Bamberger, landesfsl. und Salzburger Lehen. Die Genealogie der frühen U. ist weitgehend ungeklärt. Gab es zwischen dem 12. und 15. Jh. mehrere Zweige, bestanden um 1430 nur mehr zwei. Einer dieser Zweige erlosch mit dem Tod von Pankraz U. (gest. um 1437). Sehr vermögend durch seine Ehe mit Agnes, geb. von Emberberg, Wwe. nach Friedrich von → Ortenburg, vermachte er auch seinen salzburgischen, bambergischen und landesfsl. Lehensbesitz seinen Verwandten (vermutlich seinen Neffen), den Söhnen von Wülfing U. (gest. vor 1430) und Margarethe von Dümmersdorf: Hans I. (gest. 1461), Georg (gest. 1468), Christoph (gest. 1481) und Wolfgang.

Als führender Höfling Ks. Friedrichs III. war Hans I. (gest. 1461, die Zählung bezieht sich auf die Namensträger im Frh.enstand) im beachtlichem Umfang reichspolitisch tätig und mehrte den Besitz der Familie erheblich. Er erwarb insbes. 1442/44 den späteren Hauptsitz Sonnegg beim Kl. Eberndorf (südlich von Völkermarkt). Trotz der Erhebung in den Frh.enstand blieb das Geschlecht dem innerösterr. Ritterstand enger verbunden als den alten Gf.en- und Frh.engeschlechtern der Steiermark, was den Einfluß der Familie nach Hans' I. Tod auf Innerösterreich beschränkte.

Von den Brüdern setzte nur Christoph (gest. 1481), verh. mit Anna, geb. → Fraunberger zum Haag, den Stamm mit seinem Sohn Hans II. (gest. 1520) fort. Dieser vereinigte den Familienbesitz in einer Hand und war dennoch ebenso wie seine Söhne zu bedeutenden Veräußerungen genötigt. Er nahm 1491 am Turnier Maximilians I. in Nürnberg teil, kämpfte gegen die Türken und dürfte zeitw. den Kärntner Landeshauptmann Rudolf Khevenhüller vertreten haben. Verh. war er mit Margarethe, einer Tochter Konrad Lochners und der Dorothea von Radelkofen. Während sein Sohn Christoph (geb. 1501, gest. zwischen 1522 und 1526) kinderlos blieb, begründeten seine beiden Söhne Hans III. (gest. 1564) und Andrä (1499-1557) eigene Linien.

Ältere Linie: Hans III. (gest. 1564) war als mit der Verteidigung gegen die Türken befaßter Landeshauptmann der Steiermark (1530-1554) und Förderer der Reformation einer der einflußreichsten Adeligen der Habsburgermonarchie. Aus seinen beiden Ehen hatte er zwar über 20 Kinder, aber nur fünf Söhne überlebten ihn: Karl (gest. 1598), Simon (1547-1607), Ludwig (gest. 1584), Christoph (gest. 1577) und Ehrenreich. Keiner von diesen hatte männliche Nachkommen, so daß die ältere Linie U. nach zwei Generationen erlosch.

Das Erbe von Hans III. gelangte an die Enkelin seines zuletzt verstorbenen Sohnes Simon (gest. 1607) und dessen Frau Katharina (geb. Gf.in von → Plesse), Margarethe Elisabeth. Diese war die Tochter von Simons und Katharinas Tochter Anna Maria (1573-1606) aus deren Ehe mit Christoph Gf. von → Leiningen-Westerburg (gest. 1635). Margarethe Elisabeth behauptete mit Unterstützung der Kärtner Landstände in einem 1636 abgeschlossenen Prozeß ihr Erbeigentum. Dieses war von Konfiskation bedroht, weil 1608 schuldrechtlich der Verkauf ihrer innerösterr. Herrschaften an den 1623 als Rebell enteigneten Andrä U. eingeleitet, wenn auch nicht abgewickelt worden war. Sie verkaufte 1637-1639 mit den Herrschaften Waldenstein und Sonnegg die seit 1228 bzw. 1442/44 im Besitz befindlichen Hauptsitze der U., 1642 auch Feuersberg (ebenfalls Kärnten). Die Geschichte der U. in Innerösterreich war damit vorüber. Verh. war Margarethe Elisabeth seit 1622 mit Lgf. Friedrich I. von Hessen-Homburg (1585-1638). Ihren jüngsten Sohn Lgf. Friedrich II. von Hessen-Homburg (1633-1708), der den kurbrandenburgischen Sieg in der Schlacht von Fehrbellin herbeiführte, verewigte Heinrich von Kleist mit dem Schauspiel »Prinz Friedrich von Homburg«.

Jüngere Linie: Andrä (1499-1557) kämpfte im Bauernkrieg im Ebm. Salzburg und erwarb durch seine Ehe mit Anna Lodron die Pfandherrschaft Bleiburg, wo er auch bestattet wurde. Sein Sohn David I. U. (1535-1600) war als ksl. Botschafter an der Pforte 1574-1578 und als Hofkriegsratspräsident bedeutend. Er erwarb kurz vor 1600 Schloß Ennsegg bei Enns (nach anderen Angaben sein Sohn Andrä 1601). Verh. war er mit Eva Lang von Wellenburg (gest. 1594).

Ihr Sohn Andrä (gest. verm. 1643) war einer der Führer der protestantischen Stände von Österreich ob der Enns im Kampf gegen die habsburgischen Landesherrn. Nach deren Sieg in der Schlacht am Weißen Berg (8. Nov. 1620) floh er und lebte seit 1622/23 in Emden. Sein überschuldeter Besitz (im wesentlichen Ennsegg) verfiel der Konfiskation. Die Ausweisung war mit dem ksl. Pardon (1634) gegenstandslos, Andrä aber kehrte nicht zurück.

Aus Andräs Ehe mit Margarethe/Marusch Barbara Freiin Prager von Windhag (1585-1669) gingen mehrere Kinder hervor. Die Spur des Sohnes Friedrich verliert sich nach dessen Immatrikulation in Groningen 1626. Die Tochter Eva Margarethe (gest. 1684 in Emden, bestattet in Loga) heiratete Eberhard von Ehrenreuth, der in Loga bei Leer 1642-1650 das nach seiner Frau benannte Wasserschloß Evenburg baute. Die andere Tochter Elisabeth Margarethe (gest. 1683) war ohne offizielle Eheschließung liiert mit Anton Günter Gf. von → Oldenburg (1583-1667). Der dieser Beziehung entstammende Sohn Anton (1633-1681) wurde 1651 von Ks. Ferdinand III. in den Frh.en- und 1653 als Gf. von Aldenburg in den Reichsgf.enstand erhoben. Offiziell verh. war Elisabeth Margarethe mit Johann Frhr. von Marenholz, der als Geliebter der Vormundschaftsregentin Gf.in Juliane von Ostfriesland auf Betreiben von deren Sohn Enno in einem irregulären Verfahren zum Tode verurteilt und 1651 hingerichtet wurde. Elisabeth Margarethe floh nach Wien, wo ihr Bruder David II., inzwischen ksl. Hofkammerpräsident, sie unterstützte. Durch einen Vergleich in ihrem Reichshofratsprozeß gegen Enno von Ostfriesland erhielt sie ihr requiriertes Vermögen zurück. Elisabeth Margarethe ging wieder nach Ostfriesland, starb 1683 in Varel und ist dort in der Schloßkirche begr. Eine ihrer Nachfahrinnen war die mit Kg. Friedrich II. und Voltaire in engem Kontakt stehende Charlotte Sophie, verh. Gf.in Bentinck (1715-1800).

Andräs Sohn David II. U. (1604-1672), seit 1632 verh. mit Maria Elisabeth Jörger Gf.in von Tollet (gest. 1674), kehrte aus dem Exil zurück, konvertierte ebenso wie seine Frau zum Katholizismus und schlug eine mit dem Orden vom Goldenen Vlies gekrönte ständisch-höfische Laufbahn ein. Er war u. a. Verordneter des Herrenstandes von Österreich ob der Enns, ksl. Hofkammerpräsident, Geheimrat, Reichstags-Prinzipalgesandter und Landeshauptmann in Österreich ob der Enns. Den von seiner Frau herrührenden Besitz mehrte er in bedeutendem Umfang, erwarb den Reichsgf.enstand (Personalist im Schwäbischen Reichsgf.enkollegium) und machte seine Familie zu einer der bis zum Ende der Monarchie führenden Familien von Österreich ob der Enns.

Sein Sohn Helmhard Christoph (1634-1702) wurde ebenfalls Landeshauptmann von Österreich ob der Enns, erhielt gleichfalls den Orden vom Goldenen Vlies und mehrte 1679 den Familienbesitz durch den Kauf der Herrschaft Luftenberg. Seine Söhne Ferdinand Bonaventura (1693-1781) und Josef Anton (1695-1760) nahmen 1721 eine Teilung der Güter vor. Die U. erloschen im Mannesstamm 1917 mit dem Tod von Nikolaus Gf. von W. Der Name besteht aufgrund der von dessen Schwester 1944/46 vorgenommenen Adoption von Niklas Altgf. zu → Salm-Reifferscheidt-Raitz in der Form → Salm-Reifferscheidt-U.-W. fort.

Konnubien: → Fraunberg zum Haag, Helfenberg, Hohenwart, Jörger von Tollet, → Kraig, Lang von Wellenburg, Lochner, Lodron, Lueger, Prager von Windhag, P., Puchberg, → Rogendorf, Schlüssler, Stainach, Timmersdorf, Trautson, → Waldburg, Welzer zu Feistritz, Wolframsdorf (vor 1620, Auswahl). Danach namhafte Herrenstandsgeschlechter der Habsburgermonarchie.

Quellen

Im Zuge der Veräußerung ihres u.'schen Erbes (v.a. Waldenstein und Sonnegg) seit 1637 holte Margarethe Elisabeth Landgräfin von Hessen-Homburg Archivalien nach Hessen. Ihre Nachfahrin Ulrike Luise Lgf.in von Hessen-Homburg (1731-1792) ließ auf eine Anfrage hin die inzwischen teilw. beschädigten Archivalien 1764 auflisten (Designatio der Archivalien, 1348-1610) und sandte etwa drei Dutzend Dokumente, v.a. U.n, an die Gf.en von W. Diese gelangten ins Familienarchiv in Steyregg (heute Familienarchiv Salm-Reifferscheidt-U.-W.) und zum Teil von dort in den 1920er Jahren unter fragwürdigen Umständen ins Oberösterreichische Landesarchiv in Linz. Verschollen ist ein 1764 noch erfaßter Paßbrief des Kalifen von Granada für Christoph U. (gest. 1481). Das Archiv Steyregg ist »nicht mehr ein Ungnadsches, sondern ein Weißenwolffsches« (Loserth, S. 6), für Studien zu den U. und zu den Jörger aber gleichwohl heranzuziehen. Neben der Diskontinuität der Besitzgeschichte erschwert insbesondere die Vernichtung des Großteils der Archivalien bei den Schloßbränden 1770 bzw. 1778 die Forschung. Archivalien in einem Umfang, daß sie vier Räume des erhaltenen Teils des alten Schloß füllten, blieben übrig. Hervorzuheben ist ein Steyregger Manuskript, welches die Chronik von Dresser bis in die späten 1630er Jahre fortschreibt: Valentin Preuenhueber, Genealogia des Löbl. Vralten Ritters vnd Herren Geschlechts von Weissenwolff iezo genant Vngnaden Freÿherrn zu Sonnegg. Continuiert bis aufs Jahr 1639. Für Hans III. Ungnad bieten u. a. das Archiv der Universität Tübingen (Bestand 8/3-6, Nachlaß Hans' III. 1559-1564) und das Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Bestand A 535 Si, Stiftsverwaltung Urach) Material. Regesta Imperii. Urkunden-Datenbank Friedrich III. www.regesta-imperii.de/urk_fr/ Franciscus Calin [Domenicus-Franciscus Calin von Marienberg], Ritterlicher Schau-Platz/Aller Dapfferen und Wolverdienten Helden/so auß dem vortreffelichen Geschlecht deren von Weissenwolff, von vil hundert Jahren her/nach und nach entsprossen seynd, Wien 1675. – Franciscus Calin [Domenicus-Franciscus Calin von Marienberg], Stemmatographia inclytae famliae S.R.I. de Weissenwolff una cum succincta ejus historia conscripta, Linz 1725 (verkürzte lateinische Ausgabe von Calin 1675). – Chmel, Joseph: Materialien zur österreichischen Geschichte. Aus Archiven und Bibliotheken, 2 Bde., Wien 1837-1838. – Chmel, Joseph: Regesta chronologico-diplomatica Friderici IV. Romanorum Regis (imperatoris III.). Auszug aus den […] im Haus-, Hof- und Staats-Archiv zu Wien sich befindenden Registraturbüchern 1440-1493, 2 Bde., Wien 1838-1840. – Matthäus Dresser, Vngnadische Chronika/Darinnen der Herren Vngnaden Ankunfft/Ausbreitunge/Reisen/vnd Ritterliche Thaten verzeichnet werden […], Leipzig 1601 Existiert im Bibliothekskatalog Wien mit der Dat. 1602. – Ferus, Andreas: Die Reise des kaiserlichen Gesandten David Ungnad nach Konstantinopel im Jahre 1572 [Edition von Gesantschaftsberichten], Dipl.-Arb. Univ. Wien 2007. – Knöll, Stefanie: Die Grabmonumente der Stiftskirche in Tübingen, Stuttgart 2007 (Beiträge zur Tübinger Geschichte, 13). – Loserth, Johann.: Bericht über die Ergebnisse einer Studienreise in die Archive von Linz und Steyregg in Oberösterreich mit einem Anhang von Urkundenauszügen, Graz 1907 (Veröffentlichungen der Historischen Landes-Kommission für Steiermark, 24). – Voigt, Johannes: Briefwechsel des Hans Ungnad Freiherrn von Sonneck mit dem Herzog Albrecht von Preussen, in: Archiv für Kunde österreichischer Geschichts-Quellen 20 (1858) S. 207-278. – Westermayer, Albert: Die Grabdenkmäler der Stiftskirche zu St. Georg in Tübingen, Tübingen 1912.

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Ergänzungsband 34). – Wurm, Heinrich: Die Jörger von Tollet, Linz u. a. 1953 (Forschungen zur Geschichte Oberösterreichs, 4). – Wurzbach, Constant: Art. »Zur Genealogie der Grafen Weißenwolf (auch Ungnad-Weißenwolf)«, in: Wurzbach, Constant: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich, Bd. 54, 1884, ND 2001, S. 177-185 (sub lemma Weißenwolf). – Zajic, Andreas: Grablege und Grabdenkmal Hans Wilhelms von Losenstein. Mit einem Anhang zu einem Haßgedicht auf vier adelige Todesfälle im Winter 1600/01, in: Die Schallaburg. Geschicht – Archologie – Bauforschung, hg. von Peter Aichinger-Rosenbernier, Weitra 2011, S. 331-362, hier S. 345-354. – Zimermann, Bernd: Landeshauptmann Hans Ungnad von Sonnegg (1493-1564). Ein Beitrag zu seiner Biographie, in: Siedlung, Macht und Wirtschaft. Festschrift Fritz Posch zum 70. Geburtstag, hg. von Gerhard Pferschy, Graz 1981 (Veröffentlichungen des Steiermärkischen Landesarchivs, 12), S. 203-216. – Zimmermann, Bernd: Hans Ungnad, Freiherr von Sonneck, als Förderer reformatorischer Bestrebungen bei den Südslawen, in: Südostdeutsche Forschungen 2 (1937) S. 36-58.