BRANDIS
I.
L. (Amtsbezirk Trachsenwald, Kanton Bern) stand im Mittelpunkt eines Besitzes der erstmals um 1125 erwähnten Frh.en von L., die um 1162 letztmals urkundlich erwähnt werden. Ihre Rechtsnachfolger wurden seit ca. 1230 die Frh.en von → Brandis, die zwischen den Dörfern L. und Rüegsau als ihre erste Res. die Burg → Brandis erbauten. Zugl. übernahmen sie die Vogtei über das von den Frh.en von L. gestiftete Benediktinerkl. Trub sowie vor 1297 die Vogtei über das Benediktinerinnenkl. Rüegsau. 1455 verkauften sie ihre Burg → Brandis an eine bernische Adelsfamilie, die Herren von Scharnachtal, nachdem sie bereits seit dem ausgehenden 14. Jh. in Churrätien Fuß gefaßt hatten, wo sie → Vaduz und → Maienfeld zu ihren neuen Res.en machten. 1607 gelangte der Besitz an die Stadt Bern. Das Schloß → Brandis brannte 1798 ab.
L., 1225 als Lucelfluo, 1291 Luozlenvlua überliefert, gehörte kirchlich zum Bm. Konstanz, Dekanat Burgdorf. Die 1250 erstmals erwähnte Kirche (heutige Kirche 1505 erbaut) gehörte mit dem Kirchensatz den Herren von → Brandis. Wie die Sage vom Fluch des Bannwarts berichtet (Adank, S. 19), standen die Untertanen im Emmental unter einem strengen Regiment der Frh.en. Die spärlichen Nachrichten über die äußere und innere Architektur der Res. in L. lassen aber kaum fundierten Aussagen zu.