TRUHENDINGEN
I./II.
H. liegt auf einem nach drei Seiten stark abfallenden Bergsporn am westlichen Hahnenkamm, der hier schroff zur Wörnitzniederung und zum Riesbecken hin abfällt. Als Vögte des eichstättischen Bezirkes, der die umliegenden Orte Hechlingen, Heidenheim, Hüssingen, Ostheim und Westheim umfaßte, erbauten die Truhendinger nach der Aufgabe von → Altentrüdingen hier ihren Stammsitz. Mitte des 12. Jh.s entstand die Burg, im Anschluß daran ein Fronhof, die Keimzelle der Dorfsiedlung. Folgerichtig erscheint im Eichstätter Lehensbuch das castrum H. als Eichstätter Lehen.
Neben verkehrsgeogr. und milit. Aspekten dürften familiäre Überlegungen die Standortwahl beeinflußt haben, denn die Nähe zum Hauskl. Heidenheim ermöglichte jederzeit die Teilnahme an Gottesdiensten und Jahrtagen.
Einem Urbar des Bgf.entums Nürnberg vom Beginn des 15. Jh.s zufolge umfaßte die Herrschaft H. neun Häuser, 13 Gärten, sechs Hölzer, 29 Hofstätten und zwei Güter. Zum Schloß gehörten ein Baumgarten, 44 Tagwerk Wismat, drei Felder mit je 32 Jauchart, zehn Hölzer und zwei Weiher. Hinzu kamen 14 Tagwerk Wiesen in Stahelsberg am Weiher.
III.
Heute ist von der hochma. Burganlage außer dem Bergfried, der als Kirchturm Verwendung fand und das gesamte Dorf beherrscht, nur noch wenig erhalten. An der Basis des Turms sind die Mauern rund 4 m dick, seine jetzige Höhe beträgt 27,8 m. In etwa 9 m Höhe läßt sich noch ein rundbogiger Einstieg erkennen. 1729 mußte der Turm nach einem Blitzschlag um mehrere Meter abgetragen werden.
Der Bereich der ehem. Kernburg und des Dorfes ist heute lediglich noch von einigen lang gestreckten Wällen umgeben. Die Kernburg mit Palas und Bergfried war durch zwei Wälle und Gräben von einer westlichen und einer östlichen Vorburg getrennt. Das an die östliche Vorburg anschließende Gelände wurde durch zwei teilw. noch erhaltene Wallanlagen mit Gräben stark befestigt und sollte wohl zur Anlage eines Marktes oder einer Stadt dienen.
Im Zuge der Auflösung der alttruhendingischen Linie kam H. über mehrere Erben 1404 an die Bgf.en von Nürnberg und wurde als Oberamt in das Territorium der Zollern integriert.
Literatur
Siehe C. Stiefenburg/Baunach.