SPONHEIM
I.
Namengebend ist S. (Schreibweise im MA stets Spanheim/-heym) in einem Nebental der Nahe oberhalb von (Bad) → Kreuznach. Zu unterscheiden sind das Dorf unterhalb der Stammburg des Hauses (heute: Burgs.) und das Dorf unterhalb des 1124 von Angehörigen des Hauses gegr. Benediktinerkl.s (heute: S.). Erster Träger des Namens und wohl Besitzer (viell. auch Erbauer) der Burg bei Burgs. ist ein Edelfreier namens Stephan, der nach Ausweis seines im Rheinland seltenen Vornamens aus dem lothringischen Raum gestammt haben könnte (in der Vita der 1136 gest. Jutta von S. heißt es, ihre Familie stamme aus »Gallien«). Da keine chronikalischen Quellen zur Geschichte des Hauses erhalten sind, ist eine Aussage, ob es einen Abstammungs- oder Gründungsmythos gegeben hat, nicht möglich. »Sagenhaft« (und nachweisbar falsch) sind die Aussagen des Johannes Trithemius, von 1483 bis 1506 Abt von S., zur Gründung seines Kl.s, die er auf das Jahr 1044 dat. und einem Gf.en Eberhard von S. zuschreibt. Bei diesem angeblichen Gründern handelt es sich um einen Gf.en von Nellenburg, der 1044 mit seiner Mutter das Stift Pfaffen-Schwabenheim gründete. Eine Erbtochter des Hauses Nellenburg war 1124 gemeinsam mit ihrem Ehemann Meinhard, einem Sohn oder Enkel des ersten Namensträgers, Gründerin des Kl.s S., zu dessen Ausstattung auch nahe Verwandte beitrugen (die von Trithemius fälschlich dem Hause S. zugeordnet werden).
II.
Bei Aufstellung der Reichsmatrikel 1521 waren die Anteil der Gft. S. bereits seit etlichen Jahrzehnten im Besitz fsl. Häuser. Diese haben keine auf den Reichstagen aus dem Besitz der Gft. hergeleiteten Stimmen geführt. Die 1521 festgelegten »Römermonate« waren Teil der von diesen Fs.en für ihren Gesamtbesitz zu erbringenden Leistungen. Der auf die Gft.en entfallende Anteil ist daher nicht bezifferbar.
Gf. Heinrich (aus der Linie Bolanden) ist 1309 und 1310 als Hofrichter des römischen Kg.s Heinrich VII. belegt. Die gleiche Funktion übte Johann aus der Linie Starkenburg zwischen 1387 und 1394 für Kg. Wenzel aus; er ist seit 1381 als Rat dieses Kg.s belegt. Gf. Johann war abkömmlich, da die Gft. zu diesem Zeitpunkt von seinem hochbetagten Vater regiert wurde. Gf. Johann (gest. 1324) wird 1309 als »Landvogt« bezeichnet. Gf. Walram (gest. 1380) war von 1345 bis 1347 Landvogt Ks. Ludwigs in der Wetterau.
Der Erwerb eines Reichsbm.s ist keinem Angehörigen des Hauses gelungen. Heinrich aus der Linie Starkenburg, Propst zu Aachen und Maastricht, unterlag 1317 bei der Bf.swahl in Utrecht; Emich aus der Linie → Kreuznach, der in Bologna studiert hatte, war 1305 einer von zwei Kandidaten bei einer zwiespältigen Wahl in Mainz; der Papst ernannte 1306 jedoch den Bf. von Basel, Peter von Aspelt, zum Ebf. Mitglieder beider Linien haben häufig Kanonikate, gelegentlich auch Dignitäten an den Domkapitel in Köln, Mainz und Trier, einzelne auch in Lüttich, Straßburg und Verdun innegehabt. Diese Männer haben ihre geistliche Karriere vielfach in jugendlichem Alter als Inhaber von Pfarreien begonnen, deren Patronat die Familie besaß (vor allem in → Kirchberg). Weibliche Mitglieder des Hauses, die in den geistlichen Stand eintraten, wurden Nonnen in Kl.n der Region.
Lehen hatten die Gf.en von S. vom Reich, von den Erzstiften Mainz und Trier, von den Hochstiften Speyer und Worms sowie von den Reichsabteien Klingenmünster und Corvey. 1329 bzw. 1335 wurde die Stammburg S. dem Abt von S. zu Lehen aufgetragen, vermutlich, um sie territorialpolitischen Bestrebungen der Ebf.e von Mainz oder Trier zu entziehen. Bedeutendster Lehnsherr beider Linien des Hauses war der Pfgf. bei Rhein. Weltliche Lehnsherren waren daneben der Hzg. von Lothringen sowie die Gf.en (später Hzg.e) von Luxemburg, Geldern und Kleve.
Reichslehen der Linie Starkenburg waren die Pfandschaft Kröv (»Kröver Reich«, seit 1274) und ein Burglehen zu Selz im Elsaß. Die Linie → Kreuznach hatte vom Reich: das Gut Monzingen (1278 an das Erzstift Mainz verkauft); das Gut Sohren, zu dem zehn Dörfer gehörten (1301); das Dorf Bundenthal (in der Pfalz, 1342); das Geleit von → Kreuznach bis Gensingen, die jährl. Messe zu → Kreuznach, die Münze und die dort lebenden Juden (1417). Die Erlaubnis, in Kreuznach Juden anzusiedeln, hatte man 1336 von Ks. Ludwig erhalten.
Die große Masse des auf dem Hunsrück zwischen Mosel und Nahe konzentrierten Besitzes aber war und blieb Eigengut des Hauses S.
III.
Im Wappen führten die Gf.en von S. das Schach (erster Beleg: Siegel aus dem Jahr 1225), die Linie Starkenburg rot-silber (Beleg: Bilderzyklus von Ks. Heinrichs Romfahrt, vor 1341), die Linie Kreuznach blau-gold. Das Wappen wurde in die großen Staatswappen der Erben und Rechtsnachfolger (Baden, Pfalz-Simmern, Pfalz-Zweibrücken) übernommen, ebenso in die Wappen der heutigen Lkr.e, die Anteil am ehem. s.ischen Territorium haben.
Von den Gf.en sind folgende heute noch – meist als Ruinen – vorhandene Burgen errichtet oder ausgebaut worden: Argenschwang (1332), Birkenfeld (1269 durch Kauf erworben), Dill (vor 1125 ererbt), Ebernburg (vor 1347 erworben), Frauenburg (1327), Gemünden/Hunsrück (vor 1417), Grevenburg oberhalb Trarbach (1352), Gutenberg (1334 angekauft), Herrstein (1279), → Kastellaun (1226), Koppenstein (kurz nach 1325), → Kreuznach (kurz vor 1205), S. (1075), Starkenburg (um 1197), Winterburg (kurz vor 1324); an Stelle der Burg Allenbach (1265) wurde später ein Amtshaus (das heutige »Schloß«) errichtet. Zum sonstigen Burgenbesitz vgl. Gf.- und Herrschaften.
Grabdenkmäler von Angehörigen der Linie Kreuznach befanden sich → Kastellaun (Stadtkirche), → Kreuznach (Pfarrkirche, Karmeliterkl.), Pfaffen-Schwabenheim (Stiftskirche) und → Vianden (Trinitarierkl.). Die Angehörigen der Linie Starkenburg waren zumeist im Zisterzienserkl. Himmerod begr. Ihre Grabdenkmäler sind nicht erhalten geblieben, von einigen existieren Zeichnungen des 18. Jh.s. Das Messing-Grabmal des letzten Gf.en aus der Pfarrkirche zu Trarbach wurde im 19. Jh. eingeschmolzen.
Gf. Johann II. von S.-Starkenburg (gest. 1324) und sein Bruder Heinrich waren Teilnehmer am Romzug Kg. Heinrichs VII. und sind, identifizierbar an ihren Wappen, mehrfach im Bilderzyklus von Ks. Heinrichs Romfahrt abgebildet.
IV.
Zum Jahr 1075 ist erstmals eine Person belegt, die den Familiennamen S. führte. Von diesem Stephan von S., der wohl seit 1052 urkundlich belegt ist (zunächst ohne Familiennamen) stammt die rheinische Linie des Hauses ab. Nahe mit ihm verwandt war Siegfried (belegt seit 1035, gest. 1065), Mgf. der Ungarnmark, Stammvater der Hzg.e von Kärnten aus dem Hause S. (Spanheim) und der noch blühenden Gf.en von → Ortenburg. Die Angehörigen der Kärntner Linie haben ihre wenigen, im Rheinland gelegenen Besitzungen in der ersten Hälfte des 12. Jh.s zur Ausstattung von Kl.n (S., Rupertsberg) verwendet. Stephan von S. (gest. 1094/1096), wohl ein Sohn des ersten Namensträgers, hatte mit einer Dame aus bayerischem Adel eine Tochter Jutta (gest. 1136), später Inkluse auf dem Disibodenberg und Lehrerin der Hildegard von Bingen, einen Sohn Meinhard und vermutlich noch einen weiteren Sohn Hugo, Gründer des Prämonstratenserstifts Knechtsteden, gest. 1137 als Ebf. von Köln. Meinhard war mit der Erbtochter des Gf.en Adalbert von Moersberg (bei Winterthur in der Schweiz) verh. Adalbert gehörte seinerseits zu den Erben der Gf.en von Nellenburg; seine Tochter brachte dem Ehemann vormals nellenburgischen Besitz im Nahetal (Pfaffen-Schwabenheim, Kreuznach), auf dem Hunsrück (Dill) und an der Mosel (Enkirch, wohl auch Trarbach) sowie die Vogtei über das Allerheiligenkl. in Schaffhausen zu. Meinhard (belegt 1124 bis 1132) nahm nach dem Tod des Schwiegervaters den Gf.entitel an, der künftig von seinen Nachkommen geführt wurde. Die Generationenfolge in den nächsten Jahrzehnten ist nicht eindeutig. Neben mehreren Trägern des Namens Gottfried, die den Gf.entitel führten und den Besitz des Hauses verwalteten, ist Albert (Adalbert), Propst zu Aachen und zweiter Gründer von Knechtsteden zu nennen. Zum Jahr 1184 werden in der Chronik des Giselbert von Mons sechs Brüder von S. erwähnt, zu denen Simon gehörte, der 1184 Ks. Friedrich I. nach Italien begleitete und 1189 auf dem Weg ins Hl. Land in Adrianpopel (Edirne) starb; sein Bruder Albert gehörte zur engerem Umgebung Ks. Heinrichs VI. Mit ihm ist diese Linie zu Beginn des 13. Jh.s erloschen. Den gesamten Besitz vereinigte Gottfried, der 1218 zum Kreuzzug aufbrach und nicht mehr zurückkehrte. Von seiner aus dem Hause → Sayn stammenden Ehefrau hatte er mehrere Söhne, von denen die drei im weltlichen Stand gebliebenen das väterliche Territorium teilten. Als den Brüdern nach dem Tod des Mutterbruders Gf. Heinrich von → Sayn ein großer Teil von dessen Erbe zufiel, wurde auch dieses aufgeteilt. Nach einem Austausch von Teilen dieser beiden Erbmassen besaß Johann ein Drittel der Gft. S. und die Gft. → Sayn (unterhalb Koblenz auf dem rechten Rheinufer). Er ist der Stammvater der Linie S.-Starkenburg (Hintere Gft. S., künftig: HG); sein Bruder Simon, der die beiden übrigen Drittel der Gft. S. erhielt, ist der Stammvater der Gf.en von S.-Kreuznach (Vordere Gft., künftig: VG). Der dritte Bruder erhielt saynische Besitzungen am Niederrhein; er ist der Stammvater der 1469 erloschenen Herren von Heinsberg.
Von den beiden im weltlichen Stand verbliebenen Söhnen des Gf.en Johann I. (gest. 1266) aus dessen Ehe mit einer Dame aus dem Hause → Isenberg- → Limburg erhielt Heinrich (gest. 1289) den Anteil an der Gft. S., Gottfried erbte die Gft. → Sayn. Er nannte sich fortan nach diesem Territorium; seine Nachkommen, die Gf.en und Fs.en von → Sayn (-Wittgenstein) blühen noch. Von den Söhnen Heinrichs und seiner Ehefrau Blancheflor von Jülich folgte Johann (II.) in der Herrschaft; Heinrich (gest. 1344 oder kurz darauf) war u. a. Propst des Aachener Marienstifts. Kg. Rudolf von Habsburg, der eine systematische Heiratspolitik trieb, um wichtige Fs.en und Gf.en an sich und sein Haus zu binden, vermittelte eine Ehe des Gf.en Johann II. (gest. 1324) mit seiner Schwestertochter Katharina von Ochsenstein. Aus dieser Ehe starb der ältere Sohn, Heinrich, kurz vor dem Vater unter Hinterlassung von drei kleinen Söhnen, für die nach Johanns Tod Heinrichs Wwe. Loretta, geb. von → Salm, die Regentschaft führte. Sie hatte sich mit ihrem Schwager Pantaleon, v.a. aber mit dem Trierer Ebf. Balduin von Luxemburg auseinanderzusetzen, den ihre Getreuen im Juni 1328 gefangennahmen, als er zu Schiff die Mosel herabfuhr. Dies hat Loretta eine Kirchenstrafe eingebracht, jedoch das Territorium künftig vor dem Zugriff dieses erfolgreichen Territorialpolitikers geschützt. Das Ansehen, das Loretta für sich und ihre Familie erreicht hatte, zeigt die Eheschließung des in der Regierung folgenden Sohnes Johann III. (gest. 1398) mit Mechtild, einziger Schwester der Pfgf.en Rudolf und Ruprecht, Enkelin des Kg.s Adolf von → Nassau und Urenkelin des Kg.s Rudolf von Habsburg. Aus der Ehe gingen ein Sohn und zwei Töchter hervor, die fortan in der Familienpolitik des Pfgf.en Ruprecht eine wichtige Rolle spielten. Der Sohn Johann IV. (gest. 1413/14) heiratete eine Verwandte aus der Kreuznacher Linie des Hauses S., die Töchter wurden im Sinne der kurpfälzischen Klientelpolitik mit dem Mgf.en von Baden und dem Gf.en von Veldenz verh. Aus der Ehe des Gf.en Johann IV. ging nur ein Sohn hervor, der 1417 große Teile der Vorderen Gft. S. erbte und mit dem das Haus im Okt. 1437 erlosch. Das Erbe fiel an die Nachkommen der Vatersschwestern, den Mgf.en von Baden und den Gf.en von Veldenz (der seinerseits von seinem aus dem pfgfl. Haus stammenden Schwiegersohn beerbt wurde).
Der Gründer der Linie Kreuznach, Gf. Simon (gest. 1264), war mit einer Dame aus dem Hause Heimbach (Gf.en von Jülich) verh. Der älteste Sohn Johann (gest. 1290), der in der Herrschaft folgte, hatte zwei jüngere Brüder abzufinden. Heinrich, der die Burg Böckelheim erhalten hatte, verkaufte diese entgegen seinen Zusagen an den Ebf. von Mainz. Der Versuch, die Burg milit. zurückzugewinnen, scheiterte 1279 (Schlacht von Gensingen). Heinrich, verh. mit einer Erbtochter des Hauses Bolanden, konnte in der Pfalz um Kirchheimbolanden eine kleine Herrschaft aufbauen, die nach dem Tod seines gleichnamigen Enkels 1393 an die Gf.en von → Nassau-Saarbrücken fiel; auf dieses Territorium wird in der Folge nicht weiter eingegangen. Eberhard, zunächst Geistlicher, erhielt das Reichslehen Sohren auf dem Hunsrück, das er verkaufte, und Neef an der Mosel, das nach dem Tod seiner Söhne an einen Enkel aus dem Haus → Scharfeneck fiel; die Nebenlinie Neef führte nicht den Gf.entitel.
Nach dem Tod des Gf.en Johann von S.-Kreuznach (1290) teilten die aus der Ehe mit von Adelheid → Leiningen hervorgegangenen Söhne Simon und Johann 1301 das Territorium; Simon baute → Kastellaun zur Res. aus; Johann hatte den Schwerpunkt seiner Besitzungen an der Nahe (→ Kreuznach). Beide waren im Thronstreit Anhänger des Hzg.s Friedrich von Österreich. Simon war mit Elisabeth von Valkenburg (Nebenlinie der Gf.en von Kleve) verh. Da Johann keine Ehe einging, konnte Simons Sohn Walram 1337 bzw. 1340 die Nachfolge von Vater und Oheim antreten. Er war mit Elisabeth von → Katzenelnbogen verh., hat in den folgenden Jahrzehnten eine – auch milit. – aggressive Territorialpolitik betrieben und dabei die Auseinandersetzung mit den Pfgf.en nicht gescheut. Die Ehefrau seines einzigen Sohnes Simon III. (gest. 1414) war Erbin der Gft. von → Vianden (im heutigen Großhzm. Luxemburg) und etlicher zugehöriger Herrschaften im heutigen Belgien. Da der einzige Sohn Simons vor dem Vater gest. war, erbte die Tochter Elisabeth die Gft.en S. und → Vianden. Nach dem Tode ihres ersten Ehemannes Gf. Engelbert von der Mark ging sie eine zweite Ehe mit Ruprecht, ältestem Sohn des Pfgf.en Ruprecht (des späteren Kg.s) ein, der für die Nachfolge in der Kurwürde vorgesehen war. Beide Ehen Elisabeths blieben kinderlos; der zweite Ehemann starb 1397 vor seinem Vater. Elisabeth, die auch während ihrer kurzen Regierungszeit gelegentlich am kurpfälzischen Hof in Heidelberg lebte, hat testamentarisch ihrem Schwager Kfs. Ludwig ein Fünftel an bestimmten Städten und Ämtern der Vorderen Gft. S. vermacht. Nach ihrem Tod fielen die übrigen vier Fünftel und der von der Schenkung nicht betroffene Besitz (→ Kastellaun, Winterburg und Dill) an den Vetter Johann aus der Linie Starkenburg, die Gft. → Vianden mit Zubehör an das Haus → Nassau, das so seine Besitzungen im ndl. Raum ausbauen konnte. Mit Gf. Johann V. ist im Okt. 1437 das Haus S. erloschen. Als Vordere Gft. wurde fortan der Teil von Elisabeths Besitzungen bezeichnet, an dem Kurpfalz ein Fünftel besaß; → Kastellaun, Winterburg und Dill wurden künftig der Hinteren Gft. zugerechnet. Von der komplizierten Geschichte der Anteile an beiden Teilgft.en ist hier nicht mehr zu handeln.
Quellen
Die Archivalien aus den Archiven der Gf.en von S. wurden nach dem Tod des letzten Gf.en (1437) und erneut bei der Aufteilung der Vorderen (1707) und der Hinteren Gft. (1778) unter die Teilhaber (Kurpfalz/Baden-Baden bzw. Pfalz-Zweibrücken/Baden) aufgeteilt. Nach 1815 erhielten die Rechtsnachfolger in den Territorien (Preußen, Hessen-Darmstadt, Nassau) Teile dieser U.n und Akten. Diese werden daher heute in den staatlichen Archiven in Darmstadt, Karlsruhe, Koblenz, München, Speyer, Straßburg und Wiesbaden aufbewahrt. Das Material wurde auf dem Papier in den »Regesten des Archivs der Gf.en von S.« zusammengeführt. Drucke und Regesten dieser U.n finden sich auch in den übrigen hier aufgelisteten regionalen Quellenwerken. Daneben sind die »Regesta Imperii« heranzuziehen. Codex Diplomaticus Rheno-Mosellanus. Urkundensammlung zur Geschichte der Rhein- und Mosellande, der Nahe- und Ahrgegend und des Hundsrückes, des Meinfeldes und der Eifel, bearb. von Wilhelm Günther, 5 Tle., Coblenz 1822-1826. – Hessische Urkunden, bearb. von Ludwig Baur, 5 Bde., Darmstadt 1860-1873, ND Aalen 1979. – Regesten der Markgrafen von Baden und Hachberg 1010-1515, hg. von der Badischen Historischen Kommission, 4. Bde., Innsbruck 1900-1915, hier Bd. 1: Markgrafen von Baden 1050-1431, Markgrafen von Hachberg 1218-1428, bearb. von Richard Fester, Innsbruck 1900, Bd. 3: Bd. Markgrafen von Baden 1431 (1420)-1453, bearb. von Heinrich Witte, Innsbruck 1907. – Regesten der Grafen von Katzenelnbogen 1060-1486, bearb. von Karl E. Demandt, 4 Bde., Wiesbaden 1953-1957 (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Nassau 11). – Die Regesten der Erzbischöfe von Köln im Mittelalter, hg. von Richard Knipping u. a., 12. Bde., Bonn u. a. 1901-2001 (Publikationen der Gesellschaft für rheinische Geschichtskunde 21), hier: Bd. 2: 1100-1205, bearb. von Dems., Bonn 1901, Bd. 3: 1205-1304, bearb. von Dems., Bonn 1909-1913, Bd. 4: 1304-1332, bearb. von Wilhelm Kisky, Bonn 1915, Bd. 5: 1332-1349 (Walram von Jülich), bearb. von Wilhelm Janssen, Köln u. a. 1973, Bd. 6: 1349-1362 (Wilhelm von Gennep), bearb. von Wilhelm Janssen, Köln u. a. 1977, Bd. 7: 1362-1370 (Adolf von der Mark, Engelbert von der Mark, Kuno von Falkenstein), bearb. von Wilhelm Janssen, Düsseldorf 1982, Bd. 8: 1371-1380, bearb. von Norbert Andernach, Düsseldorf 1981, Bd. 9: 1381-1390, bearb. von Norbert Andernach, Düsseldorf 1983; Bd. 10: 1391-1400, bearb. von Norbert Andernach, Düsseldorf 1987, Bd. 11: 1401-1410, bearb. von Norbert Andernach, Düsseldorf 1992, Bd. 12: 1411-1414, bearb. von Norbert Andernach, 2 Tle., Düsseldorf 1995, 2001. – Regesta Archiepiscoporum Maguntinensium. Regesten zur Geschichte der Mainzer Erzbischöfe von Bonifatius bis Uriel von Gemmingen 742?-1514, hg. von Johann Friedrich Böhmer, bearb. von Cornelius Will, Bd. 1: 742?-1160, Innsbruck 1877, Bd. 2: 1161-1288, Innsbruck 1886, ND Aalen 1966. – Regesten der Erzbischöfe von Mainz 1289-1396, bearb. von Ernst Vogt u. a., Leipzig 1913-1958, hier: Abt. 1, Bd. 1: 1289-1328, bearb. von Ernst Vogt, Leipzig 1913, Abt. 1, Bd. 2: (1328-1353), bearb. von Heinrich Otto, Darmstadt 1932-1935, Abt. 2, Bd. 1: (1354-1396), bearb. von Fritz Vigener, Leipzig 1913. – Mittelrheinische Regesten oder chronologische Zusammenstellung des Quellen-Materials für die Geschichte der Territorien der beiden Regierungsbezirke Coblenz und Trier, bearb. von Adam Goerz, 4 Bde., Coblenz 1876-1886. – Regesten der Pfalzgrafen am Rhein 1214-1508, hg. von der Badischen Historischen Kommission, 2 Bde., Innsbruck 1894-1939, hier: Bd. 1: 1214-1400, bearb. von Adolf Koch und Jakob Wille, Innsbruck 1894, Bd. 2: Regesten König Ruprechts, bearb. von Lambert Graf von Oberndorff; Nachträge, Ergänzungen und Berichtigungen zum 1. und 2. Bd., bearb. von Manfred Krebs, Innsbruck 1939. – Regesten des Archivs der Grafen von Sponheim, bearb. von Johannes Mötsch, 5 Bde., Koblenz 1987-1991 (Veröffentlichungen der Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz 41-45). – Regesten der Erzbischöfe von Trier von Hetti bis Johann II. 814-1503, bearb. von Adam Goerz, Trier 1861, ND Aalen 1969. – Urkunden- und Quellenbuch zur Geschichte der altluxemburgischen Territorien, bearb. von Camille Wampach, 10 Bde., Luxemburg 1935-1955, Bd. 11, hg. von Aloyse Estgen, Michel Pauly, Jean Schroeder, Luxemburg 1997. – Mainzer Urkundenbuch. Bd. 1. Die Urkunden bis zum Tode Erzbischof Adalberts I. (1137), bearb. von Manfred Stimming (Arbeiten der Historischen Kommission für Hessen), Darmstadt 1932. Bd. 2, bearb. von Peter Acht, Tl. 1 (1137-1175), Tl. 2 (1176-1200), Darmstadt 1971. – Urkundenbuch der Grafschaft Sponheim, bearb. von Karl Graf von Reisach, in: Archiv für Rheinische Geschichte, hg. von Dems. und Peter Adolph Linde, Bd. 2, Coblenz 1835, S. 235-287. – Urkundenbuch zur Geschichte der jetzt die Preussischen Regierungsbezirke Coblenz und Trier bildenden mittelrheinischen Territorien, bearb. von Heinrich Beyer, Leopold Eltester und Adam Goerz, 3 Bde., Coblenz 1860-1874. – Urkundenbuch für die Geschichte des gräflichen und freiherrlichen Hauses der Vögte von Hunolstein, hg. von Friedrich Toepfer, 3 Bde., Nürnberg 1866-1872.
Literatur
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