STAUFEN
I./II.
1267: castrum Scharphenstein; 1350: burg Scharphenstein; 1467: Scharpffenstein; 1480: burgstall Scharffenstein. Die ab dem letzten Drittel des 13. Jh.s belegte Burg S. lag auf einem steilen Felsen im oberen Münstertal unweit der Paßhöhe am Wiedener Eck zum Großen Wiesental. Nach den im späten 13. Jh. faßbaren Besitzanteilen der damaligen Herren von → Staufen scheint die Burg bereits vor 1200 unter Otto von → Staufen entstanden und anschl. über mehrere Erbteilungen an seine Nachkommen gegangen zu sein. Die Errichtung der Burg steht wohl im Zusammenhang mit der v.a. bergbaulichen Erschließung des oberen Münstertals, die vor 1200 unter der Federführung der Gf.en von Nimburg erfolgte.
Die Burg wurde nach dem Bericht der Chronik des Matthias von → Neuenburg i.J. 1346 von Truppen der Stadt → Freiburg zerstört. Dem Angriff vorausgegangen waren nicht mehr genau rekonstruierbare Verkäufe und Verpfändungen des Burgherrn Johann von → Staufen, die aber rechtlich höchst zweifelhaft gewesen zu sein scheinen. Zuletzt sahen sich die → Freiburger offenbar als Betrogene an und zerstörten die Burg, die danach offenbar nicht wieder aufgebaut wurde.
III.
Von der Burg S. sind nur minimale Mauerreste erhalten. Eine Darstellung des 18. Jh.s zeigt sie als Ruine, deren Gebäude auf mehreren Ebenen lagen (Herrgott, Genealogia diplomatica augustae gentis Habsburgicae). Unterhalb der Kernburg auf dem Gipfel zeigt die Darstellung einen Vorburgbereich, der auch anhand der spärlichen baulichen Überreste bestätigt werden kann.
In wieweit der S. eine ausgesprochene Resindezfunktion beigemessen werden kann, scheint fraglich. Zwar dürfte der letzte Burgbesitzer aus der → Staufener Familie, Johann, gemeinsam mit seiner Frau auf der Burg residiert haben, eine repräsentative Außenwirkung war aber angesichts der abgelegenen Burgstelle sicher beeinträchtigt. Die wichtigsten Aufgaben der Burg dürften vielmehr in der Kontrolle des Wegs ins Große Wiesental und als herrschaftlicher Mittelpunkt der → Staufener Besitztümer im oberen Münstertal bestanden haben.
Literatur
Siehe C. Kastelberg.