Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich

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STAUFEN

A. Staufen

I.

Die Herren von S. führen ihre Zubenennung nach dem Breisgauort S. Er ist in Lorscher Quellen der Jahre 770 bis 773 mehrfach belegt. Um das Jahr 1300 wurde die Siedlung zur Stadt ausgebaut, die sich jedoch nicht über kleinstädtische Strukturen hinaus entwickelte.

Der älteste bekannte Herr von S. war der im frühen 12. Jh. belegte Adalbert von S., der in der Ministerialität Hzg. Bertolds III. von Zähringen offenbar eine herausragende Stellung inne hatte. Mehrfach wird er im Rotulus Sanpetrinus, dem Güterverzeichnis des von den Zähringern auf dem Schwarzwald gegr. Hauskl.s St. Peter, gen., wobei die dortigen Belege nicht genauer zu datieren sind, als in die Herrschaftszeit Bertolds III. (1111-1122). Der älteste zeitlich genau zu fixierende Beleg findet sich in einer Urk. aus dem Jahr 1115.

Unklar bleibt bisher, ob Adalbert der Spitzenahn der jüngeren Herren von S. war. Eine Verwandtschaft zu den weiteren nach S. zubenannten Personen aus dem 12. Jh. kann anhand der Quellen weder gezeigt noch widerlegt werden. Auffällig ist diesbezüglich, daß der Name Adalbert bei den jüngeren Herren von S. nicht mehr vorkam. Stattdessen sind bei ihnen die Leitnamen Gottfried, Otto und Werner vielfach belegt. Da jedoch auch die jüngeren Herren von S. in der hzgl.-zähringischen und in deren Nachfolge in der gfl.-freiburgischen Gefolgschaft eine herausragende Position inne hatten, liegt die Vermutung nahe, daß es sich bei den nächst jüngeren Herren von S. namens Gottfried, Konrad und Heinrich um Nachkommen Adalberts handelte.

Adalbert von S. war lt. Rotulus Sanpetrinus der Bruder des Kuno von Blankenberg (abgegangen nahe Opfingen), und mit den im Zartener Becken ansässigen Herren von Falkenstein verwandt bzw. verschwägert. Über besitzrechtliche und namenkundliche Aspekte ergibt sich der Schluß, daß Adalbert und Kuno zum alteingesessenen Breisgauer Adel gehörten. Nachdem i.J. 1079 Hzg. Bertold II. den Breisgau erobert hatte, schlossen sich ihm offenbar weite Teile der ansässigen Adligen an und traten in die hzgl. Ministerialität ein, so vermutlich auch Adalbert von S. und sein Bruder bzw. deren Vorfahren.

II.

Gemeinsam mit seinem Bruder Kuno von Blankenberg stiftete Adalbert von S. beim zähringischen Hauskl. St. Peter auf dem Schwarzwald eine eigene, frei stehende Kapelle mit Paulus-Patrozinium, welche sie mit verschiedenen Eigengütern im Breisgau ausstatteten. Mit dieser herausragenden Stiftung traten sie deutlich aus der Masse der zähringischen Ministerialität hervor.

Ab 1219 sind die Herren von S. als Inhaber der Vogtei über das benachbarte Kl. St. Trudpert im Münstertal belegt. Diese dürfte bereits um 1175 bestanden haben, als ein Gottfried von S. – wohl in seiner Eigenschaft als Vogt – gemeinsam mit seiner Gattin Anna für das Kl. ein kostbares Vortragekreuz stiftete.

Wohl ders. Gottfried ist unter Hzg. Bertold IV. von Zähringen (1152-1186) als Marschall bezeugt. Diese gehobene Stellung zunächst in der zähringischen Gefolgschaft konnte die Familie auch bis in spätere Zeit behalten. Auch unter den Gf.en von → Freiburg, die nach dem Erlöschen der Zähringer i.J. 1218 deren Erbe im Breisgau antraten, behielten die Herren von S. das Marschallamt. Wie lange damit eine tatsächliche Funktion unter den Zähringern und Freiburgern verbunden war, bzw. ab wann es sich um einen traditionsreichen Ehrentitel ohne echte Substanz handelte, ist nicht zu entscheiden. Unzweifelhaft ist aber die Einbindung der Herren von S. in die gfl. Gefolgschaft bis nach 1370.

III.

Das Wappen der Herren von S. zeigt drei goldene, mit Patenen gedeckte Kelche (2:1) auf rotem Schild. Es handelt sich dabei um ein sprechendes Wappen, da der Begriff stauf synonym einerseits für einen spitzen Kegelberg steht, andererseits für ein Trinkgefäß. Der Ort S. – und damit auch die danach zubenannten Herren – erhielt seinen Namen zweifellos nach dem heutigen S.er Schloßberg, eben einem solchen spitzen Bergkegel oder Stauf.

Von der Repräsentation der Herren von S. zeugt heute im Wesentlichen nur noch die Ruine der Stammburg auf dem Schloßberg. Wohl seit dem 12. Jh. bis zum Erlöschen der Herren von S. i.J. 1602 war die Burg der Stammsitz der Familie, durch dessen bauliche Gestalt Macht, Reichtum und Einfluß der Bewohner zum Ausdruck kamen. Durch die lange Nutzung der Burg und die damit verbundenen zahlr. Um- und Ausbauten, sowie durch den lange andauernden Verfall der Anlage seit ihrer Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg ist jedoch ihre Baugeschichte weit gehend verunklärt. Undokumentierte Restaurierungsmaßnahmen seit der Wende zum 20. Jh. taten ein Übriges. Eine wissenschaftliche Bauaufnahme fehlt bisher. Nach neuen Untersuchungen von bereits im 19. Jh. von der Burgruine geborgenen Ofenkacheln und gusseisernen Kaminplatten scheint allerdings bis zuletzt auf der Burg ein gehobener Wohnstandard geherrscht zu haben (Burger 2008).

Zeitgenössische Darstellungen der Herren von S. sind nicht erhalten, lediglich zwei im Stadtarchiv von S. aufbewahrte Abbildungen, welche den letzten Herrn von S. Georg Leo und seine Gattin Margita (Margaretha von → Waldburg) zeigen und ausdrücklich auf das Jahr 1590 verweisen, könnten im 18. oder 19. Jh. nach älteren Vorlagen angefertigt worden sein. Die eine zeigt das Paar am rechten und linken Bildrand stehend und in der Mitte die noch intakte Burg S., die andere stellt Georg Leo und Margita zu Pferde dar. Im Hintergrund abermals eine Darstellung der Stammburg, diesmal jedoch stark stilisiert. Das Ehepaar wird auf beiden so unterschiedlichen Darstellungen mit identischer Haltung des Oberkörpers und der Arme und Hände sowie der Kleidung bzw. Rüstung dargestellt, daß von einer gemeinsamen Vorlage auszugehen ist.

IV.

Von den Schwierigkeiten, den ersten bekannten Herrn von S. namens Adalbert als Spitzenahn der nachfolgenden zu erweisen war bereits oben die Rede. Die weiteren Herren von S. aus dem 12. Jh. können gleichfalls nicht ohne große Unsicherheiten genealogisch eingeordnet werden.

Einigermaßen sicheren Grund betritt man erst im 13. Jh., als die Brüder Otto, Gottfried und Werner belegt sind – offenbar die Söhne eines älteren Otto. Für die beiden letzteren ist die Teilnahme an einer Fahrt ins Hl. Land sowie die Gründung einer Kommende des Lazaritenordens im Breisgaudorf Schlatt (Stadt Bad Krozingen) bezeugt. Beides geht aus einer auf 1220 gefälschten Urk. hervor, deren Ausführungen mittels eines echten Diploms von 1277 zu großen Teilen bestätigt werden können.

Während der gen. jüngere Otto keine Nachkommen hinterlassen zu haben scheint, setzten seine Brüder die Familie unter Aufteilung allen Besitzes fort. Dabei erreichte die Familie bis zum ausgehenden 13. Jh. eine beträchtliche Größe. In der von Stülpnagel so bezeichneten »4. Generation« können nicht weniger als zehn Herren von S. aus nunmehr drei Linien verzeichnet werden (Stülpnagel 1958). Bis zu vier weitere S.er, die indes genealogisch nicht genau einzuordnen sind, könnten ebenfalls noch zu dieser Generation gehört haben. Daneben sind zwei Schwestern bekannt, wobei angesichts der zahlr. Männer weitere weibliche Familienangehörige zu vermuten sind.

Dieses enorme Anwachsen der Familie dürfte zu einer erheblichen Besitzsplitterung geführt haben und tatsächlich mehren sich gegen Ende des 13. Jh.s – nach einer offenkundigen Phase des Wohlstands – die Anzeichen für finanzielle Schwierigkeiten. Dem wurde dadurch begegnet, daß mind. fünf dieser S.er Herren geistliche Karrieren in Ritterorden einschlugen und kinderlos blieben. Die Linie des oben gen. Gottfried von S. erlosch in der besagten »4. Generation« vor 1300 und lediglich die Nachkommenschaft seines Bruders Werner sicherte in zwei Linien den Fortbestand der Familie: nur ein Herr namens Otto von S. sowie sein entfernter Cousin Bertold hinterließen Nachkommen. Der Stamm des Ersteren erlosch um 1480, Bertolds Nachkommen lebten nach Stülpnagels Zählung im Mannesstamm bis in die 12. Generation. Im Jahr 1602 starb der letzte Herr von S. namens Georg Leo.

Jener Otto verfügte neben den althergebrachten Positionen der Familie im Breisgau und im Münstertal auch über die vom Kl. St. Blasien herrührende Vogtei im oberen Großen Wiesental. Wie aus einer Quelle von 1321 hervorgeht soll er diese Rechte als Anhänger Kg. Adolfs von → Nassau erhalten haben, der sich so anscheinend im SW, wo er bekanntlich kaum über Unterstützung verfügte, der Gefolgschaft des S.ers versichern wollte. Otto ist allerdings bereits i.J. 1283, also noch vor der Regierungszeit Adolfs, als Vogt im Wiesental bezeugt. Für die Ausübung dieser Rechte dürfte die Burg → Scharfenstein eine Schlüsselposition gewesen sein, da sie genau an der Verbindungsstelle der Machtbereiche im Münster- und Wiesental gelegen war. Der mit der Sanblasianer Vogtei verbundene Machzuwachs konnte jedoch nicht erhalten werden. Otto scheint um 1300 verstorben zu sein, was Anlaß für die Vermutung gab, er könne gemeinsam mit Kg. Adolf 1298 in der Schlacht von Göllheim ums Leben gekommen sein. Ottos Sohn Diethelm verlor die vogteilichen Rechte im Wiesental wohl in den 20er Jahren des 14. Jh.s und sein Bruder Johann war wg. finanzieller Nöte gezwungen, die Burg → Scharfenstein unter nicht genau entwirrbaren aber rechtlich höchst fragwürdigen Umständen zu verpfänden und zu verkaufen. Hierdurch kam es unter den verschiedenen Pfandnehmern bzw. Käufern der Burg zu derartig großen Spannungen, daß Freiburger Truppen i.J. 1346 die → Scharfenstein zerstörten.

Zu den verwirrenden Zuständen um die → Scharfenstein trug zweifellos bei, daß das Kl. St. Trudpert durch eine umfangr. Fälschungstätigkeit zunächst im 13., dann bes. nach Ottos Tod zu Beginn des 14. Jh.s Grundlagen für eigene Ansprüche auf den S.er Besitzkomplex im Münstertal schuf. So wurden zunächst die Habsburger als Nachfahren der Kl.gründer postuliert, wodurch es nach der Kg.serhebung Rudolfs von Habsburg gelang, die Vogtei über St. Trudpert als von Habsburg zu Lehen gehend durchzusetzen. Die weiteren Fälschungen untermauerten Ansprüche des Kl.s auf den Grundbesitz und die Burg → Scharfenstein im oberen Münstertal, wobei unklar bleibt, wie weit diese Forderungen jemals durchgesetzt werden konnten. Schließlich brachte St. Trudpert in den 20er Jahren des 14. Jh.s bei den Verkäufen und Verpfändungen des Johann von S. die beanspruchten Güter überwiegend in seine Gewalt.

Gegen Ende des 14. Jh.s kam es im Breisgau zu einer weit gehenden politischen Umstrukturierung, in deren Zuge die Habsburger große Teile des ehem. gfl.-freiburgischen Machtbereichs übernehmen konnten. Als gfl. Lehnsleute betraf dies auch die Herren von S. Das zentrale Ereignis war die Lösung der Stadt → Freiburg von der gfl. Herrschaft i.J. 1368. Die Stadt hatte zuvor gegen den Gf.en Egen II. von → Freiburg und seine Gefolgsleute – darunter auch Ulrich-Walter, Otto und Gottfried von S. – einen Krieg geführt und verloren. Dennoch konnte sich die Stadt von der gfl. Herrschaft freikaufen und dem Haus Habsburg unterstellen. In den folgenden Jahren gelangten auch weitere Herrschaften aus dem ehem. gfl.-freiburgischen, ursprgl. zähringischen, Machtbereich an die Habsburger. So auch die Herrschaft S. Zwar ist noch aus dem Jahr 1370 eine neuerliche Belehnung der drei S.er Herren Ulrich-Walter, Otto und Gottfried mit Burg und Stadt S. durch Gf. Egen II. von → Freiburg überliefert, doch bereits i.J. 1399 besaß Hzg. Leopold von Österreich Zugriff auf Lehen um S. und die Stadt Münster, welche ehem. den Herren von S. gehört hatten. Anscheinend war in der Zwischenzeit die gesamte Herrschaft S. unter habsburgische Hoheit gelangt.

Damit eröffnete sich für die Herren von S. ein neues Tätigkeitsfeld als habsburgische Amtmänner. In zahlr. Fällen sind sie in Schiedsgerichten in den habsburgischen Landen nachgewiesen und v.a. in jüngerer Zeit wirkten sie als habsburgische Gesandte.

Im Streit zwischen Österreich und der Stadt Basel nahm i.J. 1443 Hans Werner von S. als habsburgischer Rat an den Verhandlungen teil. Werner von S. ist 1445 als Statthalter der habsburgischen Landvogtei belegt, i.J. darauf war er habsburgischer Bevollmächtigter bei einem Rechtstag zwischen Basel und Österreich. Bei weiteren Gelegenheiten von 1447 bis 1449 wirkte er als österr. Amt- und Gefolgsmann. Ebenfalls als österr. Amtmann ist Jakob von S. 1450 bezeugt. Sein Bruder Trudpert stand offenbar in den Diensten der Mgf.en von Baden, da er 1482 als Hauptmann der mgfl. Hochburg (bei Emmendingen) belegt ist. Trudperts Sohn Leo sollte als kgl. Vertreter Maximilians von Habsburg i.J. 1504 nach Heilbronn zu Verhandlungen mit Hzg. Ulrich von Württemberg reisen. Im folgenden Jahr ist er als kgl. Rat in Verhandlungen mit Basel bezeugt. Eine genauere Erforschung der Herren von S. bes. im 15. und 16. Jh. fehlt bisher.

Über die Connubien der Herren von S. vor dem ausgehenden 13. Jh. liegen keine Informationen vor. Zumindest namentlich bekannt ist die Mitstifterin des St. Trudperter Vortragekreuzes Anna, aber auch ihre Herkunft bleibt unklar. Sobald die Informationen dichter werden, zeigen sie die Verbindungen der S.er mit ritterlichen Familien aus den benachbarten Regionen Elsaß und der heutigen Nordschweiz. 1273 ist eine Elisabeth von S., die Tochter eines Werner, als Gattin des Ritters Konrad von Heidegg (heute Kanton Luzern) belegt, eine Kunigunde von S. war 1299 mit Burkard dem Beger von Dachstein (Unterelsaß) verh. Eine eheliche Verbindung ins Elsaß besaß auch jener Vogt im Großen Wiesental Otto von S., als dessen Ehefrau i.J. 1297 Heilwig-Sophia von Hattstatt (Oberelsaß) bezeugt ist. Johann von S. war mit Elisabeth von Tierstein verh., die einer einflußreichen gfl. Familie aus der Solothurner Gegend entstammte. In einer Urk. des Jahres 1371 bezeichnet Hesso von → Üsenberg, der einer alteingesessenen freiadligen Familie des Breisgaus entstammte, die Brüder Ulrich-Walter und Otto von S. als seine Verwandten, wobei die Art dieser Verwandtschaft unklar bleibt. Mehrfach sind im Lauf der Zeit auch Belehnungen der Herren von S. durch die → Üsenberger bezeugt. Ein i.J. 1387 verstorbener Gottfried von S. war mit Elisabeth Münch von Landskron aus einer mächtigen, in den Ritterstand aufgestiegenen Basler Patrizierfamilie verh. Ihr Sohn Bertold vermählte sich um 1417 mit der bürgerlichen Gisela Malterer. Wohl auf Betreiben Giselas und deren Mutter Gf.in Anna von Tierstein betrieb Bertold den Rückerwerb der Waldkircher Herrschaft → Kastelberg, welche einst Giselas Vater Martin Malterer gehört hatte.

Die nötigen Geldmittel hierzu stammten offenbar aus der von Gisela in die Ehe gebrachte Mitgift, bei der es sich um ein beträchtliches Vermögen gehandelt haben muß. Dieses Geld floß nicht allein in den Rückerwerb der Herrschaft → Kastelberg, auch die Herrschaft S. konnte davon profitieren. So ist aus einem Schreiben der Söhne Bertolds und Giselas an Ehzg. Albrecht von 1463 zu entnehmen, daß ein Teil des Geldes an der Burg S. verbaut worden war. Zudem besteht die Möglichkeit, daß auch Teile des Stadtschlosses mit dem Malterer-Geld errichtet wurden.

Die Ehe mit der bürgerlichen Gisela Malterer brachte die Gefahr einer Standesminderung mit sich. Während sich die Herren von S. schon bald nach der Zähringerzeit wieder auf ihren ehem. wohl freiadligen Stand besannen – schon i.J. 1258 wurde Marschall Gottfried von S. in einer Basler Urk. als nobilis vir bezeichnet – bestand nun die Notwendigkeit, für Gisela und die Kinder eine Standeserhöhung anzustreben. Im Jahr 1434 kam Kg. Sigismund der Bitte nach und erhob Gisela und deren Nachkommen in den Frh.enstand. Aus dem Jahr 1442 ist ein ähnlicher Vorgang für Bertolds Sohn Jakob und dessen Frau Anna von Bütikon bekannt.

In der Folgezeit fanden die Herren von S. ihre Heiratspartnerinnen überwiegend in Familien aus dem gfl. Adel. Jakobs Bruder Trudpert von S. war spätestens seit 1461 mit der Gf.in Anna von → Fürstenberg verh., zu deren Familie auch über diese Ehe hinaus enge Verbindungen bestanden. Aus dem Urbar Gf. Wolfgangs von → Fürstenberg von 1493 geht hervor, daß er gemeinsam mit Leo von S., dem Sohn Trudperts und Annas, an den Hof Hzg. Georgs des Reichen von Bayern-Landshut ritt und den S.er dort bei der Brautwerbung unterstützte. Diese Brautfahrt galt jedoch offenbar nicht einer der Töchter des Hzg.s, sondern vielmehr der Tochter von dessen Marschall Sigmund von → Fraunberg zum Haag. Als Leos erste Gattin ist denn auch Elisabeth von → Fraunberg, Gräfin vom Haag, bekannt. In zweiter Ehe war er mit Gräfin Agnes von → Lupfen verh. Leos Sohn Adalbert von S. war mit Wandelberta von → Hohenlohe vermählt, deren gemeinsamer Sohn Georg Leo führte Margarethe Truchsessin von → Waldburg als Frau heim. Da dieses Paar nur zwei Töchter hatte, die zudem geistliche Karrieren einschlugen, erlosch die Familie i.J. 1602 im Mannesstamm. Johanna Helena von S. war Äbt. des Kölner Kl.s St. Ursula und starb i.J. 1638, ihre Schwester Anna Eleonora wurde Äbt. in Essen und Thorn und verstarb i.J. 1645.

Quellen

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